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Heizungs-Check wird zur Pflicht in Deutschland: Ab wann und warum?

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Von: Yannick Hanke

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Eigenheim-Besitzer aufgepasst: Der Heizungs-Check wird zur Pflicht in Deutschland. Doch ab wann greift diese Regelung und warum muss es gemacht werden?

Berlin – Heizen will gelernt sein, vor allem in Zeiten der Energiekrise. Sowohl Mietern als auch Vermietern kommen beim Heizen bestimmte Aufgaben zu, die oftmals allein durch den jeweiligen Mietvertrag geregelt sind. Doch auch Eigenheim-Besitzer sollte das Heizen im wahrsten Sinne des Wortes nicht kaltlassen. Denn in Deutschland greift künftig der Heizungs-Check, der gar zur Pflicht wird, wie kreiszeitung.de berichtet. Doch was hat es damit konkret auf sich?

Heizungs-Check wird zur Pflicht in Deutschland: Robert Habeck (Grüne) greift ab 1. Oktober 2022 durch

Fakt ist: Wer ein Gebäude mit Gas heizt, muss die Anlage in den nächsten zwei Jahren überprüfen lassen. Schon ab dem 1. Oktober 2022 kommt auf Millionen von Eigenheim-Besitzern in Deutschland die Pflicht zum Heizungs-Check zu. Damit greift Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der schon die staatliche Gasumlage initiiert hatte, zum nunmehr zweiten Mal durch.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schaut skeptisch zur rechten Seite. Eine Frau dreht an einem Heizungsthermostat.
Er sieht, was am Heizungsthermostat getan wird: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) macht den Heizungs-Check für Millionen Haushalte in Deutschland zur Pflicht. © Emmanuele Contini/imago/Marcus Brandt/dpa/Montage

Habeck hatte nämlich bereits veranlasst, dass zum 1. September mehrere Gebote und Verbote in Kraft getreten sind, um als unmittelbare Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs effektiv Energie einzusparen. Doch was hat es eigentlich mit dem Heizungs-Check für Eigenheim-Besitzer auf sich, der ab 1. Oktober nicht etwas als Empfehlung durchzuführen ist, sondern gar als Pflicht vorgeschrieben wird?

Einsparungen bei Gasheizungen als großes Ziel vom Heizungs-Check in Deutschland

Das große Ziel des verpflichtenden Heizungs-Checks in Deutschland ist ein Effizienzgewinn bei Gasheizungen. Oder anders formuliert: Es geht in erste Linie natürlich um Einsparungen, wie auch bei den diversen Heiz-Tipps für den Winter 2022. Das Bundeswirtschaftsministerium beziffert das Sparpotenzial dabei auf insgesamt bis zu fünf Prozent.

Ab wann heizen im Altbau und der Wohnung

Es gibt einige Gebäude, die während der kalten Jahreszeit besonders anfällig für Schimmel sind. An wann Mieter deshalb heizen sollten, ist nicht für Altbau oder neuere Wohnungen vorgeschrieben. Dennoch geben Experten Empfehlungen ab, ab wann es sinnvoll ist, die Heizung in der kalten Jahreszeit einzuschalten: In älteren Gebäuden und Altbau sollte ab einer Außentemperatur von 15 bis 17 Grad Celsius geheizt werden. Bei neueren Gebäuden können Besitzer und Mieter durchaus länger warten. Ab 14 Grad sollten aber auch sie heizen. Schlechte Isolierungen können es auch erforderlich machen, dass früher gehandelt werden muss.

Beim Heizungs-Check wird unter anderem geprüft, ob die Anlage hydraulisch abzugleichen ist. Das gilt auch für die Heizungspumpe, die Dämmmaßnahmen von Rohrleitungen und Armaturen. Hier liegt der Fokus darauf, ob alle Komponenten tatsächlich optimal eingestellt sind.

