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Verbraucherzentrale warnt: Leere Eisbehälter niemals wiederverwenden

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Von: Anna Heyers

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Leere Eisbehälter und andere Einweg-Verpackungen verwenden viele gerne zum Einfrieren von Lebensmitteln. Doch das kann gefährlich werden.

Düsseldorf – Ist das Eis ausgelöffelt, wird leeren Eisbehältern häufig ein zweites Leben geschenkt. Schnell landen übrig gebliebene Eintöpfe oder Soßen in den Plastikdosen und dann geht es ab in die Gefriertruhe. Doch was so nachhaltig scheint, birgt laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ein großes Risiko. Die Verpackungen von Eiscreme, aber auch Joghurt oder Margarine, sind nur für ihr ganz spezielles Lebensmittel gedacht. Wer in den Plastikbehältern andere Lebensmittel aufbewahrt und sie in der Dose extremen Temperaturen aussetzt, bringt sich und andere in Gefahr, so die Verbraucherzentrale.

Leere Eisbehälter nicht nochmal nutzen – Verbraucherzentrale mit dringender Warnung

Aus Kunststoffverpackungen können sich laut der Verbraucherzentrale Chemikalien lösen und auf den Inhalt übergehen. „Abfüller müssen eine Konformitätserklärung vorlegen, aber nur für einen speziellen Verwendungszweck“, erklären die Verbraucherschützer. Das bedeutet, nur unter bestimmten Bedingungen kann die Lebensmittelsicherheit – und damit auch die Gesundheit – garantiert werden. Bei einem leeren Eisbehälter, der nur für fettfreie Sorbets und niemals zur Erhitzung gedacht ist, könnten sich beim Einfüllen heißer, fettiger Speisen schädliche Stoffe aus dem Plastik lösen – ein Gesundheits-Risiko!

Eis in Plastikbehältern in einem Gefrierschrank
Eisverpackungen aus Plastik sollte man nicht wiederverwenden. Beim Einfrieren oder Erhitzen könnten sich gefährliche Stoffe lösen. © imago

Einweg-Verpackungen aus Plastik sind nicht für die Weiternutzung gedacht

Auch beim Auftauen oder Aufwärmen der Speisen, zum Beispiel in der Mikrowelle, besteht die Gefahr, dass sich Chemikalien oder Weichmacher lösen und in die Lebensmittel dringen. Die Verbraucherzentrale NRW sagt hier ganz klar: „Einweg-Verpackungen sind für das spezielle Lebensmittel und den einmaligen Gebrauch gedacht.“

Auch das wiederholte Spülen der leeren Eisbehälter oder Joghurtbecher kann der Verpackung zusetzen. Besonders mit zu heißem Wasser, das im Haushalt an vielen Stellen gefährlich sein kann. Von einer dauerhaften Nutzung der Verpackungen ist also deutlich abzuraten. Das gilt ebenfalls für Lebensmittel, die abgekühlt oder kalt in Eisbehälter gefüllt werden. Denn auch, wenn bei Obst oder Kuchen das Risiko einer Chemikalien-Übertragung deutlich geringer als etwa bei einer heißen Soße ist: Ganz ausgeschlossen ist sie nie.

In welchem Behälter Eis einfrieren?

Wer häufig zu viel kocht oder Lebensmittel generell oft einfriert, sollte in Zukunft nicht mehr zu Einweg-Behältern wie Eisdosen greifen. Stattdessen gib es Mehrweg-Gefäße, die extra zum Einfrieren hergestellt werden. Wem Glas zu schwer oder umständlich scheint, setzt auf Plastik in Form von Polypropylen. Das erkennt man gut durch das aufgedruckte Zeichen „PP“, das sich oft am Boden des Behälters befindet. Für den Menschen gefährlich werden können die Kürzel „PVC“ (Polyvinylchlorid, lösbare Weichmacher) oder „PS“ (Styrol, gilt als nervenschädigend).

Leere Eispackungen zum Einfrieren verwenden: Zusatzstoffe im Plastik können sich lösen

Die meisten Kunststoffe bestehen nicht nur aus dem Kunststoff selbst, sondern beinhalten zugesetzte Zusatzstoffe wie Weichmacher. Ob sich schädliche Stoffe lösen, hängt aber nicht nur von der Art des Plastiks ab. Auch Temperaturen, die Kontaktfläche sowie die Art des Lebensmittels spielen eine Rolle.

So wird zum Beispiel zwischen fettig und fettfrei unterschieden. Einige Chemikalien haben fettlösliche Eigenschaften. Daher rät die Verbraucherzentrale, gerade ölige oder fetthaltige Speisen niemals in einen Behälter zu füllen, in dem sich vorher ein (fettfreies) Fruchtsorbet befand.  Der leere Eisbehälter ist da besser im Gelben Sack aufgehoben oder, wer ihm noch ein zweites Leben schenken möchte, als Aufbewahrungsdose für etwa Buntstifte oder Schrauben.

Ob leere Eisbehälter oder Glasdose – Lebensmittel nie heiß einfrieren

Generell gilt es, Lebensmittel niemals heiß in leere Kunststoffbehälter zu füllen. Aber auch darüber hinaus raten die Verbraucherzentralen, dass Suppen, Pürees und andere Speisen erst vollständig abgekühlt sein sollten, bevor sie in den Tiefkühler wandern. Das ermöglicht nicht nur eine bessere Haltbarkeit, auch die Energiekosten werden so gesenkt. Beim Energiesparen hilft übrigens auch eine Taschenlampe im Kühlschrank.

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