1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Heizen 2022: Darf der Vermieter nach dem Heizungsaustausch die Miete erhöhen?

Erstellt:

Von: Kevin Goonewardena

Kommentare

Der Vermieter tauscht die Heizung aus und erhöht danach die Miete – darf er das? Instandsetzung oder Sanierung, darauf kommt es an – die Unterschiede. 

Hamburg – Zieht der Heizungstausch jetzt eine Mieterhöhung nach sich oder tut er das nicht? Für Laien – nicht nur in Hamburg – eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage. Für Mietrechtsexperten entscheidet sie sich aber eben genau hierin: Handelt es sich bei dem Tausch um eine Modernisierung oder eine Instandsetzung? Denn für die Instandhaltung und deren Kosten ist grundsätzlich der Vermieter zuständig.

Nur Kosten für Modernisierungsmaßnahmen können Vermieter über die sogenannte Modernisierungsmieterhöhung auf die Mieter umlegen – höchstens jedoch acht Prozent der aufgewendeten Kosten pro Jahr. Doch wann handelt es sich nun um welche Form der Renovierung?

Lesen Sie auch: Heizkosten senken: Diese fünf Heiz-Mythen sollte jeder kennen

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755 km²
Bevölkerung:rund 1,9 Millionen
Stadtoberhaupt:Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister)

Lesen Sie auch: Nachts die Heizung ausschalten? Warum das richtig teuer werden kann

Heizen 2022: Instandsetzung oder Modernisierung – Was es bedeutet und was besser ist

Um Maßnahmen zur Instandhaltung handelt es sich, wenn sie dem Erhalt oder der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit einer Heizung dienen. „Modernisierungen sind Baumaßnahmen, die den Gebrauchswert der Mietsache erhöhen oder die helfen, Energie einzusparen!“, so Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Heizkörper und Hand die Geld hält
Der Vermieter hat die Heizung ausgetauscht und verlangt jetzt mehr Miete – ist das rechtens? Wichtig ist, ob es sich bei der Maßnahme um eine Instandsetzung oder Sanierung handelt. © Petr Svancara / Imago

Tauscht ein Vermieter zum Beispiel die Heizung aus und erspart sich damit fällige Instandhaltungsarbeiten, so müssen diese eingesparten Kosten anteilig abgezogen werden. Auch wenn Instandhaltungsarbeiten im Zuge der Modernisierung mit erledigt werden, bleiben diese Kosten bei der Mieterhöhung außen vor.

Mieterhöhung nach Heizungsaustausch: Vermieter haben bei Umlage Nachweispflicht

Lesen Sie auch: Ab wann muss der Vermieter heizen? Dann gilt die Heizpflicht 2022

„Die eingesparten und von den Modernisierungskosten abzuziehenden Instandhaltungsanteile müssen geschätzt werden und sind nachvollziehbar darzulegen“, sagt Mietexpertin Jutta Hartmann. Um den Abzug ermitteln zu können, müsse man das Anschaffungsdatum, das Datum des Tauschs und die übliche technische Lebensdauer der Heizung kennen. Anhaltspunkte für die Lebensdauer lieferten laut Hartmann zum Beispiel Tabellenwerke von Sachverständigen oder Architekten.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Erhöht ein Vermieter nach einem Heizungstausch die Miete, ist er laut Hartmann darlegungs- und beweispflichtig, dass die Voraussetzungen für die Mieterhöhung vorliegen, dass die Höhe der umlagefähigen Kosten stimmt und dass „die der Mieterhöhung zugrundeliegenden Kosten nicht auf der Erhaltung dienenden Maßnahmen beruhen“. Wer bei der Überprüfung der Modernisierungsmieterhöhung Hilfe braucht, kann sich zum Beispiel an einen örtlichen Mieterverein oder eine Verbraucherzentrale wenden. (mit Material der dpa)

Auch interessant

Kommentare