1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Große Hyalomma-Zecke breitet sich aus: So gefährlich ist ihr Biss

Erstellt:

Von: Robin Dittrich

Kommentare

Sommer ist Zeckensaison: In Deutschland breitet sich die Hyalomma-Zecke immer weiter aus. Sie ist deutlich größer als Artgenossen – und kann gefährlich werden.

Hamburg – Die Sonne scheint, die Kinder wollen raus und im Gras spielen. Woran die dabei nicht denken – und einige Eltern sicherlich auch nicht – sind Zecken. Die kleinen Biester warten fast unsichtbar auf höhergewachsenen Gräsern und warten nur auf ihre Opfer. Eine Zeckenart, die sich immer weiter ausbreitet, ist die Hyalomma-Zecke. Sie ist nicht zu unterschätzen.

Zeckenart:Hyalomma-Zecke
Familie:Schildzecken
Besonderheit:Besitzen Augen
Hauptträger von übertragendem Virus:Krim-Kongo-Hämorrhagisches-Fieber-Virus

Hyalomma-Zecke in Deutschland: Die großen Zecken können Krankheiten übertragen

Fast jeder kennt das: Einen Tag im Grünen verbracht und Abends zwickt und juckt es an einer Stelle. Dort gucken nur noch ein Hinterteil und ein paar Beine hervor – der Zeckenkopf ist schon unter der Haut. Jetzt ist Vorsicht geboten, damit der beim Entfernen nicht steckenbleibt. Handelt es sich bei der sich schon verbissenen Zecke um ein großes Exemplar, könnten Sie es mit einer Hyalomma-Zecke zu tun haben. Die ist ungefähr dreimal so groß wie hierzulande sonst bekannte Zecken – am häufigsten kommt nach wie vor der gemeine Holzbock vor, wie das RKI meldet.

Die Hyalomma-Zecke breitet sich in Deutschland aus – und ist durchaus gefährlich.
Die Hyalomma-Zecke breitet sich in Deutschland aus – und ist durchaus gefährlich. © Marijan Murat/dpa/Imago

Die Hyalomma-Zecke kommt ursprünglich aus Afrika und Südasien, über die Jahre verbreitete sie sich jedoch auch in Südeuropa. Die bissigen Biester werden von Zugvögeln nach Nordeuropa gebracht, indem sie diese befallen. Hier einmal angekommen, gehen sie auf Beutezug – sie befallen neben Vögeln bevorzugt Füchse, Rinder und Wildschweine. Das Gemeine: Mit ihren Augen erspähen sie ihre Beute und laufen ihr bis zu 100 Meter weit hinterher. Haben sie ihr Ziel erreicht, können sie das gefährliche Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus auch auf den Menschen übertragen.

Hyalomma-Zecken übertragen gefährliches Virus – das können Sie dagegen tun

Sollte die Hyalomma-Zecke Sie erwischt haben, gilt es erst einmal, Ruhe zu bewahren. Die Zecke sollte mit einer Zeckenzange entfernt werden, danach ist ein Arztbesuch fast Pflicht. Allgemein wird von vielen Zeckenarten Borreliose übertragen, die unterschiedlich schwer verlaufen und Haut, Nervensystem, Gelenke und das Herz betreffen kann. Das von der Hyalomma-Zecke übertragbare Krim-Kongo-Fieber-Virus kann beim Menschen massive Blutungen auslösen – die Sterblichkeitsrate liegt bei zwei bis 50 Prozent, je nach Virusstamm.

Durch immer milder werdende Winter konnte sich die Hyalomma-Zecke in Deutschland festsetzen, Experten zufolge könnte sie sich in den nächsten Jahren immer weiter ausbreiten. Die Hyalomma-Zecke ist nicht das einzige Krabbeltier, auf das aufgepasst werden sollte. Eine giftige Spinne breitet sich in Hamburg aus. Doch damit nicht genug, bei Zecken kann es noch wilder zugehen. „Fliegende Zecken“ werden immer populärer, sie beißen sich oftmals im Nacken oder auf der Kopfhaut fest.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Wie können Sie sich vor einem Zeckenbiss schützen? Zunächst einmal ist es ratsam, nicht in hohe Gräser zu gehen, da die Zecken dort bevorzugt sitzen. Lange Ärmel und Hosen bewähren sich gegen die Krabbeltiere, da sie so nicht direkt auf die Haut gelangen können. Deshalb sind auch Gummistiefel von Vorteil, da diese bis über die Knöchel sitzen und der Zecke keinen optimalen Halt bieten. Sollten Sie doch erwischt werden, helfen Zeckenzangen oder Zeckenkarten, um sie sicher zu entfernen. Nach dem Entfernen Zecken bloß nie im Klo runterspülen. Ein Arztbesuch ist nach einem Zeckenbiss durchaus ratsam.

Auch interessant

Kommentare