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08. Mai doch kein neuer Feiertag in Hamburg? Das fordern SPD, CDU und Grüne stattdessen

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Von: Kevin Goonewardena

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In einigen Ländern Europas ist der Tag der bedingungslosen Kapitulation von Nazi-Deutschland ein Feiertag, in Hamburg soll er es werden. Doch SPD, CDU und Grüne haben eine andere Idee.

Hamburg – Esther Bejarano gilt als eine der bekanntesten und engagiertesten Überlebenden des Nazi-Regimes. Bejarano, geborene Loewy, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück. Bejarano blieb bis zu ihrem Tod († 96 am 10. Juli 2021 in Hamburg) eine engagierte antifaschistische Kämpferin und Mahnerin. „Wir werden ihr Andenken würdigen und uns dafür einsetzen, ihre Botschaft weiterzutragen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach dem Tod der Wahl-Hamburgerin, die ihre letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhof Ohlsdorf fand. Jetzt wird eine alte Forderung Bejaranos aufgegriffen: der 8. Mai soll Feiertag werden. Ein dementsprechender Antrag wurde 2022 bereits gestellt. Wann er kommen soll? Möglichst in Kürze!

Name:Esther Bejarano (geborene Loewy)
Geburtstag und -ort:15. Dezember 1924 in Saarlouis
Sterbedatum und -ort:10. Juni 2021 in Hamburg

Neuer Feiertag in Hamburg: Wann alle Einwohner künftig frei haben sollen

Mit der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches vor den alliierten Truppen der Sowjetunion am 8. Mai 1945 endete in Europa offiziell die Schreckensherrschaft der Nazis. Der im englischen Sprachraum auch als VE-Day (Victory-in-europe-Day = Tag-des-Sieges-in-Europa) bekannte Tag, gilt als Ende des Zweiten-Weltkriegs – obwohl dieser erst mit der Kapitulation der Japaner nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki ein Ende fand.

Frühlingsblüte an der Binnenalster in Hamburg Deutschland Europa
Künftig soll es einen neuen Feiertag in Hamburg geben – viele werden dann sicher einen Ausflug an die Alster machen. (Symbolfoto) © Christian Ohde/imago

In einigen europäischen Ländern, darunter Frankreich, Tschechien und der Slowakei wird jährlich am 8. Mai der Befreiung von den Nazis gedacht. In Deutschland ist der 8. Mai bisher kein Feiertag. Das könnte sich noch 2022 ändern. Esther Bejarano hatte ihre Forderung, den Tag auch hierzulande zu einem Feiertag zu erklären, kurz vor ihrem Tod erneuert.

8. Mai als Feiertag in Hamburg: Antrag im Bezirk mit großer Mehrheit angenommen

Diese Forderung haben nun die Bezirkspolitiker der SPD, der Grünen und der Partei Die Linke, sowie die fraktionslose Abgeordnete Susanne Hericks der Bezirksverwaltung in Eimsbüttel zum Gegenstand eines Antrags an den Hamburger Senat gemacht. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.

Ich freue mich, dass das Vermächtnis der ehemaligen Eimsbüttelerin, Esther Bejarano, den 8. Mai endlich in Hamburg zu einem Feiertag zu machen, in Eimsbüttel seine Initialzündung hatte.

Peter Gutzeit, Abgeordneter der Linken-Bezirksfraktion.

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8. Mai als Feiertag in Hamburg: Hamburger Senat muss jetzt aktiv werden

Laut Informationen des Abendblatt wurde der Antrag am Gründonnerstag 2022 mit großer Mehrheit beschlossen. Nun sei der Senat gefordert, ein deutliches, friedenspolitisches Bekenntnis durch die Einführung des 8. Mai als Feiertag in Hamburg zu setzen, so Linken-Politiker Peter Gutzeit. Dies sei gerade in Zeiten des Kriegs in der Ukraine besonders wichtig.

8. Mai in Hamburg: Doch nur offizieller Gedenktag?

Dass am 08. Mai das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht nur begangen, sondern auch offiziell gewürdigt werden soll, darüber sind sich scheinbar alle Fraktionen in Hamburg im Klaren. Denn nun haben auch SPD, CDU und die Grünen einen Antrag gestellt, den 08. Mai als einen besonderen Tag her vor zu heben. Doch anders als Die Linke wollen die Vertreter von der Rot-Grünen Regierungskoalition und der CDU den 08. Mai lediglich zu einem Gedenktag machen.

Wir müssen den Gedenktag nutzen, um an die Befreierinnen und Befreier und die von der NS-Herrschaft Verfolgten, Gefolterten und Getöteten zu erinnern

Jennifer Jasberg, Fraktionschefin der Grünen

Gedenktag 08. Mai reicht der Linken nicht

Gedenktage sind in Deutschland etwa der 27. Januar, der an die Befreiung von Ausschwitz durch die Alliierten erinnert oder der 17. Juni, an dem an die Aufstände in der DDR im Jahr 1953 gedacht wird. Nicht nur der Eimsbütteler Fraktion der Linken, auch der Linken-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft geht die Forderung nach einem Gedenktag nicht weit genug. Es sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, den 08. Mai zu einem Gedenktag zu machen, äußerte sich Linke-Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus gegenüber dem Abendblatt, doch das Ende des Kriegs und die Befreiung von der Hitler-Diktatur, sollten „es wert sein, als vollwertiger Feiertag begangen zu werden“, so Boeddinghaus weiter.

TRANSPARENZHINWEIS: Dieser Artikel wurde nach Veröffentlichungen um neue Entwicklungen ergänzt.

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