1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Hausmittel gegen Mückenstiche: Helfen Zitronen oder Zwiebeln?

Erstellt:

Kommentare

Welche Hausmittel wirken gegen Juckreiz und Schwellungen bei Mückenstichen? Außerdem: An diesen Mücken-Mythen ist gar nichts dran.

Hamburg – Jeder kennt’s, jeden juckt’s – Mückenstiche im Sommer sind eine Plage, von der wohl niemand verschont bleibt. Wenn man dann auch noch am Samstagabend nicht die gängigen Cremes parat und die Apotheke bereits geschlossen hat, muss man aber nicht das ganze Wochenende unter den nervigen Stichen leiden.

Auch mit einigen alten Hausmitteln kann man sich bei Mückenstichen im heißen Sommer in Hamburg Abhilfe schaffen. Was hilft, was man lassen sollte und welche langläufigen Mythen über Mücken und ihr Stechverhalten tatsächlich wahr sind.

Tier:Mücke
Klasse:Insekten
Wissenschaftlicher Name:Nematocera
Unterordnung:Umfasst etwa 45 Familien
Weitere Arten:Stechmücke, Kriebelmücke, Gnitzen, Schnake oder auch Haarmücke

Mückenstiche Hausmittel: Was wirklich hilft – Kälte und Wärme

Die erste Maßnahme, die viele Menschen beim Entdecken eines der nervigen Insektenstiche ergreifen, ist das Kühlen. Mit einem Eiswürfel oder einer gelhaltigen Kühlkompresse ist das ganz einfach. Wegen der Kälte schüttet das Immunsystem weniger Histamin aus, was normalerweise zur Erweiterung der Blutgefäße führt. Durch die Kälte verengen sich diese aber, was für weniger Jucken sorgt. Außerdem sorgt das Kühlen dafür, dass sich der Juckreiz langsamer ausbreitet.

Mücke auf Haut und daneben im Kreis ein Bild von Zwiebeln
Hausmittel gegen Mückenstiche? Diese Tricks helfen wirklich und diese Mythen sind Quatsch. (24hamburg.de-Montage) © Patrick Pleul/DPA & blickwinkel/Imago Images

Ein alter Hausfrauen-Trick, den man allerdings noch vor dem Kühlen anwenden sollte: Wärme. Mit einem kleinen Wärmekissen oder ähnlichem sollte der Stich kurzzeitig gewärmt werden. Die Hitze zerstört die Proteine im Speichel der Mücke und sorgt dafür, dass sich der Stich nicht entzündet. Danach wird gekühlt, allerdings nie direkt auf der Haut. Wickeln Sie Kühlakku oder Eiswürfel immer in ein Handtuch, um Gefrierbrand auf der Haut zu vermeiden.

Hausmittel bei Mückenstichen: Was tun, wenn die Apotheke geschlossen hat?

Wenn Sie sich nun an einem Wochenende von Mücken zerstochen vorfinden und keine Apotheke mehr geöffnet hat, dann können Sie zu alten Hausmitteln wie Zwiebeln, Zitronen oder Apfelessig greifen. Lesen Sie auch: Das sind die größten Mücken-Hotspots in Hamburg.

Eine halbierte Zwiebel, die auf den Stich gelegt wird, hemmt den Juckreiz und wirkt antibakteriell, weil der Zwiebelsaft einerseits kühlt und andererseits die Stelle desinfiziert. Eine ähnliche Wirkung hat die Zitrone, die den Stich ebenfalls kühlt und entzündungshemmend wirkt. Einfach eine Scheibe auf den Mückenstich legen und ruhen lassen.

Gegen Juckreiz soll außerdem Apfelessig helfen. Nach dem Einstich sollten Sie die betroffene Stelle so schnell wie möglich mit Apfelessig betupfen oder einreiben. Die Flüssigkeit wirkt ebenfalls desinfizierend und kühlend.

Mückenstich behandeln: So pflegen Sie die angeschwollene Stiche

Wenn das Wochenende mit Hausmitteln überbrückt ist, der Stich aber immer noch juckt, dann sollten Sie doch einen Gang zur Apotheke erwägen. Ein Mücken-Gel wie zum Beispiel Fenistil, bei besonders schlimmen Stichen auch mit Kortison erhältlich, kann Abhilfe schaffen, ebenso wie ein Antihistaminikum gegen den Juckreiz und Schwellungen.

Sollte sich der Stich allerdings entzünden, wird von der Verwendung von Hausmitteln abgeraten, weil Lebensmittel wie Essig oder Zitronen die Haut dann zusätzlich reizen können. Bei starken Beschwerden empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Generell gilt die allgemeinbekannte Wahrheit: Nicht kratzen! Durch das Aufkratzen von Mückenstichen können Bakterien in den Körper gelangen, die dafür sorgen, dass sich der Stich entzündet.  

Mückenstiche: Werden Mücken wirklich von Licht oder „süßem Blut“ angezogen?

Einige Hausmittel, von denen die breite Masse ausgeht, dass sie ebenfalls helfen, sind allerdings totale Mythen. Dass Bier zur Abschreckung gegen Mücken hilft, ist zum Beispiel ein Irrglaube. Tatsächlich zieht der Geruch die Tiere eher an. Das gleiche gilt für Knoblauch, auch das Lauch-Gewächs schreckt Mücken nicht ab.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Ein weiterer Mythos zum Thema Mücken ist Licht. Die Insekten werden nicht wie landläufig geglaubt von Licht angezogen – dafür sehen sie viel zu schlecht, – sondern ebenso wie von heller Kleidung eher von hellem Licht abgeschreckt. Angezogen werden sie vom Geruch eines Menschen. Allerdings geht es dabei nicht um „süßes Blut“, sondern eher um „fettes“. Menschen mit einem hohen Cholesterinspiegel werden häufiger gestochen, ebenso wie Menschen mit der Blutgruppe 0, die die Insekten über ein chemisches Signal auf der Haut erkennen und laut Studien scheinbar schmackhafter finden. Auch der Geruch von Schweiß kann Mücken anziehen. Lesen Sie auch: So schützen Sie sich am besten gegen Wespen.

Dass Frauen häufiger gestochen werden als Männer, ist ebenfalls ein Irrglaube. Da Frauen allerdings meist eine dünnere Haut haben, bemerken sie die Stiche lediglich schneller. Eine Ausnahme sind Schwangere, die tatsächlich häufiger gestochen werden, weil sie eine höhere Körpertemperatur haben, was Mücken anzieht.

Auch interessant

Kommentare