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Impfpass gefälscht: Gericht verurteilt Mann erstmals zu Freiheitsstrafe

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Wer einen gefälschten Impfpass hat, oder sogar selbst Impfpässe fälscht, macht sich strafbar. Das bekam nun ein Mann aus Rheinland-Pfalz zu spüren: Freiheitsstrafe!

Hamburg/Landstuhl – Der Weg aus der Coronavirus-Pandemie ist mühsam. Geht es nach der Politik, kann uns früher oder später nur ein Weg zurück ins normale Leben führen. Und der geht über die Impfung. Noch ist die Impflücke zu groß, weshalb Deutschland die Regeln nicht, wie Dänemark und Großbritannien lockert, sondern an der Inzidenz als Maßstab festhält. Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Weil viele Impfskeptiker das nicht wollen, stecken sie sich freiwillig mit Corona an oder beschaffen sich einen gefälschten Impfpass. Doch das ist kein Kavaliersdelikt und kann mit Freiheitsstrafe sanktioniert werden, wie nun ein Familienvater aus Rheinland-Pfalz zu spüren bekam.

Land:Deutschland
Erstimfpungen (4. Februar):63.123.698
Grundimmunisiert (4. Februar):61.763.145
Booster (4. Februar)44.852.424

Familienvater von Gericht in Landstuhl wegen gefälschtem Impfpass zu Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Wie die BILD berichtet, hatte sich der Familienvater aus Rheinland-Pfalz vor zwei Monaten mit einem gefälschten Impfpass auf den Weg in die Apotheke gemacht, um sich ein digitales Zertifikat zu besorgen. Doch die Mitarbeiter der Apotheke bemerkten den Schwindel. Chargennummern sollen laut Bild abgelaufen gewesen sein. Deshalb alarmierte die Apotheke die Polizei.

Gefälschte Impfpässe und Handschellen der Polizei.
Impfpass gefälscht: Gericht verurteilt Mann erstmals zu Freiheitsstrafe. © Bihlmayerfotografie/imago

Wie sich herausstellte, soll der Impfpassfälscher bereits vorbestraft gewesen sein. Das Amtsgericht in Landstuhl verurteilte den Mann wegen Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten. Die Vollstreckung der Haft wurde zur Bewährung ausgesetzt. Wie die Bild darüber hinaus berichtet, soll das Urteil auch der Prävention dienen. Heißt: Es soll andere abschrecken, dasselbe zu tun!

Urteil zeigt: Apotheken dürfen bei Verdacht auf Impfpass-Fälschung Schweigepflicht brechen

Doch das Urteil selbst soll nicht nur zukünftig Menschen davon abhalten, gefälschte Impfpässe zu benutzen. Es gibt den Apothekern auch das Recht, ihre Schweigepflicht zu brechen. Wie Jan Hornberger, Direktor des Amtsgerichts, der BILD am SONNTAG sagte, berechtige die „Dauergefahr“ von gefälschten Impfpässen die Anzeige der Apotheker. Und weiter: „Der Richter hat als einer der Ersten den Paragrafen 34 in diesem Zusammenhang angewendet“.

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Das Urteil könnte auch Apothekern in Hamburg mehr Sicherheit geben, bei kleinstem Zweifel an der Echtheit der Impfpässe die Polizei zu verständigen.

In Hamburg: Immer wieder Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Impfpassfälschungen

Auch in Hamburg sind gefälschte Impfpässe keine Seltenheit mehr. Bei der Hamburger Polizei wurde dafür kürzlich die Sondereinheit Soko „Merkur“ ins Leben gerufen. Sie soll potenziellen Impfpass-Fälschern auf die Schliche kommen. Unter anderem wird bereits gegen eine Mitarbeiterin des Hamburger UKE ermittelt wegen Verdacht auf Impfpass-Fälschungen ermittelt. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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