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Albtraum für Autofahrer: Neuartiger Blitzer erfasst alles und jeden

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Von: Christian Einfeldt

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Der Blitzer sieht alles: Eine Innovation macht Laserscanning im 360-Grad-Winkel möglich – und könnte schon bald zum Albtraum aller Autofahrenden werden.

Viroflay, Frankreich – Alleine 2020 machten Radarfallen in Hamburg um rund 17,1 Millionen Euro reicher: Hamburg ist Spitzenreiter in Sachen Abkassieren von Blitz-Bußgeldern. Nicht wenige Menschen erachten die vielen Messgeräte in der Hansestadt als reine Abzocke, die erst Ende vergangenen Jahres in der Zerstörung von zahlreichen Blitzern in Hamburg mündete. Eine Entwicklung aus Frankreich könnte nun weiter Öl ins Feuer gießen. Es soll sich um einen modernen Blitzer handeln, der bald auch in Deutschland nicht nur Raser im Visier haben könnte.

Gemeinde in Frankreich:Viroflay
Fläche:3,49 km²
Bevölkerung:15.738 (2015)
Bürgermeister:Olivier Lebrun

Moderner Blitzer scannt im 360-Grad-Winkel – Fokus auf den gesamten Straßenverkehr

Der neuartige Blitzer findet seinen Ursprung vor den Toren Paris. In der kleinen französischen Gemeinde Viroflay beschäftigten sich die Mitarbeitenden lange mit der sogenannten Lidar-Technologie, die für die Entwicklung des neuen Blitzers essenziell sein sollte. Wie merkur.de berichtet, basiert die neue Radarfalle demnach auf einer dreidimensionale Lasertechnik. Es würde sich um eine Technologie handeln, die zuvor das autonome Fahren auf ein neues Level gehoben hätte. Nun könnte die Innovation zur Erfassung von Geschwindigkeiten und Entfernungen ein weiteres Mal technischen Fortschritt bedeuten. Das von dem französischen Unternehmen „Parifex“ entwickelte „Nano“-System ist der erste Blitzer, der über einen sogenannten 3D-LiDAR-Sensor verfügt.

„Nano“ unterscheidet sich damit maßgeblich von seinen gängigen Vorläufermodellen. In erster Linie misst er Geschwindigkeiten und Sicherheitsabstände von Autos. Doch das Feature, das ihn besonders macht: Im 360-Grad-Winkel kann er alles und jeden erfassen. Sämtliche Verkehrsteilnehmerinnen und Fahrzeuge würden sich so differenzieren lassen. Dabei kann sich „Nano“ gar auf mehrere Objekte gleichzeitig fokussieren. So könne er präzise die Bewegungen des gesamten Straßenverkehrs scannen.

Autos fahren an einer Radarfalle vorbei.
Der Blitzer „Nano“ der französischen Firma „Parifex“ dient nicht nur der Geschwindigkeitsüberwachung. (Symbolbild) © IMAGO / U. J. Alexander

Rundum-Blitzer bereits zugelassen: Wann kommt neue Technologie zum Einsatz?

Es ist offensichtlich, dass „Nano“ kein gewöhnlicher Blitzer zur Geschwindigkeitsüberwachung ist. Die neue Erfindung ermöglicht die Erfassung der Bewegung von allen Verkehrsteilnehmenden und Fahrzeugen. Gleichermaßen überwacht die Radarfalle die Abstände zwischen den Autos– und macht auch vor Verkehrsschildern kein Halt. Wie merkur.de unter Berufung auf die französische Tageszeitung „L‘Indépendant“ berichtet, könnte der Blitzer fortan auch überfahrene Stopp-Schilder oder rote Ampeln erfassen – unabhängig davon, welche Licht- und Wetterbedingungen vorherrschen.

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Eine der wenigen Fragen, die aktuell noch offen bleibt, ist, inwieweit der Blitzer einer willentlichen Beschädigung standhält. Angesichts der Tatsache, dass in Städten wie Hamburg Attacken auf Blitzer zunehmen, scheint eine Auseinandersetzung mit der Frage umso wichtiger. Die für viele wohl wichtigste Frage ist jedoch eine andere: Wann wird die moderne Radarfalle zum Einsatz kommen?

Wie „L‘Indépendant“ berichtet, wurde sie jedenfalls bereits seitens des „LNE“ („Laboratoire national de métrologie et d’essais“) geprüft und für den Straßenverkehr zugelassen. Die Ansetzung eines konkreten Termins zur Installation steht noch aus, doch bereits in absehbarer Zeit soll der Blitzer in Frankreich öffentlich getestet werden – wenig später könnte dann auch Deutschland nachziehen.

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