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So sparen auch Selbstständige bei Sozialversicherungen: Diese Sozialkasse übernimmt die Hälfte

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Selbstständige müssen ihre Versicherungen in der Regel zu 100 Prozent selbst zahlen. Eine Kasse gibt für Künstler und Publizisten aber die Hälfte dazu.

Hamburg – „Selbstständig heißt selbst und ständig.“ Den Spruch hat wohl jeder schon einmal gehört, doch ein Detail wird dabei immer vergessen: Selbstständig bedeutet meist auch „teuer“ – zumindest, wenn es um Versicherungen geht.

Einrichtung:Künstlersozialkasse
Art:Sozialkasse
Anspruch:Künstler und Publizisten
Leistung:50 Prozent zu Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung

Allein die Krankenkasse wird durch die Inflation immer teurer und im Gegensatz zu Arbeitnehmern zahlen Selbstständige ihre Versicherungen meist zu einhundert Prozent aus eigener Tasche. Ein paar Berufsgruppen können aber von einer Sozialkasse profitieren, die ihnen finanziell unter die Arme greift: die Künstlersozialkasse.

Selbstständige und Arbeitnehmer: Der finanzielle Unterschied bei Versicherungen

Wer als Arbeitnehmer angestellt ist, der bekommt einen Lohn, der nur selten schwankt, und am Ende des Jahres einen Lohnsteuerbescheid, auf dem das Einkommen, die Beiträge zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie zu Unfall- und Arbeitslosenversicherung für mögliches Arbeitslosengeld aufgeführt sind.

50 Prozent dieser fünf staatlichen Sozialversicherungen zahlt der Arbeitnehmer selbst, die Summe wird monatlich vom Bruttogehalt abgezogen. Die anderen 50 Prozent der Versicherungsbeiträge übernimmt jeden Monat der Arbeitgeber.

Künstlerin am Malen an einem Stativ und ein Stempel mit dem Wort Künstlersozialkasse
Freischaffende Künstler und Publizisten können finanziell von der Künstlersozialkasse profitieren. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/McPhoto & IMAGO Images/Cavan Images

Bei Selbstständigen und Freelancern sieht das etwas anders aus. Weil kein Arbeitgeber vorhanden ist, müssen 100 Prozent der Versicherungskosten von ihnen selbst gezahlt werden. Dabei ist es egal, ob der- oder diejenige privat versichert ist oder freiwillig in eine gesetzliche Versicherung einzahlt. Die Höhe der Beiträge werden zum Beispiel bei der Krankenkasse anhand des Einkommens des Vorjahres angesetzt. Sobald ein neuer Steuerbescheid vorliegt, werden die Beiträge für das vergangene Jahr genau berechnet und der Selbstständige muss gegebenenfalls nachzahlen.

Künstlersozialkasse: Finanzielle Hilfe für Künstler und Publizisten

Nicht alle Selbstständigen sind aber erfolgreiche Unternehmer, die die Kosten für ihre Sozialversicherungen problemlos allein tragen können. Einige Freischaffende sind zum Beispiel Geringverdiener oder Freelancer und auf Hilfe angewiesen – und das Bonusprogramm der Krankenkasse reicht da meist nicht aus.

Die Künstlersozialkasse bietet diese Hilfe für einige Berufsgruppen im künstlerischen Bereich. Die abgedeckten Berufsfelder sind Bildende Kunst/Design, Wort, Musik und darstellende Kunst. Dazu gehören etwa Maler, Zeichner, Bildhauer, Medienkünstler, Fotografen, Grafikdesigner, Game-Designer, Autoren, Journalisten, Publizisten, Lektoren, Übersetzer, Komponisten, Musiker, Dirigenten, Sänger, Musiklehrer, Schauspieler, Tänzer, Sprecher, Moderatoren, Puppenspieler, Clowns, Choreografen, Maskenbilder, Dramaturgen und noch viele mehr.

Wer einen dieser Berufe ausübt, der kann bei der Künstlersozialkasse (KSK) einen Antrag zur Aufnahme bestellen. Dieser wird per Post zugeschickt und muss mit Belegen zum Einkommen und zur Beschäftigung zurückgesendet werden. Nachfolgend prüft die KSK, ob die jeweilige Tätigkeit den Antragsteller zu einer Aufnahme in die Sozialkasse berechtigt.

Hilfe zur Versicherung: Was übernimmt die Künstlersozialkasse und wie finanziert sie sich?

Sollte dem Antrag des selbstständigen Künstlers oder Publizisten stattgegeben werden, bietet die Künstlersozialkasse fortan sozialen Schutz in einigen Versicherungen. Genauer bedeutet das, dass die KSK – ähnlich wie ein Arbeitgeber – 50 Prozent der Versicherungsbeiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung übernimmt. Die Mitgliedschaft in der ursprünglichen Krankenversicherung bleibt weiterhin bestehen – denn die KSK ist eine Sozialkasse, keine Versicherung. Die Beiträge werden nun allerdings an die KSK gezahlt, die wiederum 50 Prozent dazuzahlt und die Beiträge für die drei Versicherungen weiterleitet.

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Der Monatsbeitrag an die KSK wird anhand von Schätzungen zum Jahreseinkommen des Selbstständigen oder Freelancers berechnet. Sollte im Laufe des Jahres ersichtlich sein, dass das Jahresarbeitseinkommen geringer oder höher ausfallen wird, kann das mitgeteilt werden und die Beiträge werden dementsprechend angepasst.  

Die Künstlersozialkasse finanziert sich durch Zuschüsse des Bundes und aus einer Abgabe von Unternehmen, die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten. Dazu gehören zum Beispiel Verlage, Presseagenturen, Theater, Konzertveranstalter – auch die geplante neue Oper in Hamburg wäre abgabepflichtig – Rundfunk und Fernsehen, Galerien, Kunsthändler, Museen, Zirkusunternehmen und viele mehr.

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