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Rückruf: Moët-Champagner mit MDMA versetzt – Lebensgefahr droht

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Von: Kevin Goonewardena

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Die Verbraucherzentrale warnt vor dem Genuss bestimmter Champagner-Chargen der Marke Moët. Die Flaschen können lebensgefährliche Mengen MDMA enthalten.

Hamburg – Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt vor dem Konsum des Champagners der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“. Chargen des Edel-Tropfens könnten mit der Party-Droge MDMA versetzt sein. Diese ist in der Wahrnehmung vieler Konsumenten und Medien gleichzusetzen mit Ecstasy; da die auch als „E“ bekannten Pillen in den Anfängen den Wirkstoff MDMA enthielten. Heute weisen sie jedoch oft kein MDMA mehr auf. Von außen, so die Verbraucherzentrale, sei die Verunreinigung des Schaumweins nicht zu erkennen.

Name:Moët & Chandon
Gründungsjahr und -ort:1743 in Frankreich
Branche:Weingut
Umsatz:4,75 Milliarden US-Dollar (Stand: 2021)

MDMA im Champagner: Verbraucherzentrale warnt vor Edel-Tropfen von Moët

Bei den möglicherweise verunreinigten Chargen der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“ handelt es sich um jene mit den Nummern „LAJ7QAB6780004“ und „LAK5SAA6490005“. Wenn der Champagner mit MDMA versetzt ist, zeige sich dies nach dem Öffnen. In dem Fall sei der Inhalt rötlich verfärbt. Die Verbraucherzentrale warnt davor, aus den verunreinigten Flaschen zu trinken.

Champagner des Herstellers Moët
Die Behörden warnen eindringlich vor dem Konsum des Champagners der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“ und rufen zwei Chargen zurück. Die Flaschen könnten mit MDMA versetzt sein. (Symbolbild) © stock&people/imago

MDMA auf diese Art und Weise zu konsumieren, ist keine gute Idee: In der pfälzischen Stadt Weiden verstarb laut Medienberichten ein Restaurantbesucher, nachdem er den mit MDMA versetzten Champagner getrunken hatte. Unter anderem das Magazin Fokus berichtete bereits im März über diesen Fall. Sieben weitere Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Auch in den Niederlanden seien vier Menschen nach dem Konsum des verunreinigten Getränks behandelt worden.

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Champagner mit MDMA: Waren es Drogenschmuggler? Spuren führen bis nach Australien

Wer das MDMA dem Champagner beigemischt hat und wie die Chargen der Marke „Moët & Chandon Ice Impérial“ in Umlauf gelangen konnten, ist nicht bekannt. Keineswegs muss es sich dabei um eine gezielte Vergiftung der Konsumenten handeln. Auch über eine Erpressung des Herstellers ist nichts bekannt. Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, würden die Spuren der Ermittler in die Niederlande und Australien führen.

Dem Bundeskriminalamt lägen „keine Erkenntnisse darüber vor, dass gezielt Champagnerflaschen zum Schmuggel von flüssigem MDMA in Europa genutzt werden“, heißt es in einem Bericht des Senders. Allerdings würden organisierte Drogenhändler, so ein Sprecher des BKA, immer wieder mithilfe von „sehr unkonventionellen Methoden“ versuchen, Drogen zu schmuggeln – auch in Getränkeflaschen.

Lebensmittel-Rückrufe in jüngster Vergangenheit: Behörden durchsuchen Ferrero-Standorte

Nicht nur Verbraucherzentralen rufen immer wieder Lebensmittel oder Waren zurück, sondern auch die Märkte selbst. Im Mai musste etwa der Discounter Netto Käse zurückrufen, da wegen versehentlich enthaltenen Eies gesundheitliche Probleme drohten. Auch Rückrufe von Schokolade beziehungsweise Schokolade enthaltenden Produkten hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Wegen drohender Nieren- und Leberschäden mussten Produkte des Herstellers „myChoco“ aus den Regalen genommen werden.

Der Rückruf vieler Schokoladenprodukte des italienischen Süßwarenherstellers „Ferrero“ führte nicht nur bisher zu 260 bestätigen Salmonellen-Fällen in Deutschland, sondern auch zu Razzien der Behörde. So durchsuchten Ermittler in Belgien und Luxemburg erst in dieser Woche (08. Juni 2022) mehrere Ferrero-Standorte in den beiden Ländern.

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