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Lauterbach wird deutlich: „Daten aus Israel sprechen gegen 4. Impfung für alle“

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Von: Kevin Goonewardena

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Bringt die 4. Impfung gegen Corona überhaupt was? Eine Studie aus Israel gibt Aufschluss. Und auch Karl Lauterbach äußert sich auf Twitter.

Hamburg – Aktuelle Daten belegen, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten ist. Die Politik reagiert darauf mit ersten Öffnungsschritten, die im sogenannten „Freedom Day“ gipfeln* – dem Tag, an dem Corona offiziell besiegt ist. Die Definition ist irreführend, wenn nicht falsch: Denn das Coronavirus wird uns nicht nur in Hamburg noch länger begleiten. Schützen müssen sich die Bundesbürger in Zukunft wohl eher eigenverantwortlich. Etwa durch eine zweite Boosterimpfung? Ergebnisse einer neuen Studie aus Israel lassen Zweifel an dem Nutzen aufkommen. Auch Karl Lauterbach äußert sich nun auf Twitter.

Offizieller Name:SARS-CoV-2
Untervariante:B.1.1.529 (Omikron)
Dominanz der Untervariante:90 % aller coronainfektionen weltweit (Januar 2021)

Studie zur 4. Impfung gegen Corona in Israel: Aufbau und Ergebnisse

Für die Studie sind laut Berichten unterschiedlicher Medien, darunter das Magazin Focus, 150 Probanden mit dem mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer und rund 120 mit dem Impfstoff von Moderna ein viertes Mal gegen das Coronavirus immunisiert worden. Der Abstand zur vorausgegangenen Drittimpfung betrug laut dem Bericht vier Monate. Beobachten konnten die Forscher und Forscherinnen einen im Vergleich zu der Drittimpfung bei Moderna um 11 Prozent bis 30 Prozent bei Biontech erhöhten Schutz vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante, die erstmals im Dezember 2021 festgestellt worden war.

Die Forscher konnten ferner feststellen, dass die Verläufe zwar meist sehr mild gewesen seien, doch die Probanden wiesen zum großen Teil eine erhöhte Viruslast auf und waren potenziell ansteckend. Die vierte Impfung hat, so sagen es die Daten aus, nur zu einer geringen Abnahme der milden, ebenso zu einer ebenfalls nur geringen Abnahme der asymptomatisch verlaufenden Omikron-Infektionen geführt, heißt es. Auch Potenzial der Betroffenen andere Menschen zu infizieren stellte sich als höher als gedacht heraus. Studienleiterin, Professor Gili Regev, gab schon, als Zwischenfazit der Studie an, sich mehr von der vierten Impfung erhofft zu haben.

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Vierte Corona-Impfung: So lautet das Fazit der Wissenschaftler – für wen die 4. Impfung wichtig ist

Die Israelis kommen zu dem Schluss, dass der Schutz durch eine vierte Coronaschutzimpfung nur kurzfristig erhöht ist. Dieser werde nicht ausgebaut, sondern der mit der Zeit abnehmende Schutz der Drittimpfung lediglich wieder hergestellt. Am ehesten würden, so die Autoren, Angehörige der gefährdeten Gruppen von einer vierten Impfung profitieren. Dazu gehören etwa ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen, die das Risiko eines schweren Corona-Verlaufs erhöhen.

Karl Lauterbach legt sich auf Twitter fest: „Daten aus Israel sprechen eher gegen 4. Impfung für alle“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) äußerte sich zu den Ergebnissen der Studie bereits auf Twitter. Über den Kurznachrichtendienst teilte er mit: „Diese Daten aus Israel sprechen eher gegen 4. Impfung für alle“*. Lauterbach teilte mit seinem Kommentar einen Tweet des Dortmunder Immunologen Prof. Dr. Carsten Watzel, der seinerseits die Forschungsergebnisse teilte und unter anderem schrieb „Wenig Nutzen zur aktuellen Zeit mit aktuellem Impfstoff!“

Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen.
Lauterbach wird deutlich: „Daten aus Israel sprechen gegen 4. Impfung für alle“. © Wolfgang Kumm/dpa

Die israelischen Forscher vertraten in der Studie die Ansicht, dass es Zeit für die Entwicklung von Impfstoffen der nächsten Generation sei, um den Impfschutz zu verbessern – statt den x-ten Booster bestehender Impfstoffe zu verabreichen. Die Frage, ob wir uns noch jahrelang boostern lassen müssen* wird schon länger diskutiert. Eine mögliche Impfpflicht für Bundesbürger sollte laut Karl Lauterbach aber ohnehin nur drei Impfungen umfassen. *24hamburg.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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