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Novavax: Das ist über die seltenen Nebenwirkungen bekannt

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Von: Martina Lippl

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Der Novavax-Impfstoff ist ein völlig neuer Typ unter den Corona-Vakzinen. Wer sollte sich für den Proteinimpfstoff entscheiden? Was bislang über die Nebenwirkungen bekannt ist.

München - Der neue Corona-Impfstoff von Novavax ist Mitte Februar in Deutschland zu haben. Für den Impfstoff mit dem Namen Nuvaxovid gibt es in verschiedenen Bundesländern bereits Wartelisten für Impftermine. Das Vakzin ist ein sogenannter Protein-Impfstoff - funktioniert ähnlich wie viele Grippeimpfstoffe. Wer keinen mRNA-Impfstoff will, hat jetzt eine Alternative, berichtet Merkur.de*.

Novavax-Impfstoff braucht Wirkverstärker

Allerdings braucht der Protein-Impfstoff von Novavax einen Wirkverstärker, sogenannte Adjuvantien, um die Immunantwort im Körper anzukurbeln. Novavax verwendet einen Wirkverstärker aus Saponine. Die Saponine werden aus einem Extrakt eines Seifenbaums hergestellt und werden schon seit 40 Jahren bei Impfstoffen eingesetzt. Der US-Hersteller setzt sie in Form von Nanopartikeln ein. Die Saponin-basierte Adjuvans „Matrix-M1“ hat Novavax selbst entwickelt und ist bislang in keinem anderen Impfstoff zugelassen.

Was ist zu Nebenwirkungen von Novavax bisher bekannt

Nuvaxovid geht jetzt erst an den Start. Über Nebenwirkungen und Verträglichkeit des Novavax-Impfstoffs liegen bisher nur Daten aus der Zulassungsstudie (mit knapp 45.000 Probanden) vor. Mögliche problematische Nebenwirkungen können sich erst zeigen, wenn viele verschiedene Menschen den Impfstoff in den Arm verabreicht bekommen haben.

Der Impfstoff Novavax wird ab Ende Februar an die Bundesländer ausgeliefert.
Diese seltenen Nebenwirkungen des Novavax Impfstoff sind bekannt. © Imago

Thrombosen oder Herzmuskelentzündungen traten bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und bei den Vektorimpfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson erst auf, nachdem Million Menschen geimpft wurden.

Nach der Zulassung beobachten internationale Behörden deswegen sehr genau, ob sehr seltenen Nebenwirkungen tatsächlich im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff auftreten oder ob es sich nur um einen Zufall handelt. In Deutschland veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) dazu regelmäßig Sicherheitsberichte.

Nebenwirkungen bei Novavax-Impfstoff

In den Studien war der Novavax-Impfstoff gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen traten nach den Daten nicht auf.

Impfreaktionen von Nuvaxovid von Novavax

Nach einer Novavax-Impfung traten die üblichen häufigsten Impfreaktionen, wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- sowie Muskel- und Gelenkschmerzen oder Müdigkeit auf. Diese klingen in der Regel in wenigen Tagen wieder ab.

Novavax-Impfstoff Nuvaxovid (NVX-CoV2373): die häufigsten Impfreaktionen
Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle
Kopfschmerzen
Muskel- oder Gelenkschmerzen
Müdigkeit, Erschöpfung
Corona-Impfstoff von Novavax
Wer sollte sich mit dem Corona-Impfstoff von Novavax impfen lassen? © Tomislav Miletic/imago

Gefährliche Nebenwirkung: Wer sollte sich nicht mit Novavax impfen lassen

Für bestimmte Personen, etwa Allergiker, kann der Novavax-Impfstoff jedoch gefährlich sein. Er kann eine starke allergische Reaktion auslösen. Es besteht das Risiko für Anaphylaxien, warnt Allergie-Experte Klimek.

Im Novavax-Impfstoff ist Polysorbat 80 enthalten, erklärt der Präsident des Ärzteverbands deutscher Allergologen (AEDA), Professor Dr. Ludger Klimek im mein-allergie-portal.com. Polysorbat 80 sei ebenfalls in den Vektorimpfstoffen von Johnson& Johnson und Astrazeneca enthalten. In den RNA-Impfstoffen von Moderna und BioNTech ist es nicht verarbeitet, betont Klimek.

Da Polysorbat 80 teilweise zu allergischen Reaktionen geführt hat, rechnet der Mediziner, „dass es auch Patienten geben wird, die auf den Novavax Impfstoff allergisch reagieren.“ Der Allergologe empfiehlt: „Bei Patienten mit einer Polysorbat 80 Allergie sollte man mit diesem Impfstoff vorsichtig sein, beziehungsweise sie sollten nicht mit Nuvaxovid geimpft werden.“

Sind Wirkverstärker (Adjuvantien) im Novavax-Impfstoff ein Allergie-Risiko?

Allergische Reaktionen auf den Wirkverstärker im Novavax-Impfstoff waren selten zu beobachten, sagt AEDA-Chef Dr. Ludger Klimek. „Wir rechnen damit, dass auch die Adjuvansmatrix-M zu Unverträglichkeitsreaktionen führen kann.“

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Bei dem Verdacht auf eine Allergie sei ein spezieller Antigentest im Vorfeld von jeder Impfung sinnvoll. Auch wer schon auf ein Medikament allergisch reagiert hat, sollte sich laut Klimek testen lassen. Allergiker sollten einen individuell geeignetsten Impfstoff auswählen können. „Das ist das Entscheidende. Gar nicht so sehr, ob es ein Totimpftstoff, Proteinimpfstoff, Vektorimpfstoff oder RNA Impfstoff ist, sondern ob dieser Impfstoff individuell für mein Immunsystem als Allergiker ein Problem verursachen kann“, so Klimek.

Wer kann sich mit Novavax impfen lassen?

Zugelassen ist Novavax ab einem Alter von 18 Jahren. Für den vollständigen Impfschutz sind aktuell zwei Novavax-Dosen vorgesehen. Wie effektiv Novavax gegen Omikron wirkt*, ist allerdings zunächst noch unklar. Die Effektivität zum Schutz vor symptomatischen Infektionen wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA mit rund 90 Prozent angegeben.

Novavax-Impfstoff: Virologe zeigt sich verwundert und spricht auch über mögliche Nebenwirkungen*. *24hamburg.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA (ml)

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