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Kündigung erhalten: Was nötig ist, um rechtzeitig Arbeitslosengeld zu bekommen

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Arbeitssuchend melden, arbeitslos melden, Arbeitslosengeld beantragen. Wann sind welche Schritte zum Arbeitslosengeld dran, um rechtzeitig Geld zu erhalten?

Hamburg – Wer eine Kündigung bekommt, der steht meist nicht nur vor einem beruflichen Problem, sondern auch vor einem finanziellen. Um die Zeiten zwischen zwei Jobs zu überbrücken, gibt es vom Staat das Arbeitslosengeld, das Arbeitslose in solchen Fällen bei der Agentur für Arbeit beantragen können.

BehördeBundesagentur für Arbeit
Dachorganisation/AufsichtsbehördeBundesministerium für Arbeit und Soziales
Bedienstete101.300 Beschäftigte (2021)
BehördenleitungAndrea Nahles (Vorstandsvorsitzende)
RechtsformKörperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung
Gründung10. März 1952

Allerdings landet das Arbeitslosengeld nicht einfach automatisch nach der Kündigung auf dem Konto. Es muss beantragt werden – und zwar rechtzeitig. Wie das geht, verrät 24hamburg.de hier.

Arbeitslos melden in drei Schritten: So geht die Agentur für Arbeit vor

Wer eine Kündigung oder keine Verlängerung in einem Fristvertrag bekommt, der weiß in der Regel frühzeitig, dass sein aktuelles Arbeitsverhältnis bald enden wird. Auch in der Probezeit gibt es noch eine Kündigungsfrist von zwei Wochen, was einem genug Zeit lässt, sich um die notwendigen Schritte zu kümmern. Eilig haben es nur Arbeitnehmer, die fristlos gekündigt wurden.

In allen Fällen muss man sich zunächst bei der zuständigen Agentur arbeitssuchend melden. In diesem Schritt stellt man sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und sucht nach einem neuen Job. Im zweiten Schritt meldet man sich dann bei der Agentur als arbeitslos, um im dritten Schritt das Arbeitslosengeld zu beantragen.

Schritt 1: Arbeitssuchend melden – so geht’s

Wenn man weiß, dass die aktuelle Beschäftigung demnächst enden wird, sollte man sich bereits frühzeitig online arbeitssuchend melden oder sich telefonisch oder schriftlich mit seiner zuständigen Agentur in Verbindung setzen. Bei einer Kündigung oder einer Nicht-Verlängerung mit viel Vorlaufzeit, muss man sich spätestens drei Monate vor dem Beschäftigungsende arbeitssuchend melden, bei einer kurzfristigeren Kündigung innerhalb von drei Tagen.

Achtung: Wer selbst eine Kündigung schreibt und seinen Arbeitsvertrag beendet oder einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet, muss mit Sperrfristen von bis zu drei Monaten rechnen. Nach Möglichkeit sollte man sich also kündigen lassen.

Wer sich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend gemeldet hat, dem wird in Form von Beratungen und Stellenvorschlägen geholfen, gar nicht erst arbeitslos zu werden. Die Vermittler der Agenturen versuchen, den Betroffenen wieder in Arbeit zu vermitteln, damit eine Arbeitslosigkeit erst gar nicht eintritt oder nur von möglichst kurzer Dauer ist.

Arbeitslosmeldung mit Geldscheinen und das Logo der Agentur für Arbeit
Zum Arbeitslosengeld kommt man in drei Schritten: arbeitssuchend melden, arbeitslos melden, Geld beantragen. (24hamburg.de-Montage) © Sascha Steinach/IMAGO Images & Sebastian Gollnow/dpa

Wer das genaue Ende seiner Beschäftigung noch nicht kennt, sollte sich mit einem voraussichtlichen Ende trotzdem arbeitssuchend melden. Wenn sich das Datum ändert, kann dies über den Berater oder per Postfachnachricht mitgeteilt werden.

Schritt 2: Arbeitslos melden – so geht’s

Sollte es trotz der Vermittlungsversuche in eine neue Arbeit nicht gelingen, die Arbeitslosigkeit zu vermeiden, muss man sich bei der Arbeitsagentur im zweiten Schritt arbeitslos melden. Auch das geht mit einer Online-Arbeitslosmeldung in Kombination mit einer digitalen Ausweis-Funktion oder persönlich in der zuständigen Agentur.

Arbeitslos melden kann man sich frühestens 3 Monate vorher, spätestens aber am ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Das hat den Hintergrund, dass Arbeitslosmeldungen nicht rückdatiert werden können und Arbeitslosengeld erst ab dem Tag der Arbeitslosmeldung gezahlt wird. Auch die Sozialversicherung über die Agentur gilt erst ab diesem Tag, sofern man bereits arbeitslos ist. Wer sich frühzeitig meldet, bekommt ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit Geld, das am Monatsende für den vergangenen Monat ausgezahlt wird. Einzige Ausnahme: Wenn der erste Tag der Arbeitslosigkeit ein Wochenend- oder Feiertag ist, wird rückdatiert, sofern sich der Antragsteller direkt am folgenden Werktag arbeitslos meldet.

Schritt 3: Arbeitslosengeld beantragen – so geht’s

Sich arbeitslos zu melden, bedeutet aber nicht gleich, auch Arbeitslosengeld zu bekommen. Für den dritten Schritt, den Antrag auf Arbeitslosengeld, egal ob online oder persönlich, müssen noch einige weitere Voraussetzungen erfüllt werden.

Neben der Arbeitslosmeldung, ob online oder persönlich, gilt zum Beispiel auch eine Anwartschaftszeit. Das bedeutet, dass der Antragsteller in den 30 Monaten vor der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate versicherungspflichtig gearbeitet und somit in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben muss. Diese Beschäftigungszeit muss nicht am Stück stattgefunden haben und kann aus Arbeitszeiten bei mehreren Arbeitgebern addiert werden. Auch ein Jahr Freiwilligendienst zählt als eine solche Beschäftigung.

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Eine weitere Voraussetzung für Arbeitslosengeld ist, dass man einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen kann. Antragsteller müssen sich für mindestens 15 Stunden pro Wochen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen können – und wollen. Wichtig: Wer Arbeitslosengeld als bezahlten Urlaub ansieht und diese Absicht durchblicken lässt, dem kann das Arbeitslosengeld verwehrt werden.

Den Antrag auf Arbeitslosengeld sollte man ein paar Wochen vor Beginn der Arbeitslosigkeit abschicken. Wenn man ihn später abschickt, werden bereits vergangene Monate unter Umständen aber auch rückwirkend gezahlt, sofern man sich vorher rechtzeitig arbeitslos gemeldet hat. Wer keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, kann ab 2023 auch online das Bürgergeld beantragen.

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