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Mehrwertsteuer-Rechner: Was Sie bei Obst, Gemüse und Milch sparen könnten

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Von: Jakob Koch

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Angesichts der explodierenden Lebensmittelpreise ist Bundesagrarminister Cem Özdemir für eine Mehrwertsteuer-Senkung für Obst, Gemüse und Milch. Dadurch könnten Verbraucher viel Geld sparen.

Berlin/Hamburg – Kommt der Steuer-Rabatt auf Lebensmittel des täglichen Bedarfs in Deutschland? Die Diskussion ist im vollen Gange. Sozial- und Verbraucherverbände hatten die Ampel-Regierung aufgefordert, neu eingeführte EU-Regeln umzusetzen – und Obst und Gemüse, komplett von der Steuer zu befreien. Mittlerweile gibt es einen prominenten Unterstützer: Auch Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) will Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse abschaffen, berichtet BuzzFeed.de. Özdemir will gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Wenn wir Obst und Gemüse billiger machen, entlasten wir die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur vergleichsweise kostengünstig, sondern fördern dazu auch noch eine gesunde Ernährung durch die gewonnene Lenkungswirkung“, sagte Özdemir kürzlich.

Seitdem hagelt es Kritik. Doch viele Verbraucher sehen sich die Entlastung des eigenen Portemonnaies herbei, bei vielen ist das Geld knapp – insbesondere bei Beziehern von Hartz IV, die 2022 auf bestimmte Auszahlungstermine warten. Durch die hohe Inflationsrate kämen immer mehr Menschen an ihre finanziellen Grenzen, sagte auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele.

Steuer:Mehrwertsteuer
Einführung in der Bundesrepublik Deutschland:1. Januar 1968
Normaler Steuersatz:19 Prozent
Ermäßigte Steuersatz:7 Prozent

Geld sparen im Supermarkt: Keine Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Milch

Für Verbraucher ist das Leben in Deutschland seit Beginn des Ukraine-Kriegs sprunghaft verteuert. Energie und auch Lebensmittel werden zusehends teurer: Im Monat März kosteten Nahrungsmittel gut sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Insbesondere Speisefette und Speiseöle (plus 17,2 Prozent) sowie frisches Gemüse (plus 14,8 Prozent) stiegen stark an. Kommt die Aussetzung der Steuer, kann man im Supermarkt viel Geld sparen. Schon jetzt gibt es einige praktische Tipps zum Geld sparen, die man beim Einkauf berücksichtigen kann.

Minister Özdemir hat mächtige Fürsprecher für seine Forderung, keine Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Milch zu erheben. Neben dem Sozialverband VdK ist auch die Verbraucherzentrale Bundesverband auf eine völlige Abschaffung der Mehrwertsteuer speziell bei Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten aus. Bei der Mehrwertsteuer liegt der Regelsatz bei 19 Prozent. Der reduzierte Satz von 7 Prozent subventioniert Produkte, die dem Gemeinwohl dienen – wie eben auch Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Obst, Gemüse und Backwaren.

24hamburg.de hat Beispielrechnungen aufgestellt, wie sich der Rabatt der Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Milch auswirken könnte:

ProduktPreis mit Mehrwertsteuer (Durchschnitt)Preis ohne Mehrwertsteuer (Durchschnitt)
Bananen (pro Kg)1,99 Euro1,85 Euro
Äpfel (pro Kg)1,39 Euro1,29 Euro
Gurke (pro Stück)0,49 Euro0,46 Euro
Kartoffeln (pro Kg)2,49 Euro2,32 Euro
Milch (pro Liter)1,09 Euro1,01 Euro

FDP und SPD gegen die Möglichkeit, keine Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Milch zu erheben

Obwohl Verbraucher viel Geld sparen können, gibt es Gegenwind für den Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Milch wegzulassen. FDP-Fraktionschef Christian Dürr sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass so eine Steuersenkung keine Maßnahme sei, die gezielt Menschen mit geringen Einkommen entlaste. Er betont: „Auch der reduzierte Mehrwertsteuersatz während der Pandemie hat sich in den Geldbeuteln kaum bemerkbar gemacht“, sagte Dürr gegenüber der NOZ. Michael Schrodi, finanzpolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, sagte der Deutschen Presse-Agentur: Mit den beiden Paketen seien bereits milliardenschwere Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht worden. Unter anderem ist ein Kinderbonus geplant: Wann die 100 Euro aus dem Entlastungspaket kommen könnten, weiß kreiszeitung.de.

Frau am Obstregal in einem Supermarkt
Im Supermarkt sind die vergangenen Woche viele Produkte wie Obst und Gemüse teurer geworden. © Frank Hoermann/Imago

Bei den Linken ist die Lage erwartungsgemäß anders: Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem Tagesspiegel: „Die temporäre Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ist eine Maßnahme, die schnell wirken würde, so etwas braucht es jetzt.“ Bartsch betonte aber auch: „Wir brauchen allerdings ein ganzes Bündel an weiteren Maßnahmen.“

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