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Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag 2023: So kommen Sie um die Erhöhung herum

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Von: Johannes Nuß

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Krankenkassen wollen zum Jahresbeginn 2023 den Zusatzbeitrag für gesetzlich Versicherte erhöhen. Wie Sie die Erhöhung umgehen können und was zu beachten ist.

Hannover – Krankenkassen in Deutschland wollen zum Jahreswechsel 2022/2023 den Zusatzbeitrag erhöhen. Somit kann der Beitrag zur Krankenversicherung wie Barmer, TK oder AOK steigen. Aktuell liegt der Zusatzbeitrag 2022 im Durchschnitt bei 1,3 Prozent für die Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland, hinzu kommen die normalen Mitgliedsbeiträge für die Krankenkasse von derzeit 14,6 Prozent.

Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch.
Zahlreiche Krankenversicherungen in Deutschland werden 2023 die Zusatzbeiträge erhöhen. (Symbolbild) © Jens Kalaene/dpa

Momentan ergibt dies eine Belastung im Monat für Arbeitnehmer mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von durchschnittlich 15,9 Prozent des Bruttoeinkommens – abzüglich des Arbeitnehmeranteils. Einzig über den Zusatzbeitrag der Krankenkassen ist es aktuell möglich, seinen Krankenkassenbeitrag zu reduzieren, da der normale Satz – im Gegensatz zum Zusatzbeitrag – bundesweit einheitlich ist.

Krankenkassen erhöhen Zusatzbeitrag 2023: Durchschnittliche Arbeitnehmer-Belastung steigt auf 16,2 Prozent

Zum nahenden Jahresbeginn am 1. Januar 2023 sollen die Zusatzbeiträge 2023 in der Krankenversicherung nun um bis zu 0,3 Prozent angehoben werden dürfen, berichtet ruhr24.de. Dann würde die Belastung der Arbeitnehmer im Schnitt bei 16,2 Prozent liegen. Der Gesamtbeitragssatz setzt sich also aus dem allgemeinen Satz und dem sogenannten Zusatzbeitrag zusammen. Die konkrete Höhe dieses Zusatzbeitrages – um den geht es bei dieser Erhöhung des Zusatzbetrag 2023 – legen die Kassen am Ende allerdings selbst fest. Wie viel Versicherte also 2023 mehr zahlen müssen, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Die Beiträge werden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern je zur Hälfte bezahlt.

Die Crux dabei: Aufgrund einer Sonderregelung, die derzeit gilt, müssen die Krankenkassen ihre Mitglieder nicht mit einem gesonderten Schreiben über die Erhöhung des Zusatzbeitrags 2023 informieren. Das gilt für eine Erhöhung des Zusatzbeitrags bis Mitte 2023. Trotzdem gibt es für jeden gesetzlich Versicherten bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags 2023 ein Sonderkündigungsrecht.

Im Zuge der Erhöhung des Zusatzbeitrags 2023 sind Krankenversicherungen von Informationspflicht befreit

Die Kassen sind bis Mitte 2023 also von der Informationspflicht befreit. Doch: Mindestens über die Webseite der Krankenkasse werden Versicherte laut Verbraucherzentrale spätestens einen Monat vor der Erhöhung des Zusatzbeitrages 2023 aufgeklärt. Dazu gehört auch der Hinweis auf das Sonderkündigungsrecht. Normalerweise unterrichten Krankenkassen ihre Mitglieder zum Jahreswechsel per Anschreiben über die Höhe des Zusatzbeitrags. Einige Kassen ändern den Beitrag aber auch im laufenden Jahr. Hier lautet also die Devise: Augen auf!

Doch nicht alle Krankenkassen werden wohl gleichermaßen von der Erhöhung des Zusatzbeitrags 2023 Gebrauch machen. Da die normalen Mitgliedsbeiträge mit dem Satz von 14,6 Prozent einheitlich sind, ist ein Sparen bei einem Krankenkassenwechsel nur über die Zusatzbeiträge möglich. Zu beachten ist dabei: Ein Wechsel der Krankenkasse ist frühestens zwölf Monate nach Eintritt in die Versicherung möglich.

Erhöhung des Zusatzbeitrag 2023: Sonderkündigungsrecht für Versicherte bei Krankenkassen

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Ein problemloser Krankenkassenwechsel kann beispielsweise bei einem Jobwechsel vollzogen werden. Oder aber eben auch, wenn der Zusatzbeitrag 2023 angehoben wird. Dann besteht für den Versicherten das sogenannte Sonderkündigungsrecht aufgrund des erhöhten Zusatzbeitrags 2023.

Im Gegensatz zum Mitgliedsbeitrag legen die Krankenkassen die Höhe des Zusatzbeitrags allerdings selber fest. Er liegt in Niedersachsen laut Verbraucherzentrale aktuell zwischen 0,69 und 1,6 Prozent. Wer eine Krankenkasse mit niedrigem Zusatzbeitrag wählt, kann also spürbar Geld sparen.

Krankenversicherungen erhöhen Zusatzbeitrag 2023: Vor Wechsel der Krankenkasse Leistungen vergleichen

Bevor man allerdings die Krankenkasse wechselt, sollten die Leistungen verglichen werden. Denn: Nicht immer lohnt sich ein Wechsel der Krankenkasse. Zwar können Arbeitnehmer mit einem Wechsel zu einer günstigeren Kasse bis zu 22 Euro (Selbstständige bis zu 44 Euro) sparen. Da dann weniger Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können, steigt die Steuerlast etwas an, sodass die tatsächliche Ersparnis geringer ist.

Hier finden Sie die aktuellen Zusatzbeiträge der Krankenkassen in Deutschland

Eine aktuelle Auflistung der jeweils gültigen Zusatzbeträge der einzelnen gesetzlichen Krankenkassen finden Sie in der Übersicht des Spitzenverbandes des Bundes der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband). Der Wechsel zu einer Krankenkasse mit einem niedrigeren Zusatzbeitrag ist die einzige Möglichkeit, um Kosten zu senken. (Quelle: Verbraucherzentrale)

Allerdings zahlen nicht alle Krankenkassen die gleichen Zusatzleistungen, wie etwa Reiseimpfungen, Osteopathie oder eine professionelle Zahnreinigung. Versicherte sollten also bei der Wahl der Krankenkasse ebenso die Notwendigkeit individuell benötigter Leistung beachten.

Zusatzbetrag 2023 wird erhöht: So funktioniert ein Wechsel der Krankenkasse

Liegen die Gründe für einen Wechsel der Krankenkasse vor, ist es relativ einfach diesen auch zu vollziehen. Dafür muss sich die zu versichernde Person lediglich bei Ihrer neuen Kasse anmelden. Das ist alles und reicht schon. Eine gesonderte Kündigung bei der alten Krankenkasse ist nicht mehr nötig.

Der neue Krankenversicherer informiert die alte Krankenversicherung über den Wechsel. Diese bestätigt dem Versicherten dann innerhalb von zwei Wochen das Ende der Mitgliedschaft. Ebenso wird der Arbeitgeber über den Wechsel informiert. So lässt sich unter Umständen die Erhöhung des Zusatzbeitrags 2023 zur Krankenversicherung umgehen.

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