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Eier im Supermarkt knapp: „So eine angespannte Lage gab es noch nie“

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Von: Steffen Maas

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Jetzt werden auch die Eier im Supermarkt zum knappen Gut. Aufgrund von zu stark gestiegenen Kosten ist die Anzahl der Legehennen deutlich gesunken.

Berlin/Hamburg – Gehen im Supermarkt bald die Eier aus? Denn der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) schlägt mächtig Alarm: Gesetzlichen Hürden, Inflation, Kurzarbeit und Vogelgrippe würden die Branche in die Knie zwingen und hätten dramatische Folgen. Die Versorgung des deutschen Lebensmitteleinzelhandels und der Verbraucher sei nämlich nicht mehr gewährleistet, die Regale der Supermärkte könnten zu Weihnachten leer bleiben. Eine angespannte Situation – die sich noch bis Ostern 2023 fortsetzen könnte, befürchtet die Branche.

Verein:Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V.
Art:Interessensvertretung
Mitglieder:8.000
Sitz:Berlin

„Die Eier sind alle!“ – Warum gibt es keine Eier mehr im Supermarkt?

Denn es fehlen die Legehennen: Betriebe lassen die Ställe zum Teil leer, weil die Kosten zu hoch geworden sind. Dazu trägt zum einen die Inflation mit „drastisch gestiegenen Warenbeschaffungskosten“ bei, wie der ZDG in einer Pressemitteilung berichtet. Hinzu kämen laut dem Branchenmagazin Lebensmittelzeitung noch die enormen Kosten für das Geschlechtsbestimmungsverfahren, das durch das neue gesetzliche Tötungs-Verbot männlicher Küken mehr oder weniger Pflicht geworden ist. Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Eiern im Supermarkt.

Die Probleme, die die Mitglieder des ZDG bereits seit längerer Zeit anprangern, führen jetzt zu leeren Ställen: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der in Deutschland geschlüpften Küken laut Lebensmittelzeitung um mehr als ein Viertel, von 40,5 Millionen auf 29,4 Millionen Tiere. Henner Schönecke, Vorsitzender des „Bundesverband Ei“, sagt deshalb kurz und knapp: „Die Eier sind alle!“

Eier Produktion Supermarkt leere Regale Inflation
Wer Eier sucht, könnte bald nur noch leere Regale im Supermarkt vorfinden: Weil die Haltung von Legehennen so teuer geworden ist, droht eine Versorgungsnot. (24hamburg.de-Montage) © Robert Michael/Julian Stratenschulte/dpa

Eier im Supermarkt knapp: „So eine angespannte Lage hat es noch nicht gegeben“

Zu den systemischen Herausforderungen, vor denen der Bundesverband Ei als Sammelpunkt für die gesamte Erzeugungskette von Eiern schon seit geraumer Zeit warnt, kommt mit der Inflation nicht nur eine weitere aktuelle Krise. Denn auch die Vogelgrippe schlägt jetzt durch die wandernden Vögel nochmal härter ins Kontor. Das ist eine Belastung für heimischen Tiere, sorgt aber auch für noch mehr Konkurrenz auf dem Markt, weil etwa die Vereinigten Staaten ebenfalls betroffen sind und Ersatz einkaufen.

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„Eine dermaßen angespannte Lage beim Grundnahrungsmittel Ei“ habe es laut der Deutschen Geflügelwirtschaft „noch nicht gegeben“ – und das genau zu Weihnachten, wo in den Küchen die vielen saisonalen Köstlichkeiten zubereitet werden wollen und entsprechend die Nachfrage im Supermarkt. Henner Schönecke fordert deswegen dringend die Kooperation von Händlern: „In dieser besonderen Situation muss dem Handel klar sein, dass die Einhaltung vertraglich vereinbarter Mengen nicht mehr leistbar ist. Wir brauchen ein Entgegenkommen bei der Vertragsgestaltung.“

Eier-Versorgung für Ostern 2023 in Gefahr: „Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir ist gefordert“

Und auch die Politik sieht er zum Handeln gezwungen: „Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir ist gefordert, mit einem finanzmittelstarken Soforthilfeprogramm die Verluste auszugleichen und damit seinen Beitrag zu leisten, die heimische Erzeugung von Eiern abzusichern.“ Geschieht das nicht, ist vielleicht sogar das Eier-Fest Ostern im kommenden Jahr in Gefahr. Wer bei dieser Unsicherheit lieber auf Schokoladen-Eier umsteigen und lustige Figuren sammeln will, der sollte sich diese Tricks für den Ü-Ei-Einkauf durchlesen.

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