Millionen Haushalte in Deutschland vom Heizungs-Check betroffen

Wie viele Haushalte in Deutschland aber sind denn von dem Heizungs-Check überhaupt betroffen? Das zuständige Ministerium spricht von insgesamt 14 Millionen, nun doch nicht mehr verbotenen Gasheizungen in der Bundesrepublik. Ein Fünftel der davon Betroffenen, also circa 2.800.000 Haushalte, hätten den Check bereits vorgenommen. 800.000 Anlagen würden ersetzt werden.

Hierfür hätte die Hälfte eine Förderung beantragt. So müssten in Summe 10,4 Millionen Heizungen im Rahmen des Heizungs-Checks geprüft werden. Zu den bereits aufgezählten Prüfungen würden 5,2 Millionen weitere Begehungen hinzukommen, die beispielsweise zur Durchführung einer Optimierungsmaßnahme notwendig seien. Die entsprechende Pflicht ist bis zum 15. September 2024 datiert.

Wirtschaftsministerium plant pro Heizungs-Check Kosten von 100 Euro ein

Den verpflichtenden Heizungs-Check in Deutschland, das sich schon im September mit kühlen Temperaturen konfrontiert sieht, darf natürlich nur Fachpersonal durchführen. Hierunter werden Heizungsbauer, Schornsteinfeger sowie Energieberater geführt. Ihnen winken Millionen Aufträge, sie profitieren von der sich zwangsläufig ergebenden großen Nachfrage.

Für jeden Termin, bei dem der Heizungs-Check durchgeführt wird, plant das von Robert Habeck geführte Wirtschaftsministerium eine Stunde ein. Es wird ein Preis von 100 Euro pro Termin einkalkuliert. Hinzukommen aber noch die Anfahrtskosten. Deswegen empfiehlt das Ministerium bereits, den Heizungs-Check mit anderen Terminen zu verbinden, beispielsweise der fälligen Wartung der Heizung.

Robert Habeck erhofft sich durch Heizungs-Check effektive Einsparmaßnahmen

Der Auftrag an Eigenheim-Besitzer im Rahmen des Heizungs-Checks ist klar. Wie aber verhält es sich mit den Unternehmen? Welche Aufgaben kommen auf die zu? Die Eigentümer von großen Gebäuden mit zentraler Wärmeversorgung auf Erdgasbasis müssen einen hydraulischen Abgleich vornehmen lassen. Qua Gesetz gilt das für Firmen und öffentliche Gebäude ab 1000 Quadratmeter sowie für große Wohngebäude ab sechs Wohneinheiten.

Allein hierdurch erhofft sich Wirtschaftsminister Robert Habeck eine effektive Einsparmaßnahme. Je nach Gebäude soll sie den Gasverbrauch um circa acht Kilowattstunden pro Quadratmeter senken. Formal handelt es sich hierbei um Instandhaltungsmaßnahmen. Für die Kosten muss der Eigentümer respektive der Vermieter aufkommen.

Kippt die Gasumlage? Robert Habeck soll auf Staatshilfen umschwenken wollen

Mit dem verpflichtenden Heizungs-Check in Deutschland für Eigenheim-Besitzer treibt Robert Habeck seine Energiesparmaßnahmen für den Herbst und Winter 2022 voran. Derweil könnte es aber sein, dass der Wirtschaftsminister in Bezug auf seine für viele Haushalte belastende Gasumlage doch noch einen Rückzieher macht.

Denn nach Berichten der Tagesschau, die sich auf Grünen-Kreise berufen, soll Habeck selbst Zweifel an der Gasumlage geäußert haben. Alternativ hätte er statt der Gasumlage Staatshilfen vorgeschlagen. Die Verstaatlichung vom Gasversorger Uniper, Folge der großen finanziellen Probleme des Unternehmens, solle im Optimalfall mit einer Ablösung der Gasumlage durch umfangreiche Staatshilfen einhergehen.

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