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Mittagsruhe in Hamburg – Was gilt bei Baulärm, Rasenmähen und Kindern?

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Von: Jakob Koch

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In Deutschland gibt es kaum etwas, das nicht klar geregelt ist – das gilt auch für die Mittagsruhe in Hamburg. Doch dabei lohnt der Blick in die Details.

Hamburg – Endlich Ruhe! Das mag so manch ein Grundstückseigentümer oder Mieter denken, wenn die Mittagszeit anbricht. Doch was ist das? Der Nachbar mäht plötzlich seinen Rasen, Kinder schreien im Garten und Handwerker denken gar nicht daran, ihren Baulärm einzuschränken. Schreckensszenario oder ein realistisches Bild des Lebens in Hamburg und der restlichen Republik? Das mag jeder für sich selbst bewerten. Fest steht: Es gibt in vielen Fällen klare Regeln, an die sich alle halten sollten. Von Vorteil ist es, diese Regeln zu kennen – etwa: Von wann bis wann ist Mittagsruhe? Ist die Mittagsruhe gesetzlich geregelt? Und wann darf man Rasen mähen in Hamburg? 24hamburg.de gibt eine Übersicht zu den wichtigsten Fakten und Mythen rund um die Mittagsruhe in Hamburg.

StadtHamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen
Ordnungsämter:auf Bezirksebene angesiedelt

Mittagsruhe Hamburg: Wann bis wann ist Mittagsruhe? Ist die Mittagsruhe gesetzlich geregelt?

Erst einmal zum Grundsätzlichen: In Hamburg gibt es für Mieter und Eigentümer eine Hausordnung, die im sogenannten „Hamburger Mietvertrag für Wohnraum“ geregelt ist. Dort sind folgende Zeiten geregelt, in der im Interesse aller Ruhe eingehalten werden sollte:

Ruhephasen im „Hamburger Mietvertrag für Wohnraum“

- 13 bis 15 Uhr

- 22 bis 7 Uhr

- an Sonn- und Feiertagen: bis 9 Uhr

Darin inbegriffen ist auch der Betrieb etwa von Fernseher, Radio, Bluetooth-Box oder Musik-Lautsprecher. Dazu heißt es vom Mietverein zu Hamburg: Für diese Geräte sei „ausdrücklich das Prinzip der Zimmerlautstärke vorgeschrieben, und zwar rund um die Uhr! Zimmerlautstärke bedeutet, dass die Geräusche nicht in anderen Wohnungen störend vernehmbar sein dürfen.“

Gesetzliche Regelungen zur Mittagsruhe und der Vermeidung von Lärm zu bestimmten Uhrzeiten regelt in Hamburg das Hamburgisches Lärmschutzgesetz (HmbLärmSchG). Ein mögliches Bußgeld muss zahlen, wer Lärm verursacht, der „ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß“ annimmt. Geregelt ist das im Paragraf 117 Ordnungswidrigkeitengesetz (OwiG). Mögliche Strafe: Bis zu fünftausend Euro. Übrigens: Ganz andere Auswüchse von Geräuschen erzeugen Flugzeuge – und hier droht bald noch mehr Fluglärm über Hamburg: In Norderstedt will man nämlich Tatsachen schaffen.

Kind, Handwerker und Rasenmäher
Kindergeschrei, Handwerker-Lärm oder Rasenmäher – was ist bei der Mittagsruhe erlaubt? (24hamburg.de-Montage) © Shotshop / Addictive Stock / B. Leitner / Imago

Mittagsruhe Hamburg: Baulärm und Handwerker – was gilt?

Rücken Handwerker oder Bauarbeiter an, die etwa eine Mauer zerlegen oder Holz sägen, wird man sich als gestörter Nachbar leider nicht auf das Hamburgische Lärmschutzgesetz berufen können. Es enthält dazu keine Regelungen. Laut Mieterverein Hamburg wird man eine Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr in aller Regel nicht beanspruchen können. „Gerade bei Arbeiten, die sich über Tage hinziehen, kann man sich damit trösten, dass die Handwerker desto schneller fertig sind“, sagt der Mieterverein.

Streitig sei allerdings die Frage, ob auch Mittagsruhe in Hamburg auch gilt, wenn Mieter oder Eigentümer selbst handwerkliche Arbeiten durchführen. „Der Mieterverein zu Hamburg steht auf dem Standpunkt, dass die Ruhezeit einzuhalten ist, wenn Vermieter oder Mieter selbst arbeiten“, heißt es. Anders als zur Mittagsruhe ist eine nächtliche Lärmbelästigung im Hamburgischen Lärmschutzgesetz klar geregelt: So sind grundsätzlich in der Zeit von 20 bis 7 Uhr keine Arbeiten mit Werkzeugen oder Geräten erlaubt, die die Nachtruhe unbeteiligter Dritter beeinträchtigen. Lärmbelästigung rund um die Uhr ist auch im Hamburger Stadtteil Ottensen Thema. Dort wollen SPD und Linke nun dem Kopfsteinpflaster an den Kragen.

Mittagsruhe Hamburg: Ist Rasen mähen erlaubt?

Zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Hamburger mit Garten zählt zweifelsohne das Rasenmähen. Was darf man – und was nicht? Das regelt die Geräte- und Maschinenlärmverordnung: Rasenmäher fallen in den Geltungsbereich:

Bei Mietverhältnissen gilt es zu unterscheiden: „Wenn der Vermieter in der Mittagszeit selbst den Rasenmäher oder derartige Geräte in Betrieb setzt, können Sie mit der Hausordnung winken“, heißt es vom Mieterverein Hamburg. Professionelle Gärtner erbringen jedoch eine Art handwerkliche Tätigkeit – die Hausordnung greift hier also nicht.

Mittagsruhe Hamburg: Müssen Kinder leise sein?

Dass sich Kinder nicht unbedingt an die Mittagsruhe halten, dürfte in der Natur der Sache liegen. Daher wird es schwer, dagegen mit gesetzlichen Vorschriften vorzugehen – diese gibt es in diesem Fall nämlich nicht. Von der Stadt Hamburg heißt es: „Geräusche von spielenden Kindern sind als selbstverständlicher Ausdruck kindlicher Entfaltung hinzunehmen und grundsätzlich verträglich mit anderen Nutzungen, insbesondere in Wohngebieten.“ Der vermeintliche Lärm könne nun mal „generell nicht unterdrückt oder auch nur beschränkt werden“. Aber gleichzeitig heißt es auch: „Rücksichtnahme auf Nachbarn bleibt aber dennoch Bestandteil der elterlichen und pädagogischen Erziehung.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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