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Notvorrat anlegen für den Krisenfall: So teuer wird der Einkauf

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Innenministerin Nancy Faeser rät den Deutschen, einen Notvorrat für zehn Tage zu Hause zu haben. Hartz-IV-Empfänger können sich aber gar nicht leisten, einen solchen anzulegen.

Hamburg – Die leeren Supermarktregale in der Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine machen die Menschen nachdenklich. Schuld daran sind natürlich völlig unnötige Hamsterkäufe, die aufgrund der außerordentlich guten Versorgung deutscher Supermärkte gar nicht nötig wäre. Doch was passiert, wenn man in eine richtige Notsituation kommt? Habe ich gut genug vorgesorgt?

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand Mai 2021, Sozialamt)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Innenministerin Nancy Faeser hat den Deutschen nun ans Herz gelegt, einen Notvorrat anzulegen. Dieser soll für insgesamt zehn Tage reichen und eine Krisensituation überbrücken. Das Problem: Das Anlegen eines solchen Vorrats kostet Geld, das zum Beispiel Hartz-IV-Empfänger für eine solche Anschaffung gar nicht haben.

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Notfallvorrat soll zehn Tage reichen: Bevölkerungsschutz erklärt, was auf die Liste kommt

Was in den Notfallvorrat gehört, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in einer öffentlich zugänglichen Liste im Netz zusammengefasst. Pro Person sollten Essen und zwei Liter Flüssigkeit pro Tag für zehn Tage zur Verfügung stehen. Ein Erwachsener braucht etwa 2.200 Kalorien am Tag, was bei der Auswahl der Lebensmittel bedacht werden sollte, ebenso wie persönliche Geschmacksvorlieben oder Allergien.

Ein Notvorrat, Lebensmittel auf einem Küchenthresen, daneben ein Fünf-Euro-Schein vor dem Zeichen der Agentur für Arbeit.
Ein Notvorrat kann in schlechten Zeiten helfen. Hartz4-Empfänger können sich einen solchen aber gar nicht leisten. (24hamburg.de-Montage) © Jens Büttner/dpa & Oliver Berg/dpa

Der Vorrat sollte regelmäßig genutzt und dann immer direkt wieder aufgefüllt werden, damit die Lebensmittel im Notfall nicht bereits verkommen sind. Außerdem empfiehlt sich eine kühle, trockene und luftdichte Lagerung. Auch Haustiere dürfen nicht vergessen werden, die ebenfalls Wasser und Futter benötigen.

Was kostet der Notfallvorrat: Lebensmittel summieren sich – allein Wasserkosten im zweistelligen Bereich 

Doch was kostet es eigentlich, sich einen solchen Notfallvorrat anzuschaffen? Auch wenn man einmal davon ausgeht, dass der Vorrat aus Lebensmitteln von einem preisgünstigen Discounter wie Lidl oder Aldi angeschafft wird, kann das in der Summe doch recht teuer werden.

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Laut dem Portal discounter-preisvergleich.de kostet ein Sechserträger mit 1,5 Literflaschen Wasser bei Aldi Nord, den es auch in Hamburg gibt, 1,14 Euro. Das sind 9 Liter, eine vierköpfige Familie bräuchte allein neun dieser Träger, um die zehn Tage versorgt zu sein. Das sind über 10 Euro nur für Wasser, für einen Hartz-IV-Empfänger eine beachtliche Summe.

Hier eine beispielhafte Preisauflistung für einige der Lebensmittel auf der Notfallvorrat-Checkliste für eine Person:

Einkaufsliste zu teuer für Hartz-IV-Empfänger: So viel Geld steht für eine Notfallvorrat tatsächlich zur Verfügung

Aus diesen einzelnen Lebensmitteln ergibt sich laut dem Portal hartziv.org eine Gesamtsumme von etwa 356 Euro, wenn der Notvorrat eine vierköpfige Familie für zehn Tage ernähren soll. Der Regelsatz für eine alleinstehenden Hartz-IV-Empfänger für Essen und Getränke beträgt aber nur 155,82 Euro und muss neben der Anschaffung eines Notfallvorrats natürlich auch die Nahrung zum täglichen Leben abdecken.

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Unterstützung vom Staat gibt es in dieser Hinsicht noch nicht. Bislang kann Sozialhilfe-Empfängern daher nur geraten werden, sehr sparsam zu sein und einen Notfallvorrat mit der Zeit aufzubauen. Laut dem Portal kann dieses Vorhaben bei den steigenden Lebensmittelpreisen allerdings Monate dauern.

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