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Netto-Mogelpackung? Supermarkt entschuldigt sich für Pommes – doch zu früh

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Von: Kai Hartwig

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Hersteller sorgen immer wieder mit Mogelpackungen für Ärger. Nun beklagte sich eine Netto-Kundin, doch sie übersah dabei etwas Entscheidendes.

München – Die Preise für Lebensmittel wurden für Verbraucher zuletzt immer höher. Die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg sind einige Gründe für den Preisanstieg in Supermärkten und Discountern. Und manchmal merken die Kunden von Aldi, Lidl, Netto, Rewe, Edeka, Kaufland und anderen erst auf den zweiten Blick, dass ein Produkt nun teurer ist. Dann sind oft auch Mogelpackungen im Spiel.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch gerne von der sogenannten Shrinkflation. Das bedeutet, dass Produkte zu den identischen Preisen wie zuvor verkauft werden. Allerdings hat sich der Verpackungsinhalt im Vergleich dazu deutlich verringert. Die Verbraucherzentrale kürte nun sogar die Mogelpackung des Jahres 2022, ein Käse gewann die wenig schmeichelhafte Auszeichnung.

Netto-Kundin stinksauer wegen vermeintlicher Pommes-Mogelpackung – „Vielen Dank für die Verarsche“

Andererseits kommt der Vorwurf, es liege eine Mogelpackung vor, auch immer mal unberechtigterweise auf. Eine Aldi-Kundin witterte kürzlich eine Fleisch-Mogelpackung – und wurde dann eines Besseren belehrt. Ähnlich erging es nun auch einer Netto-Kundin, die sich öffentlich über ein Tiefkühlprodukt beschwerte, berichtet tz.de. Allerdings übersah sie wohl etwas Entscheidendes.

In den sozialen Medien machte die Verbraucherin ihrem Ärger zunächst Luft. Dazu postete sie ein Bild des von ihr in einer Netto-Filiale gekauften Pakets Pommes Frites auf der Facebook-Seite des Discounters. Und schrieb dazu entrüstet: „Wen wollt Ihr verarschen??? 750 Gramm, dann abgewogen, 436 Gramm für 1,99. Vielen Dank für die Verarsche.“

Mogelpackung? Kundin wiegt Netto-Pommes nach – Discounter entschuldigt sich, doch wohl etwas zu früh

Die Netto-Kundin hatte sich für ein dreiviertel Kilo „Steakhouse Pommes nach amerikanischer Art“ entschieden. Und in der Tat zeigte ein weiteres Bild ein neues, deutlich geringeres Gewicht der Pommes. Diese hatte die Netto-Kundin offenbar auf eine Waage gelegt, um deren auf der Packung angegebenes Gewicht einer Prüfung zu prüfen. Auf dem Schnappschuss zeigt die Waage nur noch 429 Gramm an, in ihrem Post schrieb die Netto-Kundin von 436 Gramm – beide Werte entsprechen so oder so nur etwas mehr als der Hälfte des ursprünglichen Gewichts.

War die Wut der Kundin also berechtigt? Für das Social-Media-Team von Netto offenbar schon. Ein Mitarbeiter des Discounters kommentierte den Facebook-Post und entschuldigte sich für die vermeintliche Mogelpackung: „Vielen Dank für Deinen Beitrag. Wir bedauern, dass es in Deinem Fall zu diesem Produktfehler gekommen ist.“ Man werde die Beschwerde weiterleiten, hieß es weiter. Doch möglicherweise hatte der Netto-Kundenservice etwas zu voreilig seine Entschuldigung an die Kundin ausgesprochen. Denn einigen Usern war etwas aufgefallen, wodurch der Fall eine gänzlich andere Richtung einschlug.

Pommes Frites liegen in der Schale einer Waage
Eine Netto-Kundin wog ihre Pommes nach und war sich sicher: Das ist eine Mogelpackung. Doch sie lag wohl falsch. © Screenshot / Facebook.com/nettomarkendiscount

Pommes zu leicht? User schauen genau hin und entlarven Mogelpackung-Vorwurf einer Netto-Kundin

Und das hatten die Netto-Mitarbeiter mutmaßlich übersehen. Auf dem zweiten „Beweisfoto“ der verärgerten Kundin konnte man recht gut erkennen, dass die Pommes in der Waage bereits im Backofen zubereitet worden waren. Durch die Hitze im Ofen verlieren die tiefgefrorenen Pommes an Gewicht, da Flüssigkeit entweicht und verdampft. Der Gewichtsverlust von fast der Hälfte des Wertes, den die Kartoffelstäbchen im rohen Zustand auf die Waage bringen, könnte sich so plausibel erklären lassen.

Entsprechend bekam die wütende Netto-Kundin auch den Spott einiger Facebook-User ab. „Ihr braucht nichts bedauern“, sagte einer in Richtung der Netto-Mitarbeiter, „sie hat nach dem Backen gemessen. Physik ist nicht so ihre Stärke.“ Ein anderer meinte nur: „Wäre wohl vor dem Backvorgang sinnvoll gewesen, mal den Schmonz zu wiegen, und nicht danach.“ Damit dürften die Nutzer durchaus richtig liegen. (kh)

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