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HVV: „Digitale Schiene“ – so sollen Hamburgs S-Bahnen künftig pünktlicher fahren 

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Von: Bona Hyun

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Der HVV wird Fahrgäste pünktlicher ans Ziel bringen. Der Bund finanziert die Planung des Projekts mit. Eine große Rolle spielt die Digitalisierung.

Hamburg – HVV-Kunden haben häufig Ärger aufgrund von Verspätungen und unerwarteten Ausfällen. Oft kommt es auch am Wochenende zu Sperrungen beim HVV, bei denen dann ein Ersatzverkehr eingerichtet wird. Der Ansturm ist besonders nach Ankündigung des HVV 9-Euro-Tickets groß – viele Pendler und Verbraucher sind auf die Leistung des Öffentlichen Personennahverkehrs angewiesen. Auch die S-Bahn Hamburg, die eine Tochter der Deutschen Bahn ist, gehört zum Verkehrsnetz des HVV. Um Verspätungen und Zugausfälle zu vermeiden, soll das S-Bahn-System in den kommenden Jahren umgestellt werden. Der Name des Millionenprojekts lautet „Digitale Schiene“ – diese soll Hamburgern im Schienenverkehr künftig Häufigkeit, Stabilität und Pünktlichkeit versprechen. 

Eisenbahnsystem für den Personennahverkehr in Hamburg:S-Bahn Hamburg
Linien:4 (+2 Verstärkerlinien)
Stationen:69
Betreiber:S-Bahn Hamburg GmbH

HVV: S-Bahnen sollen pünktlicher werden – Bund finanziert Millionenprojekt

Die Nachfrage beim HVV steigt, doch die Kapazitäten reichen nicht aus. Von dem hohen Ansturm auf das 9-Euro-Ticket war der HVV sehr überraschend. Das Projekt „Digitale Schiene“ soll den Fahrgästen und dem Personal Vorteile bringen. Eine Überlastung im S-Bahn-Verkehr könnte so verhindert werden. Details zu dem Projekt wurden kürzlich in Hamburg vorgestellt, das berichten auch Welt.de und der NDR. Der Bund hat demnach 31,5 Millionen Euro in die Planung eines neuen digitalen Stellwerks investiert.

Eine S-Bahn des HVV und ein Arbeiter des digitalen Stellwerks
HVV arbeitet daran, pünktlicher und schneller zu fahren. Das Projekt „Digitale Schiene“ soll diese Konzepte umsetzen und der hohen Nachfrage entgegenwirken. (24hamburg.de Montage) © Matthias Balk/Hanno Bode/imago

Das Stellwerk wird voraussichtlich in Langenfelde und Hasselbrook entstehen, berichtete der NDR. Es wird dann Standorte in Altona und am Hauptbahnhof ersetzen. Die Planer und Planerinnen in Hamburg rechnen mit weiteren Fördergeldern aus Berlin, da die Gesamtkosten des Projekts bei geschätzten 400 Millionen Euro liegen werden.

Digitalisierung im HVV: S-Bahnen fahren 2029 auf Digitalschienen per Funksteuerung

Baustart für das digitale Stellwerk werde voraussichtlich in fünf Jahren, also 2029, sein. „Mit der digitalen Schiene verbessern wir die Pünktlichkeit und können gleichzeitig die Kapazität im Netz erhöhen“, zitierte die Welt Michael Theurer (FDP). Dies seien zwei Kernanliegen, mit denen mehr Menschen von der Bahn überzeugt werden sollen, so der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Die Hamburger CDU möchte zusätzlich durch ein kostenloses HVV-Angebot ältere Menschen abholen und sie vom Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel überzeugen.

Mit dem digitalen Stellwerk soll laut Geschäftsführer Kay Uwe Arnecke „ein leistungsfähiges Herz für das S-Bahn-Netz von morgen“ entstehen. Das berichtete das Abendblatt. Im Unterschied zu den elektronischen Vorgängern geschieht die Übermittlung der Stellbefehle an Weichen und Signalen digital per Hochleistungs-Glasfaser-Ringleitungen. Durch diese Technik sollen mehr Züge enger getaktet auf den Gleisen fahren können. Verspätungen nach Störungen werden zudem schneller abgebaut und die Pünktlichkeit der S-Bahnen somit verbessert. Eine vorgestellte Machbarkeitsuntersuchung im Oktober hatte ergeben, dass sich 30 Prozent mehr Kapazität auf den bestehenden Gleisen realisieren ließe.

Projekt „Digitale Schiene“ ein großer Schritt für das Klimaziel und mehr Pünktlichkeit im HVV

Bundestagsabgeordneter Matin Hakverdi (SPD) setzt sich seit Jahren für ein moderneres S-Bahn-System ein. „Wir hatten schon die autonom fahrende S 21 in Bergedorf und sind in vielen Bereichen gut in der Entwicklung. Deshalb gehören wir zu den Ersten, die dieses Projekt planen dürfen“ zitierte ihn das Abendblatt. Für die Klimaziele sei eine Investition in die Verkehrsinfrastruktur bedeutsam. Dazu gehöre, die Verkehrsschienen digital auszubauen.

Künftig soll das Hamburger S-Bahn-Netz in den nächsten Jahren durch die S4 und die S32 ergänzt werden. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden und die Planung umsetzen zu können, werben Mitarbeiter des Digitalen Stellwerks um Personal für die Ausbildung zum Lokführer. Zusätzlich 500 Mitarbeiter werden gebraucht. Nicht nur pünktlicher, sondern auch gemütlich sollen zumindest einige Buslinien werden, denn der VHH hat jetzt neue Bänke und mehr Platz in den neuen Bussen.

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