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Kaputt gespart: Tausende gefährden gerade ihre Fernseher

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In der Energiekrise will man sparen, wo es geht. Wer dafür den Fernseher vom Stromnetz abzieht, riskiert aber hohe Kosten – für einen neuen Fernseher.

Hamburg – Das Thema „Energie sparen“ war wohl noch nie so akut wichtig wie in der aktuellen Energiekrise. Seitdem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine im Gang ist, leidet auch der Rest von Europa an den Auswirkungen des Krieges – unter anderem in Form von Energiemangel für Heizöl, Strom und Benzin.

Verfügbarkeit Flachbildfernseher in Deutschland:91 Prozent der Haushalte (2021, Statistisches Bundesamt)
Anzahl von Fernsehern in Deutschen Haushalten:Im Schnitt 1,57 Fernseher
Verfügbarkeit Satelliten- und Kabelanschlüsse:45 Prozent der Haushalte
Nutzung von Internet-TV:19 Prozent der Haushalte

Zwar gibt es die Energiepauschale, trotzdem will man darüber hinaus sparen. Gerade die Frage nach dem Stromsparen wollen deshalb viele Verbraucher beantwortet wissen und begeben sich ins Internet, um die besten Strom-Spar-Tipps zu finden. Einige davon sind allerdings auf den zweiten Blick gar nicht so hilfreich und dazu gehört das Abschalten des Fernsehers. Im Zweifel können Sie Ihren TV nämlich auch kaputt sparen.

Fernseher als Energiefresser: Auch im Stand-by verbrauchen die Geräte Strom

Es stimmt, dass Fernseher zu den absoluten Energiefressern gehören. Besonders die modernen Technologien von LED-, OLED-, LCD- und Plasma-Fernsehern verbrauchen viel Strom und geben einen Ausschlag auf Ihrer Stromabrechnung. Da liegt das Bedürfnis nahe, das Gerät, wenn es nicht verwendet wird, einfach vom Strom abzuziehen.

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, Geräte auszustöpseln, die gerade nicht verwendet werden. Denn auch bei Nichtverwendung zieht ein Stecker in der Steckdose immer ein wenig Strom vom Netz. Allerdings ist es meist aufwendiger, Fernseher vom Netzteil zu trennen als zum Beispiel einen energiefressenden Laptop – aus gutem Grund.

Nicht ausstöpseln: Fernseher arbeitet auch im ausgeschalteten Modus

Fernseher sind zwar Energiefresser, sollten aber trotzdem immer an ihren vorgesehenen Kabeln hängen bleiben. Der Grund ist, dass das Gerät sonst schneller kaputtgeht. Gerade die empfindliche Technologie der OLED-Fernseher verträgt das ständige Abziehen vom Stromnetz zum Beispiel gar nicht gut.

Ein Paar vor dem Fernseher und ein Stecker, der aus der Steckdose gezogen wird.
Den Fernseher nach dem Verwenden einfach vom Strom abzustöpseln, kann Ihren Bildschirm zerstören. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Panthermedia & IMAGO Images/agefotostock

Dahinter steckt eine einfache Technik: Wenn der TV länger in Betrieb war, führt er im Hintergrund immer wieder sogenannte Auffrischungsprogramme durch, die den Einbrenneffekt verhindern sollen, bei dem sich ein Bild auf dem Bildschirm einbrennt und im Hintergrund vage zu sehen bleibt, auch wenn Sie schon längst eine ganz andere Serie schauen.

Diese Pflegeprogramme führt der Fernseher meistens aus, wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Sollten Sie in dieser Zeit das Gerät aber ganz vom Stromnetz trennen, kann das Programm nicht durchgeführt werden. Das Ergebnis: Sie riskieren einen dauerhaften Einbrenneffekt auf Ihrem Bildschirm.

Fernseher vom Strom nehmen: Lohnt sich das überhaupt?

Laut Testungen des Technik-Giganten Chip brauchen OLED-Fernseher immer etwa 15 Minuten nach dem Ausschalten, um das Programm durchzuführen und verbrauchen in dieser Zeit bis zu 47 Watt. Wenn man den Fernseher wirklich vom Strom trennen will, sollte man nach dem Ausschalten also zumindest eine Weile warten, bis das Pflegeprogramm durchgelaufen ist.

Aber lohnt sich das Ausstöpseln des Fernsehers überhaupt? Der durchschnittliche Fernseher verfügt über eine Leistung von 100 Watt, heißt es vom Energieversorger EnBW. Auf dem EU-Energielabel des Fernsehers wird die Leistung in Watt angegeben, was der Energieverbrauch pro Stunde Aktivität ist. LED-Fernseher verbrauchen in Betrieb etwa 70 Watt pro Stunde, LCD-Fernseher 100 Watt, OLED-Fernseher 150 Watt und Plasma-Fernseher 175 Watt die Stunde.

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Ein OLED-Fernseher, der jeden Tag im Jahr etwa 3 Stunden angeschaltet ist, hat also einen Verbrauch von etwa 164 Kilowattstunden im Jahr. Bei einem hohen Energiepreis von 60 Cent pro kWh liegt der Strompreis für den Fernseher also bei knapp 100 Euro im Jahr.

Chip testete den Philips 55OLED935-TV. Bei ständiger Verbindung zum Stromnetz, im Stand-By-Modus und ausgestöpselt ergab sich lediglich ein Unterschied von 10 Euro, die man über das Jahr sparen könnte. Der Technik-Riese empfiehlt also, denn TV entweder am Kabel zu lassen oder zumindest eine Stunde zu warten, bis die Pflegeprogramme durchgelaufen sind, um den Fernseher vom Strom zu nehmen.

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