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HVV denkt nach 9-Euro-Ticket über eigene Billig-Monatskarte nach

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Von: Kevin Goonewardena

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Zwischen 49 und 69 Euro soll der 9-Euro-Ticket-Nachfolger bundesweit kosten. Der HVV schließt aber auch eine eigene günstige Monatskarte nicht aus.

Hamburg – Der Sinneswandel von Christian Lindner (FDP) in Sachen 9-Euro-Ticket dürfte die allermeisten Kollegen des Bundesfinanzministers, Bürger, Verbände und auch Medienvertreter hierzulande überrascht haben. Auch die meisten Medien hatten schon festgelegt, dass es keinen Nachfolger zum 9-Euro-Ticket geben wird. Zwar hat es für einen direkten Nachfolger des allseits beliebten Aktionsticket nicht gereicht, doch ein günstiges, bundesweit gültiges Angebot wird nun doch kommen.

Wann genau und wie viel es kosten wird, sind Fragen, die es noch zu klären gilt. Während die Bundesregierung also mit der Ausarbeitung eines 9-Euro-Ticket-Nachfolgers beschäftigt ist, haben Verbände wie der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) längst Tatsachen geschaffen. Mit diversen günstigen Überbrückungsangeboten versucht etwa der HVV Neu- und Bestandskunden an den Verband zu binden. Als 9-Euro-Ticket-Nachfolger bietet der HVV zahlreiche Optionen. Aber ein regionales Ticket für Nahverkehr in Hamburg steht noch im Raum.

Verkehrsverbund:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):u.a. 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:rund 10.000 (inklusive Bus)

HVV Tarife: Eigene Alternativen zu 9-Euro-Ticket-Nachfolger bekannt gegeben

Als verbandseigenen Nachfolger für das ehemalige bundesweit gültige 9-Euro-Ticket, hat der HVV unter anderem eine neue 5er-Tageskarte oder das Profiticket zum Preis von 9 Euro in der Woche (36 Euro im Monat) auf den Weg gebracht. Auch initiiert der Verband das sogenannte Flex Abo, dessen Startzeitpunkt durch das Abonnement flexibel gestaltbar ist und verloste 999-mal eine HVV-weit gültige Jahreskarte zum Preis von 9-Euro – die Differenz zum Normalpreis übernimmt der Verband.

Eine u-Bahn vor der Kulisse des Hafens in Hamburg
9-Euro-Ticket Nachfolger im HVV: Kommt noch ein eigenes Ticket? © Jürgen Ritter/imago

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9-Euro-Ticket: Verkehrsminister Wissing will Nachfolge spätestens ab 2023

Zuerst einmal ist nur klar, dass es ein neues Ticket geben wird. Doch in diesem Jahr wird das Nachfolgeangebot des 9-Euro-Tickets, dessen genaue Ausgestaltung noch unklar ist, wohl nicht mehr an den Start gehen. Den Zeitungen des regionalen Medienhauses Verlagsgruppe Rhein-Main (VRM, Hessen / Rheinland-Pfalz) sagte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) dass, das Ziel aller Beteiligten sein sollte „spätestens zu Beginn des Jahres 2023 ein neues Ticket zu haben.“

 „Ich möchte ein vom Preis her möglichst attraktives Ticket, das deutschlandweit gilt und als Abo-Variante zu kaufen ist.“

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP)

In den Medien wurden in den letzten Tagen und Wochen immer wieder 69 Euro respektive 49 Euro als möglicher Preis der günstigen Monatsfahrkarte genannt. Wissing äußerte sich gegenüber VRM abwartender. Der Preis hänge laut Wissing, „von der konkreten Ausgestaltung und der Verteilung der Kosten zwischen Bund, Ländern und den Kunden ab“. Das berichtet unter anderem Die Zeit und beruft sich dabei auf die VRM-Gruppe. Aber wird es einen solchen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket, auch unabhängig von dem durch den Bund geplanten bundesweit gültigen günstigen Monatsfahrschein im Hamburger Verband HVV geben? Wir haben nachgefragt.

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HVV zu 9-Euro-Ticket-Nachfolger: Bund und Länder müssen zuerst Finanzierung für Monatskarte klären

Dass nicht mehr klar sei, außer der Wille zu einem Nachfolgeangebot, bestätigte auch HVV-Pressesprecher Rainer Vohl gegenüber 24hamburg.de. Unter anderem gilt es noch die Finanzierung zu klären. 1,5 Milliarden Euro hatte Volker Wissing zur Finanzierung des 9-Euro-Ticket-Nachfolgers zugesagt.

Geht es nach dem Willen des Bundes, sollen die Länder ihrerseits die gleiche Summe hinzugeben. Ob die Länder der Forderung des Bundes nachgeben oder eine andere Finanzierungslösung gefunden werden muss, sei zu klären.

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Weder er selbst, noch das Unternehmen HVV seien bisher in die Gespräche involviert, so Rainer Vohl. Für den HVV müssten die drei Beteiligten Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen und die sieben Kreise, auf denen sich das Verbandsgebiet ausdehnt, noch eine Lösung finden.

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HVV: Zusätzliche Angebote zum bundesweiten 9-Euro-Ticket nicht ausgeschlossen

Auf Nachfrage schloss Vohl zusätzliche 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV zwar nicht aus, konnte diese allerdings auch nicht bestätigen. Da die Finanzierung des 9-Euro-Tickets bisher nicht geklärt und damit auch nicht klar sei, in welcher Höhe sich Hamburg und der HVV beteiligen müssten, könne man auch nicht sagen, ob und wenn ja, wie viel Geld für weitere Angebote zur Verfügung steht.

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