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Krankschreiben am Telefon: Ärztekammer will Gelben Schein per Anruf normalisieren

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Wer nur leicht erkrankt ist, soll nicht extra zum Arzt gehen müssen. Hamburger Ärztekammer fordert weiterhin die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung.

Hamburg – Wer kennt das nicht? Man ist krank, erkältet oder hat eine 2-Tages-Grippe, die einen für kurze Zeit aus den Socken haut. Eigentlich möchte man nur im Bett bleiben und sich ordentlich auskurieren. Das geht aber nicht, weil man für eine Krankschreibung zum Arzt muss.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialbehörde)
BürgermeisterPeter Tschentscher
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Während der Corona-Pandemie konnten sich Infizierte per Telefon krankschreiben lassen, um Kontakte zu anderen Personen zu vermeiden. Das könnte bald auch für Erkrankungen, die nichts mit Covid-19 zu tun haben, möglich werden.

Telefon-Krankschreibung trotz Corona-Welle abgeschafft: Seit Juni muss man wieder zum Arzt

Bundesgesundheitsminister Karl-Lauterbach (SPD) hat wegen der Omikron-Welle auf Bundesebene die Wiedereinführung der Krankschreibung per Telefon gefordert, damit Menschen mit Corona nicht extra zum Arzt gehen müssen und dabei womöglich noch andere anstecken. „Das ist angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen ein sinnvoller und richtiger Schritt“, sagte Pedram Emami, Präsident der Hamburger Ärztekammer, am Donnerstag, 14. Juli 2022.

Momentan reicht in Hamburg laut der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung, die zuletzt am 21. Juni erneuert wurde, ein positiver Antigen-Test aus, um dem Arbeitgeber mitteilen zu können, dass man wie von der Regierung angeordnet fünf Tage in Quarantäne sein wird.

Auskurieren und Wartezimmer leeren: Ärztekammer will Telefon-AU auch für andere Erkankungen

Bis Mai konnten sich Patienten, die Erkältungssymptome hatten, aber noch bis zu sieben Tage per Telefon krankschreiben lassen. Mittlerweile müssen Kranke dafür aber wieder zu ihrem Hausarzt in die Praxis oder sich in einer Videosprechstunde bei einem Arzt vorstellen. Lauterbach möchte, dass sich das wieder ändert und der Gelbe Schein per Telefon zurückkommt.

Mann auf dem Sofa, der sich per Telefon krankmeldet, und im Kreis Krankmeldungen
Die Hamburger Ärztekammer will, dass man sich auch in Zukunft per Telefon krank schreiben lassen kann. (24hamburg.de-Montage) © Jens Büttner/DPA & IMAGO Images/Westend61

Die Hamburger Ärztekammer geht außerdem noch einen Schritt weiter und verlangt laut dpa-Informationen die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung auch für andere leichte Erkrankungen.

Wer zum Beispiel eine Erkältung oder eine kurze Magen-Darm-Episode hat, soll diese lieber ein paar Tage lang ungestört zu Hause auskurieren, anstatt dafür extra zum Arzt gehen zu müssen, die Erkrankung im Zweifel schlimmer zu machen oder sich etwa krank zur Arbeit zu schleppen, weil der Gang zum Arzt zu aufwendig erscheint.

Auch für die Praxen könnte es ein Vorteil sein, wenn das Wartezimmer nicht mehr überfüllt ist und man sich dort auf schwere und Notfälle konzentrieren könnte. „Wir sollten daher auch in Zukunft an der Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung festhalten“, so Emami.

Gelber Schein per Telefon: So funktioniert‘s

Bei einer telefonischen Krankschreibung ruft der Patient in seiner Hausarztpraxis an, schildert seine Symptome und der Hausarzt kann dann für maximal sieben Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen, die per Post zum Patienten geschickt wird. Bei fortdauernder Erkrankung ist eine einmalige Verlängerung um weitere 7 Kalendertage möglich. Diese Regelung galt bis zum 31. Mai, wurde dann aber zugunsten persönlicher Vorsprachen wieder abgeschafft.

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Ob und wann die Krankschreibung per Telefon wieder eingeführt wird, entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen. Laut Lauterbach gibt es aber bereits Gespräche über eine mögliche Wiedereinführung der Krankschreibung per Telefon.

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