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HVV 9-Euro-Ticket: Warum ab Herbst höhere Preise drohen

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Von: Kevin Goonewardena

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Das 9-Euro-Ticket soll Nutzer auch im HVV finanziell entlasten. Zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz am Donnerstag äußerten sich die Minister auch zum 9-Euro-Ticket.

Hamburg - Seit der Ankündigung der Einführung des 9-Euro-Ticket („9 für 90“) durch die Bundesregierung, versetzt die Maßnahme aus dem Entlastungspaket nicht nur die ÖPNV-Nutzer in helle Aufregung - Urlaubsregionen wie die Promi-Insel Sylt äußern gar ihre Angst nach Einführung des 9-Euro-Tickets von Touristen überrannt zu werden. Denn mit dem Start soll es möglich sein, für 9 Euro im Monat durch ganz Deutschland zu reisen. Wann das neue 9-Euro-Monatsticket kommt, welche Züge und andere Verkehrsmittel Reisende mit dem 9-Euro-Ticket in Deutschland nutzen können und was Pendler jetzt wissen müssen, waren Fragen, die, die Nutzer des Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und der anderen Verkehrsverbände Deutschlands in den vergangenen Wochen bewegt haben. In der Verkehrsministerkonferenz der Länder wurde nun erneut über das HVV 9 Euro Ticket beraten.

Name:Hamburger Verkehrsverbund
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):rund 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn und 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Stationen:mehr als 10.000 (inklusive Bus)

HVV 9 Euro Ticket: Verkehrsminister beraten über Ticket in Bremen

Am 04. und 05. Mai 2022 haben sich die Verkehrsminister und Verkehrsministerinnen der Länder in Bremen zu ihrer jährlichen Frühjahrskonferenz getroffen, die nach den digital abgehaltenen Ausgaben der vergangenen beiden Jahre erstmals wieder in Anwesenheit stattfand. Kernthema der Konferenz, an denen auch Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks teilnahm, war das 9 Euro Ticket. Am Mittag traten die Vertreter um Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Bündnis 90/Die Grünen), die dem Gremium turnusgemäß zwei Jahre vorsitzt, vor die Presse und teilten neue Details zum 9-Euro-Ticket mit. Erwarten ÖPNV-Nutzer im HVV und den anderen Verbänden bald höhere Kosten?

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HVV 9 Euro Ticket: Länder und Bund streiten über 1,5 Milliarden - lassen Länder Finanzierung platzen?

Wie es nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets nach dem 31. August 2022 weiter geht, ist weiterhin unklar. Die Länder wollen zusätzliche 1,5 Milliarden Euro für den Nahverkehr aus den sogenannten Regionalisierungsmitteln vom Bund, Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) lehnt das erneut deutlich ab. Grund für die Forderung der Länder: Die gestiegenen Personal- und Energiekosten der Verkehrsverbände wie dem HVV und dem in diesen operierenden Verkehrsunternehmen. Das könnte auf die Ticket-Preise umgelegt werden.

Offen ist, ob die Länder in zwei Wochen ein Finanzpaket im Bundesrat scheitern lassen, in dem auch Mittel des Bundes für das 9-Euro-Ticket enthalten sind. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sowie Schaefer machten deutlich, dass die Länder nun auf die Ampel-Fraktionen setzen. Hermann sagte, es müsse ein Vorschlag vorgelegt werden, dem der Bundesrat „begeistert“ zustimme.

HVV 9 Euro Ticket: Länder erhöhen Druck auf Bund

Die Länder wollen mit diesen Aussagen den Druck auf die Ampel-Koalition hochhalten – der Bundestag muss Änderungen am Regionalisierungsgesetz zustimmen. Dieses hatte das Kabinett auf den Weg gebracht. Zum einen will der Bund den Ländern wegen Einnahmeausfällen beim 9-Euro-Ticket 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Dazu sollen 1,2 Milliarden Euro für coronabedingte Ausfälle kommen – an diesen beteiligen sich auch die Länder.

Diese beiden Punkte sind unstrittig. Offen ist die Frage der zusätzlichen Regionalisierungsmittel. Das ist Geld, die der Bund den Ländern jährlich zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs zur Verfügung stellt.

Der Hamburger Hauptbahnhof im HVV und eine Hand, die eine 9-Euro-Ticket hält
Dass das 9-Euro-Ticket kommt, ist schon lange bekannt. Nun wurde das Ticket von den Verkehrsminister der Ländern, das auch im HVV angeboten werden wird, von den Verkehrsministern der Länder und dem Bund erneut verhandelt. © Wolfgang Maria Weber/Imago & /Jürgen Ritter/Imago

HVV 9 Euro Ticket: Wissing fordert Transparenz - Länder weisen Vorwürfe zurück

Wissing forderte erneut Strukturreformen und mehr Transparenz bei der Verwendung der Mittel. Den Vorwurf der Intransparenz wiesen die Länder zurück.

Schaefer und andere Landesminister sagten, die Länder begrüßten das 9-Euro-Ticket und wollten alles daran setzen, dass es ein Erfolg werde. Von Juni bis August sollen Fahrgäste bundesweit für 9 Euro pro Monat im Nah- und Regionalverkehr fahren könnenHermann sagte, die Länder kämpften um eine dauerhaft bessere Finanzierung des Nahverkehrs, weil nach dem „schönen Sonderangebot“ des 9-Euro-Tickets die Tarife nicht durch die Decke schießen dürften. (mit dpa)

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