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Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Was ist für mich günstiger?

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Das Kindergeld gibt es jeden Monat, der Kinderfreibetrag ist eine Ersparnis bei der Steuer. Das Einkommen entscheidet, was finanziell günstiger für Familien ist.

Update vom 13. Januar 2023: Schon gewusst? Kinderkrankengeld bekommen Eltern, wenn das Kind krank zu Hause ist. Es kann bis zu 100 Prozent des Nettogehalts abdecken – wie hoch das Kinderkrankengeld ist und wie die Auszahlung funktioniert.

Erstmeldung vom 9. Januar 2023: Hamburg – Das Kindergeld wird für das Jahr 2023 so stark erhöht wie noch nie. Seit Januar 2023 bekommen Eltern für jedes Kind 250 Euro im Monat, im Jahr also 3.000 Euro pro Kind. Das hilft finanziell, vor allem in Zeiten der Inflation und Energiekrise. Manche Familien profitieren aber mehr von den Kinderfreibeträgen bei der Steuererklärung. Was der Unterschied ist und wie Sie die günstigste Variante für sich finden, verrät 24hamburg.de.

Bezeichnung:Kindergeld
Art:monatliche Zahlung von 250 Euro pro Kind
Bezeichnung:Kinderfreibetrag
Art:steuerliche Entlastung von 8.952 Euro auf zu versteuerndes Einkommen

Kindergeld und Kinderfreibetrag: Was ist der Unterschied?

Das Kindergeld soll der Definition nach die grundlegende Versorgung eines Kindes von der Geburt bis mindestens zum 18. Lebensjahr – unter Umständen sogar bis zum 25. Lebensjahr – sichern. Es wird Eltern monatlich ausgezahlt und beträgt ab Januar 2023 für jedes Kind 250 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern würde 500 Euro im Monat bekommen, eine mit drei Kindern 750 Euro und so weiter.

Das Kindergeld, ebenso wie der Kinderfreibetrag, ist steuerfrei. Der Kinderfreibetrag ist allerdings nur eine fiktive Rechengröße, die nicht als monatliche Zahlung auf dem Konto eingeht. Stattdessen handelt es sich um eine Summe, die vom zu versteuernden Einkommen der Eltern abgezogen wird.

Mutter mit Kind vor einem Computer und ein Zettel mit der Aufschrift „Kindergeld“ vor Geldscheinen
Kindergeld oder Kinderfreibetrag? Das Einkommen der Eltern entscheidet, was am günstigsten ist. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Panthermedia & IMAGO Images/McPhoto

Der Kinderfreibetrag beträgt seit 2023 genau 8.952 Euro. Diese Summe setzt sich tatsächlich aus zwei Freibeträgen zusammen, nämlich dem eigentlichen Kinderfreibetrag von 6.024 Euro und dem Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf für Kinder (BEA) in Höhe von 2.928 Euro.

Kinderfreibetrag: So bekommen Familien das meiste Geld

Bei der Steuererklärung prüft das Finanzamt in einer sogenannten „Günstigerprüfung“, welche Option sich für die entsprechende Familie mehr lohnt. Die gute Nachricht: Eltern müssen dafür nichts tun, denn dieser Vorgang passiert automatisch. Allerdings muss auf jeden Fall das Kindergeld in der Steuererklärung angegeben werden.

Im Laufe des Jahres bekommen Eltern, Großeltern, Pflegeeltern oder andere Kindergeldberechtigte – auch Kinder, die direkt Kindergeld bekommen – jeden Monat eine Auszahlung des Kindergeldes. Bei der Steuer wird dann geprüft, wie viel Kindergeld insgesamt eingegangen ist. Gleichzeitig prüft das Finanzamt, um wie viel sich die zu zahlende Steuer verringern würde, wenn der Kinderfreibetrag auf das zu versteuernde Einkommen angerechnet werden würde. Sollte die Ersparnis höher sein als die Summe an Kindergeld, die die Eltern erhalten haben, wird für diese Familie der Kinderfreibetrag angewendet.

Damit Eltern nicht doppelt profitieren, wird das bereits ausgezahlte Kindergeld dann aber zu dem zu versteuernden Einkommen addiert. Kindergeldempfänger bekommen demnach wie üblich monatlich Kindergeld und merken den Vorteil des Kinderfreibetrags, sofern dieser bei ihnen die günstigere Variante ist, bei der nächsten Steuererklärung.

Wann gibt es den Kinderfreibetrag? Eltern müssen höheres Einkommen haben

Damit der Kinderfreibetrag angewendet wird, müssen Eltern allerdings ein etwas höheres Einkommen haben, da sich die Steuerersparnis im Vergleich zum gezahlten Kindergeld sonst nicht lohnt. Eltern mit niedrigerem Einkommen können unter Umständen den Kinderzuschlag bekommen.

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Ein Beispiel: Für das Jahr 2022 muss ein Ehepaar mit einem Kind 50.000 Euro an Einkommen versteuern, was eine Steuerlast von 6.985 Euro ergibt. Das Finanzamt prüft dann, wie hoch die Steuerabgabe nach Abzug des Kinderfreibetrages von 8.548 Euro (2022) wäre. Dann ergäbe sich ein zu versteuerndes Einkommen von 41.452 Euro und eine zu zahlende Steuer von 4.658 Euro. Da diese Eltern für ihr Kind im Jahr 2022 aber bereits 2.628 Euro bekommen haben und die steuerliche Ersparnis bei der Berücksichtigung des Kinderfreibetrages nur 2.328 Euro betragen würde, wird bei dieser Familie das Kindergeld steuerfrei bleiben und es werden keine Freibeträge angerechnet.

Der Kinderfreibetrag rechnet sich also erst ab einer gewissen Einkommenshöhe. Als Faustregel gilt, dass er bei Paaren, die gemeinsam etwa 65.000 Euro im Jahr verdienen – oder bei Alleinerziehenden mit einem Jahreseinkommen von 35.000 Euro – zum Einsatz kommt.

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