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LateBack HVV: Rückerstattung bei Verspätung – 120.000 Anträge

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Von: Kevin Goonewardena

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Der HVV macht die Nutzung von LateBack faktisch unmöglich. Diese hatte die Forderung im Verspätungsfall vereinfacht. Jetzt gilt wieder das umständliche HVV-System.

Hamburg – Von Störungen vor allem im S-Bahn Verkehr können die Nutzer und Nutzerinnen im HVV ein Lied singen. Als besonders anfällig für Betriebsstörungen wie etwa Personen im Gleisbett, Zugausfälle oder Stellwerkstörungen und ähnliches gilt bei der S-Bahn Hamburg die Linie S3 Richtung Neugraben / Stade. Doch auch auf anderen Linien im Hamburger Verkehrsverbund HVV kommt es regelmäßig zu Sperrungen, wie etwa auf der U3, der Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs, wie beispielsweise auf der U1 im März und erheblichen Störungen, gerne auch im Berufsverkehr. Und damit zu Verspätungen.

Dabei ist das Netz jetzt schon überlastet. Auch um für mehr Pünktlichkeit und eine effizientere Gestaltung zu sorgen, könnten die Linien bald ganz anders fahren. Für HVV-Nutzer hat es die App LateBack seit 2019 ein Stückchen einfacher gemacht, einen Teilbetrag ihres Ticketpreises im Verspätungsfall zurückzufordern. Dem schiebt der HVV nun einen Riegel vor.

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:mehr als 10.000 (inklusive Bus)

LateBack HVV: Rückerstattung bei Verspätung in Hamburg

Wie der S-Bahn Hamburg auf ihrer Website zu entnehmen ist, gelten im HVV Züge als pünktlich, die maximal drei Minuten später als die im Fahrplan angegebene Zeit an einer Station abfahren. Das liest sich erstmal gut; macht man sich jedoch bewusst, dass auf den Hauptlinien der S-Bahn Hamburg und den U-Bahn-Linien ein fünf Minuten-Takt in Hamburg besteht, lesen sich 3 Minuten Verspätung schon ganz anders. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat die Pünktlichkeitsquote bei der U-Bahn immerhin 98,7, bei der S-Bahn nur bei 93,9 Prozent gelegen. LateBack HVV soll helfen.

Hamburg Hauptbahnhof, Blick aus Richtung Süden
HVV: Der Hamburger Hauptbahnhof ist nach Fahrgastzahlen der größte Bahnhof Deutschlands und seit Jahren chronisch überlastet. Doch das Reisende bei Problemen Geld zurück bekommen, erschwert der Verbund jetzt. © Rüdiger Wölk/Imago

HVV: App LateBack vereinfacht Geld-zurück - Verbund macht Nutzung der App nun unmöglich

Das heißt konkret: Sechs Prozent der S-Bahn-Züge im HVV treffen später als drei Minuten an der Haltestelle ein. Welche das sind, auch das konnten die Macher der App LateBack bestimmen – anhand der Häufigkeit der eingereichten Rückerstattungsanträgen. Der HVV macht nun das Nutzen der App in Hamburg unmöglich. Dass der Verband dadurch Geld einsparen will, in dem er die Anwendung des eigenen Garantie-Versprechens unterbindet, weisen die Verantwortlichen laut der Tageszeitung Hamburger Abendblatt von sich.

HVV: 50 Prozent Teilerstattung bei 20 Minuten Verspätung - mehr als 120.000 Anträge

Fahrgäste im HVV die mit mehr als 20 Minuten Verspätung ihr Ziel erreichen, erhalten 50 Prozent ihres Ticketpreises zurück. Die Preise im HVV gelten jetzt schon als die teuersten Deutschlands. Inhabern und Inhaberinnen von HVV-Monatskarten wird der Betrag anteilig erstattet. Das, so beschreibt es das Portal nahverkehrhamburg.de, sei das zentrale Versprechen der HVV-Garantie.

Und auf eben jene beriefen sich seit 2019 mehr als 120.000 Nutzer alleine mittels der App LateBack. Denn die hatte einen entscheidenden Vorteil gegenüber des herkömmlichen Beschwerdewegs: Statt bei jedem Antrag erneut ein Formular ausfüllen zu müssen, hat es die App den Reisenden im HVV möglich gemacht nach einmaliger Eingabe ihrer persönlichen Daten diese für jeden neuen Antrag wieder abzurufen. Diese Vereinfachung und das damit verbundene Zeitersparnis dürften zum regen Gebrauch der Rückerstattungsmöglichkeit geführt haben. Doch damit macht der HVV jetzt Schluss!

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HVV: Anträge nur noch für registrierte Nutzer möglich - LateBack übt weitere Kritik

Denn künftig, so berichten es nahverkehrhamburg.de, Abendblatt und Hamburger Morgenpost übereinstimmend, erlaubt der HVV nur noch registrierten und eingeloggten Nutzern die Antragstellung im Verspätungsfall. Das habe der HVV seiner Firma mitgeteilt, gab LateBack-Geschäftsführer Michael Zierlein gegenüber dem Abendblatt an. LateBack, deren Service auch in anderen Verbänden zur Verfügung steht, könne so vermutlich in Zukunft sein Geschäftsmodell nicht mehr im HVV anbieten, so Zierlein gegenüber der Zeitung. Dafür müssten die Kunden und Kundinnen jetzt wieder jeden Antrag einzeln ausdrucken und am Schalter vorlegen. Ein Vorgehen, so Zierlein, der angesichts von den digitalen Möglichkeiten und dem steigenden Wunsch nach Nachhaltigkeit nicht mehr zeitgemäß sein kann.

HVV: Die meisten Anträge für S3 eingereicht

Wie LateBack mitteilte, seien mit weitem Abstand die meisten Anträge auf Rückerstattung im HVV für die Linie S3 (Pinneberg - Harburg - Neugraben - Stade) eingereicht worden. Nämlich 16.414 Anträgen. 4000 Anträge weniger wurden für die RB81 (Lübeck) gestellt, mit den Linien RB31 (nach Lüneburg, 11.461) und RB41 (nach Bremen, 10.076) folgen auf den Plätzen 3 und 4 zwei Linien des Anbieters Metronom, der Verbindungen des HVV in Niedersachsen bedient.

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