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Kohlensäure wird knapp: Fritz-Kola rechnet mit Produktions-Stopp

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Von: Robin Dittrich

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Knappheit an Kohlensäure: Fritz-Kola rechnet mit Herstellungs-Stop einiger Getränke.
Knappheit an Kohlensäure: Fritz-Kola rechnet mit Herstellungs-Stopp einiger Getränke. © Marius Schwarz/Imago

Die Verfügbarkeit von CO₂ im Markt nimmt immer weiter ab. Getränkehersteller beschäftigen sich mit Notfallplänen – so auch Fritz-Kola. Hier zum Statement.

Hamburg – Fritz-Kola ist vor allem in Hamburg beliebt. Im Jahr 2003 gründeten zwei Studenten in Hamburg das Unternehmen, das vor allem bei Mitstudierenden super ankam. Jetzt könnte die Produktion jedoch stocken – die Verfügbarkeit von CO₂ nimmt immer weiter ab. Fritz-Kola bastelt sogar schon an einem Notfallplan, wie das Unternehmen gegenüber 24hamburg.de sagt.

Unternehmen:Fritz Kola
Gründung:28. Februar 2003
Sitz:Hamburg
Aktuelles Problem:CO2-Mangel

Kohlensäure wird immer knapper – Fritz-Kola ist auf alles vorbereitet

Fritz-Kola bildet seit nunmehr fast 20 Jahren eine Alternative zur Coca-Cola. Weniger süß soll sie sein, dafür aber deutlich mehr Koffein haben. Mirco Wolf Wiegert und Lorenz Hampl entwickelten Fritz-Kola, im Jahr 2003 wurde das Unternehmen dann gegründet. Heute ist Fritz-Kola längst über Hamburg hinaus gewachsen, wird in ganz Deutschland vertrieben. 13 verschiedene Sorten gibt es mittlerweile, von Kola, über Limo, bis hin zu Mischmasch. Doch der Coca-Cola-Alternative könnten bald Hindernisse in den Weg gelegt werden. Das Problem: Kohlensäure wird in der Bundesrepublik Deutschland immer knapper.

Aufgrund der Kohlensäure-Knappheit mussten sogar schon einige Brauereien geschlossen werden. Auch vor Brause-Herstellern macht der Mangel keinen Halt. Schuld ist die Reduzierung der Düngemittelproduktion im Sommer. Klingt komisch, ist aber so – CO₂ entsteht dabei als Nebenprodukt. Auf 24hamburg.de-Nachfrage sagte Winfried Rübesam, Geschäftsführer bei Fritz-Kola: „Die steigenden Energiepreise haben dazu geführt, dass der Getränkebranche die größte Quelle für die Gewinnung von reinem Kohlenstoffdioxid weggebrochen ist: Reines CO₂ entsteht als Nebeneffekt bei der Produktion von Ammoniak, das wiederum für die Herstellung von Düngemitteln benötigt wird.“

Der Ukraine-Krieg führte dazu, dass kein Gas mehr aus Russland nach Deutschland geliefert wird. Die Folge: Steigende Gaspreise und dadurch gedrosselte Produktion in Düngemittelfabriken. „Laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen sind derzeit lediglich 30 bis 40 Prozent der üblichen Liefermengen verfügbar“, wie Rübesam erzählt. Erste CO₂-Lieferanten meldeten zudem den sogenannten „Force Majeure“: Sie liefern mit Verweis auf höhere Gewalt nicht mehr die zugesagten Mengen zum vereinbarten Zeitpunkt.

Kohlensäure-Knappheit könnte Getränke-Stopp bedeuten – Fritz-Kola hat einen Notfallplan

Fritz-Kola gesteht sich frühzeitig ein, dass „die Auswirkungen für alle Getränkehersteller mit kohlensäurehaltigen Produkten spürbar sein werden.“ Die eingeschränkte CO₂-Verfügbarkeit wird zudem zu Kostensteigerungen führen, die die Erhöhung der Gas- und Strompreise so oder so schon mit sich bringt. In vielen Supermärkten wurde der Verkaufspreis von Fritz-Kola schon von 99 Cent auf 1,09 Euro für eine 330 Milliliter Flasche angehoben. Fritz-Kola sieht sich einem entscheidenden Problem ausgesetzt: Alle ihre Getränke enthalten Kohlensäure.
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„Ohne Kohlensäure können wir unsere Produkte nicht produzieren“, sagt Geschäftsführer Rübesam. Sollte das CO₂ noch knapper werden und „wir nicht ausreichend beliefert werden können, müssen wir priorisieren, welche Produkte wir in welchen Mengen herstellen.“ Auch auf erneute Nachfrage gab es keine Antwort darauf, welche Getränke priorisiert werden würden. Den Problemen sieht sich Fritz-Kola jedoch nicht erst seit heute ausgesetzt: „Wir arbeiten seit Monaten daran, uns auf jedes denkbare Szenario bestmöglich vorzubereiten.“

Auch wenn die Situation in den kommenden Monaten angespannt bleiben wird, gibt es einzelne Lichtblicke. Demnach „existieren bereits einzeln Pilotprojekte, um CO₂ aus anderen Quellen zu generieren – beispielsweise Biogas oder aus der Luft.“ Fritz-Kola-Geschäftsführer Winfried Rübesam fordert zudem Maßnahmen von der Politik: „Die Energiepreise müssen gesenkt werden. Andernfalls kann die Gewinnung von Kohlenstoffdioxid nicht aufrechterhalten werden.“

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