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Long Covid: Corona-Infektion kann das Gehirn verändern und schrumpfen

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Eine Corona-Infektion kann lange Nachwirkungen haben. Nun wird bekannt: Eine Veränderung im Gehirn kann ebenfalls ein Symptom von Long Covid sein.

Hamburg – Mehr als zwei Jahre begleitet uns das Coronavirus nun schon. Mehr als 16 Millionen Deutsche haben sich bereits mit Corona infiziert und täglich kommen tausende Neuinfektionen hinzu. Die meisten von Ihnen sind mittlerweile wieder genesen. Doch das bedeutet nicht, dass die Betroffenen auch vollkommen gesund sind. Denn: Viele Menschen leiden nach überstandener Infektion an Long Covid Symptomen. Nun haben Forscher Veränderungen im Gehirn festgestellt, die offenbar ein weiteres Symptom auslösen.

Virus:Coronavirus, SARS-CoV-2
Krankheit:Covid-19
Langzeitfolgen:Long Covid oder Post Covid Syndrom

Long Covid: „Starke Hinweise auf hirnbezogene Anomalien“ – 785 Probanden Teil der Studie

Insgesamt haben an der Studie der Universität Oxford, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, 785 Probanden im Alter zwischen 51 und 81 Jahren teilgenommen. Untersucht wurden die Studienteilnehmer mittels Computertomografie und Magnetresonanztomografie. Dabei wurden die Gehirne der Probanden jeweils zweimal gescannt. 401 Teilnehmer infizierten sich zwischen den beiden Scans mit dem Coronavirus.

Im Labor arbeitet ein Forscher am Tablet, vor ihm stehen Reagenzgläser, im Hintergrund die Abbildung eines menschlichen Gehirns. Eine Studie zu Long Covid hat ergeben, dass eine Corona-Infektion auch das Gehirn schädigen kann.
Long Covid: Laut einer neuen Studie kann Corona das Gehirn schrumpfen und verändern. © imago

Das Ergebnis: „Es gibt starke Hinweise auf hirnbezogene Anomalien bei Covid-19“, erklärten die Wissenschaftler. Ob diese Schäden langfristig bleiben oder nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden, konnten die Forscher noch nicht klären. Der zweite Scan des Gehirns wurde im Schnitt 141 Tage nach der Diagnose durchgeführt.

Long Covid: Corona-Infektion kann das Gehirn verändern und Anosmie auslösen

Schon während ihrer Coronavirus-Infektion leiden viele Menschen an Anosmie, also dem Verlust des Geruchssinns. Während dieses Symptom in den meisten Fällen nach ein paar Tagen wieder verschwindet, hält es bei anderen Betroffenen länger an. Und das könnte tatsächlich mit unserem Gehirn zu tun haben. Denn Forscher haben nun Veränderungen im Gehirn nach überstandener Covid-19-Erkrankung festgestellt.

So waren nach einiger Zeit noch Veränderungen der sogenannten grauen Substanz im Orbitallappen und dem Gyrus parahippocampalis zu erkennen. Hinzu kamen Schäden am olfaktorischen Kortex, jenem Areal, in welchem Duftreize verarbeitet werden. Wie spectrum.de berichtet, vermuten die Forscher, dass sich die virusbedingten Schäden bis ins zentrale Nervensystem ausbreiten können und so Einfluss auf unseren Geruchssinn haben können. Die genaue Ursache ist bisher nicht genau erforscht.

Das häufigsten Long Covid Symptome

Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Muskelschwäche- und -schmerzen. Hinzukommen aber auch psychische Beeinträchtigungen wie Angststörungen oder Schlafstörungen.

Nicht nur Geruchssinn beeinträchtigt: Corona lässt ganzes Gehirn schrumpfen

Doch das ist längst nicht alles, was die Forscher im Zuge der Untersuchungen zu den Folgen der Coronavirus-Infektion herausgefunden haben. Denn: Offenbar verkleinerte sich das Gehirn der mit dem Coronavirus infizierten Studienteilnehmer insgesamt – im Durchschnitt zwischen 0,2 bis zwei Prozent. Dies könne darauf zurückzuführen sein, dass der Verlust des Geruchssinns einen Mangel an Reizen auslöse, der wiederum die betroffenen Hirnregionen aus Mangel an Beschäftigung schrumpfen lässt.

Wie die Forscher mitteilten, sorgten dabei bereits milde Verläufe für diese Veränderungen am Gehirn. Die Studienteilnehmer schnitten in Kognitiven Tests nach ihrer Infektion durchschnittlich schlechter ab. Vor Wochen hatte eine Studie des Hamburger UKE ergeben, dass bereits milde Verläufe des Coronavirus Schäden an Organen wie Lunge, Herz oder Nieren auslösen können – damals konnten Hirnschäden noch nicht beobachtet werden.

Long Covid: Gedächtnisstörungen und Brain Fog keine Seltenheit

Schon frühere Untersuchungen und Beobachtungen hatten jedoch neurologische Beeinträchtigungen nach einer Corona-Infektion oder im Zuge von Long Covid nahegelegt. So leiden viele Betroffene nach ihrer Infektion an sogenanntem Brain Fog.

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Betroffene erklären, ihr Gehirn fühle sich auch nach der Genesung noch an wie in Watte gepackt. Hinzu kommen Beeinträchtigungen der Denkfähigkeit. Auch das Erinnerungsvermögen leidet bei vielen. Wie br.de weiter berichtet, treten diese Beschwerden teilweise erst nach ein bis vier Monaten auf und können sogar chronisch werden. Covid-Expertin Jördis Frommholdt erzählt im Interview im Kreiszeitung.de, dass Long Covid uns als Volkskrankheit noch lange begleiten wird*. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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