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Kein Booster, kein Gehalt! Millionen Menschen droht Lohnausfall in Quarantäne

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Jetzt könnte es auch für doppelt Geimpfte ganz hart kommen. Denn Menschen ohne Booster droht nun Lohnausfall in Quarantäne.

Hamburg – Die Omikron-Welle überrollt Deutschland. Inzwischen gibt es täglich mehr als 100.000 Neuinfektionen in Deutschland. Im ehemaligen Vorzeige-Bundesland Hamburg erreicht die Inzidenz sogar fast täglich neue Rekordwerte und liegt mittlerweile bei fast 1500. Auch deshalb empfiehlt die Stiko eine Booster-Impfung inzwischen schon ab 3 Monaten nach der zweiten Impfung. Und das sollten sich doppelte Geimpfte gut merken, denn ihnen könnte ohne Booster bald Lohnausfall während der Quarantäne drohen.

Land:Deutschland
Inzidenz (19. Januar)638,8\t
Neuinfektionen (19. Januar)133.536
Gesamte Fälle:8.320.386

Ohne Booster: Kein Lohn während der Quarantäne – das droht doppelt Geimpften

Wer nicht frisch (ein zweites Mal) geimpft oder geboostert ist, dem droht im Kontaktfall mit einem Corona-Infizierten eine Quarantäne. Wie die BILD berichtet, droht Menschen mit lediglich doppeltem Impfschutz nun während eben dieser Quarantäne ein Lohnausfall. Dies war bisher nur bei ungeimpften Arbeitnehmern der Fall.

Ein leeres Portmonee und ein durchgestrichener Impfpass mit Booster-Impfung.
Millionen Menschen droht Lohnausfall während der Quarantäne. (24hamburg.de-Montage) © Lobeca/imago & Fotostand/imago

Grund dafür ist das Gesetz. Denn dort steht, dass der Arbeitnehmer kein Anspruch auf Lohnfortzahlung während der Quarantäne hat, wenn diese mit einer empfohlenen Impfung hätte verhindert werden können. Die Stiko empfiehlt den Booster inzwischen ab 3 Monaten nach der zweiten Impfung für alle ab 12 Jahren. Wer sich dann nicht die Auffrischungsimpfung abholt, muss mit Lohnausfall rechnen. Das bestätigt laut BILD ein Kurzgutachten des Bundestags-Juristen.

Impfpflicht durch die Hintertür? Lohnausfall für doppelt Geimpfte wird diskutiert

Wie die BILD berichtet, hat die Bundesregierung dazu bisher nichts Konkretes beschlossen oder festgelegt. Allerdings werde die Möglichkeit laut des Berichts zumindest in Betracht gezogen. Das ruft natürlich auch zahlreiche Kritiker auf den Plan. Sollte eine solche Maßnahme tatsächlich in Betracht gezogen werden, müsse zunächst sichergestellt werden, dass sich jeder boostern könne, so der Tenor.

Klar ist, eine solche Maßnahme würde Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die sich derzeit aus welchen Gründen auch immer nicht boostern lassen möchten, in Bredouille bringen. Für den Parlamentarischen Geschäftsführer von CDU/CSU, Thorsten Frei, offenbar kein Problem. „Um die Solidargemeinschaft nicht unnötig zu belasten, sollte der Arbeitnehmer einen möglichst hohen eigenen Schutz anstreben. Wer auf diesen Schutz ausdrücklich verzichtet, sollte auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen“, sagte er der BILD.

20 Millionen Menschen in Deutschland noch ohne Drittimpfung

Laut RKI waren am 19. Januar 2022 60,8 Millionen Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft, das heißt sie haben zwei Impfdosen gegen Corona erhalten. Erst 40,7 Millionen, also rund 20 Millionen Menschen weniger, haben bereits einen Booster erhalten. Seit neustem gelten auch Menschen, die eine Erstimpfung mit Johnson & Johnson (nur eine Impfdosis) erhalten haben, erst nach einer weiteren Impfdosis mit einem mRNA-Impfstoff als vollständig geimpft. Für den Booster-Status brauchen auch Johnson & Johnson-Geimpfte eine Drittimpfung.

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Die Maßnahme würde laut Gesetz jedoch erst dann gelten, wenn eine Drittimpfung für die Menschen nach der Empfehlung der Stiko möglich ist. Wer eine Erstimpfung mit Johnson & Johnson erhalten hat und dementsprechend vielleicht erst in ein paar Monaten eine Drittimpfung durchführen lassen kann, wäre demnach nicht von der Maßnahme betroffen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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