1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Neuer Bußgeldkatalog schockt Autofahrer: So teuer wird es ab sofort

Erstellt:

Von: Tomasz Gralla

Kommentare

Der neue Bußgeldkatalog 2021 tritt im November in Kraft und schockt Autofahrer mit drakonischen Strafen für Falschparker und Rettungsgassen-Anarchisten. Ein Überblick.

Hamburg – Ab dem 9. November 2021 müssen sich Autofahrer mit einem neuen Bußgeldkatalog vertraut machen, der die Strafen für Temposünder, Falschparker und vor allem diejenigen, die die Rettungsgasse missbrauchen, drastisch anhebt. Nicht nur in Hamburg. Diese Gesetzesänderung ist dabei nur eine von mehreren neuen Regeln und Gesetzen, die im November in Kraft treten. Doch keine andere drückt bei Verstößen so dermaßen aufs Portemonnaie.

Neuer Bußgeldkatalog nimmt Temposünder ins Visier

Die Bußgelder für zu schnelles Fahren werden nicht nur für Autofahrer in Hamburg massiv angehoben. Teilweise verdoppeln sie sich im November 2021. Betroffen sind sowohl Geschwindigkeitsüberschreitungen inner- wie auch außerorts. Es könnte also sein, dass es für den einen oder anderen in Hamburg demnächst richtig teuer wird, wenn es ab November das neue Bußgeld für Vergehen im Straßenverkehr regnet.

Bildmontage eines Polizisten und des Verkehrs in Hamburg. Neuer Bußgeldkalatlog 2021 erhöht Strafen für Verkehrsvergehen drastisch.
Der neue Bußgeldkatalog bittet Autofahrer zur Kasse. (24hamburg.de-Montage) © Christian Charisius/Uwe Anspach/dpa

Ist man mit dem PKW oder Motorrad außerorts – also nicht in der Hansestadt Hamburg selbst – bis zu 10 km/h zu schnell, muss man mit 20 Euro eine doppelt so hohe Strafe zahlen wie bisher. Bei bis zu 20 km/h Geschwindigkeits-Überschreitung steigt das Bußgeld auf 60 Euro und verdoppelt sich damit ebenfalls. Hat man 25 km/h mehr auf dem Tacho, muss man nicht nur 100 Euro blechen, sondern auch einen Punkt in Flensburg hinnehmen.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen zwischen 51 km/h und 60 km/h verdoppelt sich das Bußgeld auf 320 Euro – und wird zudem mit zwei Punkten „belohnt“. Bei Tempoverstößen innerorts zeigt sich ein ganz ähnliches Bild, wobei hier die Regelungen wie schon vor dem 9. November 2021 strenger waren als außerorts. Wie der neue Bußgeldkatalog nicht nur für Hamburg Geschwindigkeits-Überschreitungen innerorts und außerorts bestraft und ab wann es Punkte gibt, stellt die folgende Tabelle übersichtlich dar:

Der neue Bußgeldkatalog definiert neue Strafen für zu schnelles Fahren inner- und außerorts.
Die Bußgelder für zu schnelles Fahren inner- und außerorts laut dem neuen Bußgeldkatalog 2021. © dpa-infografik

Hamburger müssen sich auf erhöhtes Bußgeld einstellen: Auch Falschparker schlucken beim neuen Bußgeldkatalog schwer

Als ob die Parksituation in Städten wie Hamburg nicht schon schwierig genug wäre, drückt der neue Bußgeldkatalog den Autofahrern noch einen drauf und erhöht die Geldstrafen für Parkverstöße. Wer ab November ein Halt- oder Parkverbot ignoriert, der zahlt 25 Euro (bisher waren es 15 Euro). Geschieht das länger als eine Stunde und entstehen dadurch in Hamburg und andernorts Verkehrsbehinderungen, dann werden sogar 50 statt wie bisher 35 Euro fällig.

Unberechtigtes Parken auf einem Behindertenparkplatz in Hamburg und anderswo wird zukünftig um 20 Euro teurer und kostet 55 Euro Bußgeld. Wer einen Geh- oder Radweg zuparkt, muss mit 55 Euro Bußgeld (bei Sachbeschädigung auch mit 100 Euro) und einem Punkt rechnen. Einen Punkt gibt es für eine zugeparkte Feuerwehrzufahrt – zusätzlich zu einem 100-Euro-Bußgeld. Neu ist das Bußgeld für unerlaubtes Abstellen des eigenen Fahrzeugs auf einem E-Auto- oder Car-Sharing-Platz und beträgt 55 Euro. Apropos E-Auto: Diese brennen auch gerne einmal ab. Und der Strom für E-Autos wird auch teurer.

Hamburger stöhnen, denn die Baustellenlage in der Hansestadt ist ein Albtraum, der noch jahrelang andauern wird. Verkehrssenator Tjarks kündigte massive Staus für mindestens die kommenden 20 Jahre an. Der Abriss der Cremonbrücken im Zentrum der Stadt wird auch von einer Vollsperrung begleitet. Genauso wie die geplante Monster-Baustelle im Norden Hamburgs, die eine fünfjährige Vollsperrung wichtiger Straßen mit sich zieht.

Achtung, Autofahrer in Hamburg: Rettungsgasse – Drakonische Strafen bei Verstößen

Besonders tief in die Tasche müssen diejenigen greifen, die gegen Rettungsgassenregeln verstoßen. Schon jetzt sind die Bußgelder nicht ohne, werden im November 2021 aber noch weiter verschärft. So gibt es für Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden, neben einem Bußgeld von 200 Euro und zwei Punkten in Flensburg ab jetzt auch einen Monat Fahrverbot.

Ein einmonatiges Fahrverbot, zwei Punkte und satte 240 Euro riskiert jeder, der auf die Idee kommt, selbst durch die Rettungsgasse zu fahren. Sollten bei dieser Schnapsidee andere Fahrzeuge beschädigt, behindert oder Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, erhöht sich das Bußgeld auf 320 Euro.

News aus Hamburg und Umgebung erhalten Sie mit unserem Newsletter – jetzt kostenlos anmelden!

Weitere Strafen laut neuem Bußgeldkatalog 2021

Die Gefährdung von Fußgängern wird ebenfalls scharf bestraft. 140 Euro (bisher waren es 70) werden fällig, wenn man beim Abbiegen keine Rücksicht auf Fußgänger nimmt. Zudem gibt es einen Punkt sowie einen Monat Fahrverbot. Radfahrer, die Fußgänger leichtsinnig in Gefahr bringen, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten.

Autoposer, die mit unnötigem Lärm und Abgasen andere Verkehrsteilnehmer belästigen und/oder gefährden, müssen ab November satte 100 Euro blechen statt wie bisher 20. SUV-Fahrer sollte zudem unbedingt auch über eine kostspielige Bußgeld-Regelung wissen, die den meisten schlicht unbekannt ist und mit dem neuen Bußgeldkatalog nichts zu tun hat. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare