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49 oder 69 Euro: Für wen sich der 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV lohnt

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Von: Kevin Goonewardena

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Der 9-Euro-Ticket-Nachfolger kommt. Zwischen 49 und 69 Euro soll er kosten. Lohnt sich der Preis im HVV? Und wenn ja, wer spart wie viel?

Hamburg – Einen direkten Nachfolger des 9-Euro-Tickets hat es zwar nicht gegeben – das günstige bundesweit gültige Aktionsticket lief am 31. August 2022 aus – doch seit Monatsanfang ist zumindest klar, dass es mittelfristig ein Nachfolgeangebot geben soll. Möglich gemacht hatte das die Aufgabe des Widerstands von Finanzminister Christian Lindners gegen eine günstige Monatsfahrkarte.

Eine solche hatte der FDP-Chef zuvor noch als Ausdruck einer in Deutschland vorherrschenden „Gratismentalität“ abgekanzelt. Nicht klar ist, wie genau der 9-Euro-Ticket-Nachfolger gestaltet sein soll und was er kosten wird. Vor allem zwei Preise werden von Politikern, Verbänden und Medien in den vergangenen Wochen immer wieder ins Spiel gebracht und diskutiert. Wir sagen Ihnen, wer bei den Preisideen vom 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV am meisten sparen würde!

Name:Hamburger Verkehrsverbund (HVV)
Gründungsdatum und -ort:29. November 1965 in Hamburg
Anzahl Linien (Auswahl):etwa 600 Bus-, 8 Fähr-, 6 S-Bahn-, 4 U-Bahn-Linien
Anzahl Haltestellen:rund 10.000 (inkl. Bus)

9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV: 49 oder 69 Euro – sparen Nutzer bei diesen Preisen wirklich?

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49 und 69 Euro im Monat, das sind die Preise, die am häufigsten fallen, wenn es um den 9-Euro-Ticket-Nachfolger geht. 49 und erst recht 69 Euro sind deutlich mehr, als die 9 Euro, die das bundesweite Fahren im Regionalverkehr in den Monaten Juni bis August 2022 gekostet hat. Es dürfte nicht wenige geben, denen der Gedanke in den Kopf schießt, 49 oder 69 Euro, sei gar nicht so günstig, ein Ersparnis nicht vorhanden oder: nicht nennenswert. Dem ist nicht so. Denn der ÖPNV kostet Geld, sehr viel Geld.

49 oder 69 Euro? Die 9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV.
9-Euro-Ticket-Nachfolger im HVV: 49 oder 69 Euro – sparen Nutzer bei diesen Preisen wirklich? (24hamburg.de-Montage) © Wolfgang Maria Weber/imago & Jürgen Ritter/imago

So kostet die Vollzeitkarte für die Ringe AB, also den Kernbereich der Stadt Hamburg, im HVV, rund 94,00 Euro im Monat (93,70 EUR) – im Abo. Für Nicht-Abonnenten ist das Ticket teurer. (114,30 EUR). Wer weniger zahlen will, muss zur Teilzeitkarte greifen. Die kostet zwar nur knapp 54,00 Euro, doch das Ticket ist zwischen 06:00 und 09:00 Uhr, sowie zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr nicht gültig. Im Berufsverkehr hilft das Teilzeitticket im HVV also nur den Wenigsten. Unser Beispielticket ist zudem nicht bundesweit gültig, noch nicht einmal HVV-weit. Ein bundesweit gültiges Ticket zum Preis zwischen 49 und 69 Euro bringt also leider doch einiges an Ersparnis im Vergleich zu den regulären Tickets im HVV mit.

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9-Euro-Ticket-Nachfolger: Das sagen HVV und Politik zum Preis

Zu einem möglichen Preis eines 9-Euro-Ticket-Nachfolgers wollte sich HVV-Pressesprecher Rainer Vohl auf 24hamburg.de-Anfrage am 5. September 2022 nicht äußern. Er verwies darauf, dass weder die Finanzierung des Tickets, noch die genaue Ausarbeitung der Fahrkarte geklärt seien. Wenn man nicht wisse, wie das Ticket am Ende aussieht, was es koste und wie sich die Finanzierung auf Bund und Länder verteile, könne man auch nicht sagen, was der Endverbraucher am Ende zahlen muss.

Auch Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) ließ sich auf Nachfrage der Hamburger Morgenpost keine Festlegung auf einen favorisierten Preis entlocken. Er gab gegenüber der Zeitung lediglich an, dass beide diskutierten Preise die Menschen in Hamburg und im Umland entlasten würden. Konkreter wurde lediglich Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Aus seiner persönlichen Sicht, so Dressel gegenüber der Mopo, liege der (angemessene) Preis für den 9-Euro-Ticket-Nachfolger zwischen 50 und 60 Euro.

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49 oder 69 Euro? So sparen HVV-ProfiCard-Besitzer bei dem bundesweiten 9-Euro-Ticket-Nachfolger

Nicht nur Abonnenten mit den teuersten Abos würden bei einem Nachfolger zwischen 49 und 69 Euro Geld sparen. Mit dem regulären AB-Vollzeitticket oder sogar als Inhaber einer ProfiCard (früher Jobticket) könnte ebenfalls gespart werden kann. Wenn auch deutlich weniger: ProfiCard-Nutzerinnen und -Nutzer zahlen aktuell 85,10 Euro pro Monat – bei einem Ticketpreis von 69 Euro wäre das immer noch ein kleines Ersparnis.

9-Euro-Ticket-Nachfolger: Wer im HVV am wenigsten profitiert

Wer wenig zahlt, spart auch wenig. Nutzer der schon angesprochenen Teilzeitkarte für die Ringe AB zum Preis von rund 54,00 Euro. Auch wenn der Nachfolger des 9-Euro-Tickets rund-um-die-Uhr und bundesweit gültig wäre – bei einem Preis von 69 Euro würden Reisende, die sonst ein Teilzeit-Abo AB nutzen, noch draufzahlen. Fraglich also, ob diese Gruppen dann auf das teurere Ticket umsteigen würden.

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Und auch Hartz-IV-Empfänger würden durch Ticketpreise von 49 beziehungsweise 69 Euro nicht entlastet werden. Zwar würde auch jene Gruppe für das Abo weniger zahlen als üblich – denn der aktuelle Hamburger Sozialrabatt gewährt lediglich eine Ermäßigung von 23 Euro pro Zeitkarte. Doch würden Ticketpreise von rund 50 beziehungsweise und 70 Euro für Hartz-IV-Empfänger und Geringverdiener eine erhebliche finanzielle Belastung bedeuten.

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