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Lindner stimmt 9-Euro-Ticket-Nachfolger zu – HVV bald wieder günstig

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Von: Robin Dittrich

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Das 9-Euro-Ticket gilt nur noch bis zum 31. August 2022. Danach wird das Fahren mit dem HVV wieder teurer. Was wir bislang über den Nachfolger wissen.

Hamburg – Bis Ende August 2022 wurden nur in Hamburg rund 3,5 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft. Ab dem 1. September 2022 wird die Nutzung des ÖPNV jedoch wieder teurer. Die Nutzer der günstigen Fahrkarte wünschen sich schon länger einen Nachfolger. Bundesfinanzminister Christian Lindner ließ sich jetzt offenbar überzeugen. Das dürfte auch Auswirkungen auf den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) haben.

Person:Christian Lindner
Beruf:Bundesfinanzminister
Partei:Freie Demokratische Partei (FPD)
Thema:9-Euro-Ticket-Nachfolger

Nachfolger im HVV: 9-Euro-Ticket voller Erfolg – das sieht auch Christian Lindner

Das 9-Euro-Ticket gilt deutschlandweit und im HVV als riesiger Erfolg. Rund 52 Millionen Tickets wurden in der Laufzeit des Angebots verkauft. „Hinzu kommen mehr als zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Tickets jeweils monatlich über den Aktionszeitraum automatisch erhalten haben“ sagte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Theoretisch hätten somit ein Viertel der Deutschen das 9-Euro-Ticket für drei Monate erworben. Der Aktionszeitraum ging auch im HVV vom 1. Juni bis 31. August 2022 – und wird nicht fortgesetzt.

Eine Fortsetzung des 9-Euro-Tickets wünschen sich in Deutschland viele Verbraucher. Um kostengünstiger von A nach B zu gelangen – und natürlich für den Umweltschutz. 1,8 Millionen Tonnen CO2 sollen laut VDV in den drei Monaten durch den Verzicht auf PKW eingespart worden sein. Zahlen, von denen sich jetzt offenbar auch Bundesfinanzminister Christian Lindner überzeugen ließ. Er lehnte einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets bis zuletzt immer wieder ab. In einem Tweet gibt er sich jetzt geläutert.

Eine Hand hält ein 9-Euro-, 29-Euro- und 49-Euro-Ticket und Christian Lindner (FDP) vor einer Hamburger Hochbahn
Christian Lindner (FDP) twittert, dass er von einem Nachfolger des 9-Euro-Tickets überzeugt ist. © Fabian Sommer/Daniel Bockwoldt/dpa/Wolfgang Maria Weber/imago/Montage

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Eindeutiger Tweet: Bundesfinanzminister Christian Lindner stimmt Nachfolger für 9-Euro-Ticket zu

In einem Tweet kündigte Bundesfinanzminister Christian Lindner an, doch offen für einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets zu sein: „Volker Wissing hat mich überzeugt: Er kann mit einem Bruchteil der Finanzmittel des 9-Euro-Tickets ein bundesweit nutzbares, digital buchbares Ticket realisieren. Jetzt sind die Länder dran. Wenn die Finanzierungsfrage klar ist, kann der Preis festgelegt werden.“ Zuletzt gab es sogar ein Gewinnspiel für das 9-Euro-Ticket. Auch werden einige 9-Euro-Ticket-Alternativen angeboten, ÖPNV-Nutzern reicht das allerdings nicht.

Nachfolger des 9-Euro-Tickets: HVV hält 49-Euro-Ticket für „umsetzbar“

Wann ein Nachfolger für das 9-Euro-Ticket wirklich realisiert werden kann, ist vollkommen offen. Auch in Hamburg ist das Ticket überaus beliebt – 3,5 Millionen Käufe wurden realisiert. Von Seiten des HVV hieß es jedoch, dass ein direkter Nachfolger nicht finanziert werden könne. Nach Christian Lindners Tweet könnte sich das ändern – doch wie teuer wird das Ticket? Zuletzt wurde häufig über die Einführung eines 49-Euro-Tickets diskutiert. Profiticket-Inhaber können bis Ende des Jahres sowieso für 9 Euro die Woche mit dem HVV fahren. Und: einem 49-Euro-Ticket steht der HVV positiv gegenüber und spricht von einer „umsetzbaren“ Lösung.

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Auf Twitter ließen sich nicht alle Nutzer von der plötzlichen Einsicht bei Christian Lindner überzeugen und stellten Forderungen: „Bei mehr als 18 Euro steigen die Leute nicht vom PKW auf den ÖPNV um“, kommentiert ein Twitter-Nutzer den Lindner-Tweet. „Eigentlich ist alles ab 60€ im Monat schon zu viel“, gab ein anderer an. „Erst alle Vorschläge ablehnen und jetzt einen zurecht kritisierten Minister als Retter in der Not darstellen, darauf fallen wir nicht rein“ spricht ein Nutzer vielen aus der Seele. Scheint, als müsse Christian Lindner weitere Überzeugungsarbeit leisten.

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