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Fehler in der Nebenkostenabrechnung: In diesen Fällen müssen Sie nicht zahlen

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Nebenkostenabrechnung werden deutlich höher ausfallen, als in den Vorjahren. Nicht alle Posten müssen Mieter zahlen. Wir zeigen Ihnen sieben Fehler nund wie sie widersprechen.

Hamburg – Vielen Mieterinnen und Mietern in Deutschlands graut es aufgrund immer weiter steigender Preise für Strom und Gas vor der nächsten Nebenkostenabrechnung. Oft jedoch enthalten die Abrechnungen Fehler. In solchen Fällen müssen die Kosten bis mindestens zur Klärung, oft sogar gar nicht gezahlt werden. Wir zeigen Ihnen sieben Fehler, die auch in Ihrer Nebenkostenabrechnung auftauchen könnten. Und wie man widerspricht.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Anzahl Mietwohnungen (geschätzt):rund 730.000 (im Jahr 2020)

Warmwasser-Nebenkosten: Verbrauch nicht abgerechnet? 15 Prozent Kürzung möglich

Das Warmwasser muss nach dem tatsächlichen Verbrauch abgerechnet werden. Wurde der Verbrauch nur geschätzt oder nach einer Formel berechnet, darf die Nebenkostenzahlung für Warmwasser vonseiten des Mieters oder der Mieterin pauschal um 15 Prozent gekürzt werden, schreibt etwa finanztip.de

Mietvertrag: Abgerechnete Punkte tauchen nicht auf

Außerdem lohnt es sich, die Nebenkostenabrechnung mit dem Mietvertrag zu vergleichen. Denn: Abgerechnet werden kann nur, was auch im Mietvertrag auftaucht. Taucht ein Punkt der in Rechnung gestellten Nebenkosten im Mietvertrag nicht auf, wird aber abgerechnet, muss der Posten nicht bezahlt werden. Es gibt obendrein weitere Möglichkeiten, wie Mieter gegen hohe Nebenkosten vorgehen können.

Nebenkosten enthält Fehler: Zeitraum der Abrechnung falsch

Auch ein Blick auf den Abrechnungszeitraum lohnt sich. Denn: Nach einem Umzug dürfen nur die Nebenkosten für Zeit der tatsächlichen Wohndauer in der Jahresendabrechnung verlangt werden. Nebenkosten für das gesamte Jahr dürfen nicht berechnet werden. Die restlichen Monate zahlt der Vormieter. Das gilt auch für die verlassene Wohnung, hier ist nur für die Zeit bis zum Auszug zu zahlen.

Thermostatkopf liegt zwischen Euro Geldscheine: Die Nebenkostenabrechnung 2022 macht vielen Menschen Angst.
Die Strom- und Gaskosten werden bei den Nebenkostenabrechnungen 2022 höher als gewohnt ausfallen. Doch nicht immer sind die Abrechnungen korrekt. Wir zeigen 7 Fehler, bei denen Sie widersprechen können – oder gar nicht zahlen müssen. (Symbolbild) © Rene Traut / Imago

Nebenkostenabrechnung enthält unzulässige Posten

Widerspruch gegen die Abrechnung ist möglich, wenn die Nebenkostenabrechnung 2022 Kosten enthält, die der Vermieter selbst tragen muss. Zu den Nebenkosten, die nicht auf die Mieter umgelegt werden können, gehören etwa Reparaturkosten, Mietkosten für Rauchmelder oder Feuerlöscher, Bank- und Kontoführungsgebühren – beispielsweise für das Kautionskonto -, die Kosten für eine einmalige Dachrinnenreinigung, sowie Versicherungsbeiträge, etwa für eine Mietausfall- oder Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Achten Sie also genau darauf, ob solche Posten bei Ihnen auf der Nebenkostenabrechnung auftauchen. Wenn ja, müssen Sie diese nicht bezahlen.

Nebenkosten 2022: Frist zur Einforderung der Nebenkosten ist verstrichen

Zugegeben, es ist zwar ziemlich unwahrscheinlich, dass der Vermieter verpennt Ihnen eine Nebenkostenabrechnung zu schicken, aber dennoch möglich. Sollte der Vermieter die Nebenkosten erst nach Ablauf von 12 Monaten verlangen, müssen diese nicht mehr gezahlt werden. Nebenkosten für das abgelaufene Betriebsjahr können nur innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten eingefordert werden.

Lesen Sie auch: Nebenkostenabrechnung: Jede zweite ist falsch! So erkennen Sie Fehler und sparen

Fehler bei den Nebenkosten 2022: Gewerberäume befinden sich im Wohnhaus

In Großstädten kommt es nicht selten vor, dass sich im Erdgeschoss von Wohnhäusern Gewerbeeinheiten befinden. Sei es der Friseursalon, der Döner-Imbiss oder der Kiosk.

Der Umstand eines Gewerbebetriebs im Haus sollte vom Vermieter berücksichtigt werden – schließlich verursachen Gewerbeeinheiten für gewöhnlich deutlich höhere Nebenkosten. Wenn die Nebenkosten des Betriebs nicht herausgerechnet wurden, kann der Abrechnung widersprochen werden. Achten Sie also auch darauf in Ihrer nächsten Nebenkostenabrechnung.

Häufiger Fehler in der Betriebskostenabrechnung: Der Verteilerschlüssel ist fehlerhaft

Die Verteilerschlüssel, auch Umlageschlüssel genannt, legt fest, wie die Nebenkosten auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden. Dieser Schlüssel muss in der Abrechnung angegeben sein, schreibt unter anderem finanztip.de – und natürlich muss der Schlüssel dann auch stimmen. Werden die Nebenkosten nach Quadratmeter berechnet, lohnt es sich, die Wohnung nachzumessen: Denn nur die Nebenkosten für die tatsächlichen Quadratmeter der Wohnung müssen bezahlt werden. Das ist zwar lästig, erspart Ihnen aber unter Umständen bares Geld. Und auch mit diesen simplen Tricks können Sie bei den Nebenkosten hunderte Euro sparen.

Nebenkostenabrechnung fehlerhaft: Belegeinsicht einfordern

Sollte Ihnen bei der Nebenkostenabrechnung etwas komisch vorkommen, können Sie in jedem Fall die Belege für die angefallenen Kosten einfordern. Der Vermieter muss den Mietern ermöglichen, die Originalbelege der anfallenden Nebenkosten einzusehen. Das betrifft nicht nur die Rechnungen, sondern auch Belege dafür, dass diese durch den Vermieter gezahlt wurden. Genannt wird das „Belegeinsicht“ und ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (§ 259 Abs. 1 BGB). Vermieter oder die Hausverwaltung sind zwar verpflichtet, die Belege zu zeigen, allerdings nicht Fragen der Mieter zu den Nebenkosten zu beantworten. Das hat ein Gericht in der Vergangenheit entschieden.

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Fehler in der Nebenkostenabrechnung 2022: So widersprechen Sie

Widerspruch ist zum Beispiel mittels eines Musterformulars möglich, das sich im Internet finden lässt. Fehlerhafte Posten müssen in ein solches Formular nur noch eingetragen werden. Für den Widerspruch steht den Mietern eine gesetzliche Frist von 12 Monaten zu. Die Frist beginnt erst, wenn der Vermieter eine „nachvollziehbare Abrechnung vorgelegt hat“, erklärt finanztip.de. Ist die vorgelegte Abrechnung nicht nachvollziehbar, läuft auch die Jahresfrist noch nicht. Diese gilt auch für Widersprüche von Nebenkostenabrechnungen aus dem Vorjahr und für schon einmal angezweifelte Kostenpunkte.

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