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Kindergeld widerrechtlich in Anspruch genommen – was Sie unbedingt wissen sollten

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Von: Robin Dittrich

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Um in Deutschland für den Nachwuchs sorgen zu können, erhalten viele Eltern Kindergeld. Doch was ist, wenn das zu Unrecht bezogen wurde? Konsequenzen drohen.

Hamburg – Um Kindern in Deutschland eine Grundsicherung zu gewährleisten, erhalten Eltern für jedes Kind ein Kindergeld. Teilweise kann es jedoch vorkommen, dass sich die Kindergeld-Ansprüche ändern. Erhalten Eltern dann ein zu hohes Kindergeld, als ihnen zusteht, drohen rechtliche Konsequenzen.

Staatliche Leistung:Kindergeld
Wer erhält es:Eltern mit Kindern
Höhe der Auszahlung pro Monat 2022:Mindestens 219 Euro
Höhe der Auszahlung pro Monat 2023:250 Euro

Zu viel erhaltenes Kindergeld: Es drohen rechtliche Konsequenzen

Das Kindergeld wurde für Familien im Jahr 2023 erhöht. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Eltern trotz gestiegener Preise für Energie und Lebensmittel für ihre Kinder sorgen können. Kindergeld wird sogar ausgezahlt, wenn die Kinder schon ein eigenes Einkommen haben – soweit sie unter einer Einkommensgrenze liegen. Doch was passiert, wenn das Kind plötzlich mehr verdient und trotzdem weiter Kindergeld ausgezahlt wird, obwohl kein Anspruch mehr besteht? Dann muss mit rechtlichen Konsequenzen gerechnet werden.

Bei zu viel erhaltenem Kindergeld drohen strafrechtliche Konsequenzen.
Bei zu viel erhaltenem Kindergeld drohen strafrechtliche Konsequenzen. © Imago (Symbolbild)

Wer Kindergeld bezieht, ohne einen Anspruch darauf zu haben, macht sich der Steuerhinterziehung gemäß Paragraf 370 der Abgabenordnung (AO) strafbar. Es muss mit hohen Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren gerechnet werden. Unabhängig ist dabei, ob der widerrechtliche Erhalt des Kindergeldes absichtlich oder unabsichtlich geschah. Um diesen rechtlichen Konsequenzen zu entgehen, kann eine Selbstanzeige schlimmeres verhindern. Laut Paragraf 371 AO wirkt eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung strafbefreiend.

Kindergeld widerrechtlich in Anspruch genommen: Per Selbstanzeige können schlimmere Strafen verhindert werden

Eine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung muss vorgenommen werden, bevor Ermittlungen gegen Sie aufgenommen werden. Die Konsequenz: Sie können für die Steuerhinterziehung nicht belangt werden. Wenn sich die Lebenssituation bei Ihrem Kind verändert haben und Sie weiterhin Kindergeld beziehen, sollten die Rahmenbedingungen von Ihnen überprüft werden. Wer dann zur Selbstanzeige greift, muss alle nötigen Unterlagen offenlegen. Die falschen Angaben müssen korrigiert werden, dabei sollten keine erneuten Fehler entstehen.

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Mit Konsequenzen muss selbst bei einer Selbstanzeige gerechnet werden: Das zu viel erhaltene Geld wird von der Kasse plus Zinsen zurückgefordert. Die Hinterziehungszinsen gemäß Paragraf 235 AO betragen in der Regel 0,5 Prozent je Monat. Ob dafür ein Anwalt benötigt wird, ist eine eigene Ermessensentscheidung. Falls zu viel Unsicherheit bezüglich der Angaben besteht, könnte sich ein Anwalt auszahlen. Die Auszahlungstermine für das erhöhte Kindergeld 2023 stehen übrigens bereits fest. Wird noch gar kein Kindergeld erhalten, kann der Antrag dafür kinderleicht online ausgefüllt werden.

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