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Peta fordert Hundeführerschein – „Meist liegt das Problem nicht beim Tier“

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Hundehalter sollen demnächst nachweisen, ob sie mit ihrem Tier umgehen können. Das zumindest fordert die Tierrechtsorganisation Peta nach einer Attacke in Hamburg.

Hamburg – Peta fordert die Anschaffung eines Hundeführerscheins für Hamburger Hundehalter. Der Grund ist die Attacke eines freilaufenden Hundes auf eine Passantin. Die Tierrechtsorganisation will mit dem Hundeführerschein in Zukunft dafür sorgen, dass Besitzer sich besser mit den Signalen ihres Tieres auskennen. Außerdem könnten durch diese Maßnahme unüberlegte Haustieranschaffungen vermieden werden.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Stand Mai 2021, Sozialamt)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
BürgermeisterPeter Tschentscher

Hunde-Attacke in Hamburg: Schäferhund greift Frau in Altona an – mit Bisswunden ins Krankenhaus

An der Zeisestraße in Hamburg-Altona kam es am Sonntag, 15. Mai 2022, zu dem dramatischen Vorfall, der die Forderung von Peta in Bewegung setze. Eine Passantin wurde im Fischers Park von einem nicht angeleinten Schäferhund angefallen und mit Bissen verletzt. Laut Polizei flüchtete die Frau in Panik bis zur Helenenstraße, wo andere Passanten Erste Hilfe leisteten.

Mit dem Rettungswagen wurde die Verletzte ins Krankenhaus gebracht, wo mehrere Bisswunden behandelt werden mussten. Die Polizei nahm den Vorfall auf und konnte die Hundehalterin ermitteln, gegen die aktuell ein Verfahren läuft. Der Vorfall ist übrigens kein Einzelfall. Im April attackierte ein Paar mit vier nicht angeleinten Kampfhunden eine Frau in Börnsen.

Peta fordert Hundeführerschein für Hamburg: Hundehalter sollen Umgang mit Tieren erst lernen

Nach diesem Vorfall fordert Peta nun mehr Sicherheit im Bereich Hundehaltung in Hamburg – sowohl für die Halter als auch für die Tiere und ahnungslose Passanten. Der Hundeführerschein soll die Lösung sein. Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, sagte laut Hamburger Morgenpost: „Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine.“

Ordnungsamt und ein Hund an einer Leine
In Hamburg soll ein Hundeführerschein eingeführt werden. Peta stellt die Forderung nach eine Schäferhund-Attacke im Fischers Park. (24hamburg.de-Montage) © Manuel Geisser / Marc John / Imago

Die wahre Ursache für solche Beißattacken wie im Fischers Park liege meist beim Besitzer des Hundes, der das Verhalten seines Tieres und dessen Körpersprache nicht richtig deuten könne. Der Hundeführerschein soll solche Situationen minimieren und den Haltern im Vorhinein genug Wissen nahebringen und sie lehren, wie das Verhalten ihres Hundes zu interpretieren ist. Übrigens: Darum dürfen Katzen im Sommer gesetzlich nicht mehr das Haus verlassen.

Damit soll die Gefahr reduziert werden, dass Hunde falsch gehalten oder behandelt werden und es plötzlich zu Beißattacken kommt, die die Halter vorher nicht kommen sehen oder nicht verstehen können. Die Peta-Sprecherin betont: „Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden.“

Hundeführerschein als Vorsorge: Test und Seminar sollen vor unüberlegten Anschaffungen abschrecken

Der Hundeführerschein, den es in anderen Bundesländern wie Bayern, Berlin und Niedersachsen bereits gibt, beinhaltet einen Theoriekurs, der zukünftigen Hundehaltern wichtiges Fachwissen über ihr Haustier mit an die Hand geben soll. Zum Abschluss gehört außerdem ein Praxisseminar.

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Den Erfolg des Hundeführerscheins kann man in den betreffenden Bundesländern bereits sehen. Laut Peta sind dort seit der Einführung der Maßnahme die Zahl der Angriffe von Hunden auf Menschen - wie letztes Jahr auf diesen 11-Jährigen - deutlich zurückgegangen.

Außerdem soll die Einführung des Hundeführerscheins davor abschrecken, sich unüberlegt einen Hund zuzulegen. Moll erklärt weiter: „Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem Impulskauf abhalten.“ Damit kann also auch vermieden werden, dass Hunde einfach angeschafft und dann in der nächsten Urlaubszeit oder bei einer Überforderung mit dem Tier wieder ins Tierheim gegeben werden.

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