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Impfpflicht in Hamburg: Ab 16. März gelten sogar Betretungsverbote

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Die Impfpflicht im Gesundheitswesen kommt. Ungeimpfte müssen mit Betretungsverboten rechnen. Entschieden wird im Einzelfall.

Hamburg – Die Impfpflicht ist seit der Zulassung des Corona-Impfstoffs ein heikles Thema. Impfgegner und Skeptiker haben ihre Meinungen dazu, Ärzte stehen hinter der Impfung, Unternehmen machen sich Sorgen um die Umsetzbarkeit.

Vollständig Geimpfte in Hamburg1.530.979 (Stand 09.03.2022)
Mindestens einmal Geimpfte1.535.697 (Stand 09.03.2022)
Bestätigte Corona-Fälle seit beginn der Pandemie in Hamburg371.084 (Stand 10.03.2022)
Corona-Patienten im Krankenhaus353 (Stand 09.03.2022)
Sieben-Tage-Inzidenz790,8 (Stand 10.03.2022)

Fakt ist: In Hamburg wird es ab dem 16. März eine Impfflicht für eine bestimmte Berufsgruppe geben. Ab diesem Zeitpunkt müssen Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen, die ungeimpft sind, sogar mit einem Betretungsverbot rechnen.

Arbeitsbedingung: Welche Einrichtungen sind von der Impfpflicht betroffen und wer darf arbeiten?

Generell sei gesagt, dass die Impfpflicht niemanden zur Impfung zwingt. Sie ist ab Mittwoch, 16. März, in der Hansestadt lediglich eine Auflage für die Ausübung spezieller Berufe. Wer in ambulanten oder (teil-) stationären Einrichtungen, Unternehmen des Gesundheitswesens sowie im Bereich der Betreuung, Pflege und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen arbeitet, muss gegen Corona geimpft oder genesen sein, um seinen Job weiterhin ausüben zu dürfen.

Wer ungeimpft ist, muss ab diesem Zeitpunkt vom Arbeitgeber dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Dieses wird dann von Fall zu Fall entscheiden, ob der betreffende Angestellte weiter arbeiten darf oder im Extremfall sogar ein Betretungsverbot für seinen Arbeitsplatz bekommt.

Impfbuch mit drei Corona-Impfungen neben einem alten Herrn und einer Pflegerin
Ungeimpfte können im Zweifel nicht mehr ihrem Beruf als Pfleger nachgehen. (24hamburg.de-Montage) © Bihlmayer/imago

Wer arbeiten darf oder nicht hängt damit zusammen, ob die Einrichtung genug geimpftes Personal zur Verfügung hat, ob die Personen im direkten Patientenkontakt arbeiten und wie die Impfquote der Einrichtung ist. Sozialsenatorin Melanie Leonhard gab in einer Erklärung am Dienstag, 8. März, das Beispiel: „Hat ein Krankenhausbetreiber eine Impfquote von 96 Prozent und er hat 40 Beschäftigte, die ungeimpft sind und kann für 20 nachweisen, dass er sie weit weg vom Bett einsetzt, dann kann für die anderen 20 ein Betretungsverbot erlassen werden.“ Eine einheitliche Regelung für alle Einrichtungen könne es aber nicht geben.

Einfaches Meldeverfahren: Ungeimpften sollen dem Gesundheitsamt auf schnellem Weg online gemeldet werden

Die ungeimpften Arbeitnehmer beim Gesundheitsamt melden zu müssen, klang für die betroffenen Einrichtungen zuerst nach einem großen Aufwand voller Papierkram. Um den Ablauf einfacher zu gestalten, hat die Sozialbehörde einen Internet-Service eingerichtet, der ab dem 16. März zur Verfügung stehen soll.

In einer Ankündigung auf der Internetseite der Stadt Hamburg sagt Leonhard: „Wir stehen in engem Austausch mit den Verbänden der betroffenen Einrichtungen. Um einen strukturierten Meldeprozess zu gewährleisten, hat Hamburg eine digitale Möglichkeit geschaffen, mit der die Einrichtungen schnell und unkompliziert melden können. Damit sind wir für die einrichtungsbezogene Impfpflicht gut gerüstet.“

Impfquote: Welche Nachweise gelten und wie sehr betrifft die Impfpflicht die Hamburger Einrichtungen?

Wer weiterhin in seinem Beruf arbeiten will und zu einer der genannten Berufsgruppen gehört, muss bis zum Dienstag, 15. März, geimpft sein oder einen Nachweis über eine Genesung vorlegen können. Nach aktuellem Stand genügen zwei Impfungen eines mRNA-Impfstoffs wie Moderna oder Biontech, eine Johnson & Johnson-Impfung oder eine Kreuzimpfung mit dem neuen, allerdings unbeliebten Novavax-Impfstoff, um als grundimmunisiert und somit vollständig geimpft zu gelten.

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Sollten die Nachweise – wie zum Beispiel bei einem Genesenen-Zertifikat nach sechs Monaten – ablaufen, muss innerhalb eines Monats ein weiterer Impf- oder Genesungs-Nachweis vorgelegt werden. Passiert das nicht, muss der Arbeitgeber die Person beim Gesundheitsamt melden. Wer sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann, braucht ein Attest vom Arzt.

Die Impfpflicht bedeutet aber nicht, dass Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser wie das UKE demnächst ohne Personal dastehen. Laut der Internetseite der Stadt Hamburg beläuft sich die Impfquote auf 90 Prozent in der vollstationären Pflege und in Hamburgs Krankenhäusern. In der Tagespflege sind sogar 96 Prozent und in der Eingliederungshilfe 94 Prozent geimpft. Nur in der ambulanten Pflege sind die Zahlen niedriger. Die Impfquote dort liegt bei 88 Prozent. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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