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Familien bekommen 2023 mehr Geld – doch diesen Kinderzuschlag kennt kaum jemand

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Von: Anika Zuschke

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Den Kinderzuschlag für Familien gibt es neben dem Kindergeld seit Jahren. Doch nutzen viele ihren Anspruch darauf nicht. Grund dafür könnte der Antrag sein.

Update vom 2. Januar 2023: Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, dringt auf einen höheren Sofortzuschlag für arme Kinder hierzulande. „Für jedes anspruchsberechtigte Kind schlage ich einen Sofortzuschlag von 100 Euro vor“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag). Es müsse ein System in Zeiten der Inflation geben, die Regelsätze früher zu erhöhen.

Update vom 21. Dezember 2022: Ab dem Jahr 2023 erhalten Eltern mit Kindern deutlich mehr Kindergeld – 250 Euro. Für Neugeborene und über 18-Jährige muss ein Antrag auf die Kindergeld-Erhöhung ausgefüllt werden. Das geht einfacher als bisher.

Kinderzuschlag:Unterstützt Alleinerziehende und Familien mit wenig Einkommen
Maximalbetrag pro Monat:229 Euro
Erhöhung ab dem 1. Januar 2023:250 Euro
Antrag stellen:Online oder schriftlich

Ursprungsartikel vom 2. Dezember 2022: Hamburg – Die Bundesregierung bietet Familien mit Kindern im Zuge der Entlastungspakete einige finanzielle Hilfen, da Inflation und Energiekrise zahlreiche Haushalte aktuell vor große Probleme stellen. Dazu gehört der Kinderbonus 2022 sowie eine Erhöhung des Kindergeldes, die ab dem 1. Januar 2023 greifen soll. Eine weitere Hilfe der Regierung ist vielen Familien aber offenbar nicht bekannt: der Kinderzuschlag (KiZ). Dabei bringt dieser Zuschlag viele Vorteile mit sich und soll 2023 sogar erneut erhöht werden. Wer Anspruch auf den Kinderzuschlag hat – und wie viel Geld dabei für bedürftige Familien herausspringen kann.

Kinderzuschlag wurde 2022 erhöht – doch wer hat überhaupt Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag wurde bereits im Jahr 2005 im Zuge der Hartz-IV-Reform für Geringverdiener eingeführt und im Juli 2022 mit dem Sofortzuschlag um 20 Euro erhöht. Seitdem erhalten bedürftige Familien monatlich einen Zuschlag von bis zu 229 Euro pro Kind – zusätzlich zum Kindergeld. In Zeiten der Energiekrise ist das eine stattliche Summe, trotzdem wissen offenbar viele Berechtigte nichts von der finanziellen Hilfe.

Denn im vergangenen Jahr zahlte der Staat nach Angaben der Familienkasse rund 1,3 Milliarden Euro an 300.000 bedürftige Familien. 730.000 Kindern kam die Unterstützung zugute, berichtet die Südwest-Presse. Doch gehen Studien davon aus, dass tatsächlich mindestens eine Million Kinder Anspruch auf den Zuschlag hätten. „Es können auch gut 1,5 Millionen Kinder sein“, sagte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit der Bild-Zeitung.

Problem der finanziellen Unterstützung: „Viel zu wenige Familien kennen den Kinderzuschlag“

„Viel zu wenige Familien kennen und beantragen den Kinderzuschlag“, erklärt Karsten Bunk, Leiter der Familienkasse bei der Bundesagentur, der Boulevardzeitung und merkt an: „Aber gerade in Zeiten massiv steigender Energiekosten dürfen Familien kein Geld verschenken, das sie womöglich zu ihrem Familienbudget hinzubekommen könnten.“ Bunk schätzt, dass man mit der finanziellen Unterstützung „mehreren Hunderttausend Kindern zusätzlich helfen könnte“.

Die Bundesregierung erhöht das Kindergeld ab 2023.
Für manche Familien lohnt es sich mehr den Kinderzuschlag zu beantragen, um den Hartz IV Anspruch nicht zu benötigen. (Symbolbild) © Patrick Seeger/dpa

Anspruch auf die Unterstützung: Wie viel Einkommen darf ich haben, um Kinderzuschlag zu bekommen?

Doch wer hat überhaupt Anspruch auf den Kinderzuschlag? Um die finanzielle Hilfe zu erhalten, müssen Begünstigte bestimmte Voraussetzungen erfüllen. An erster Stelle kommt dabei das Einkommen. Dieses sollte bei Bedürftigen nicht oder nur knapp für die ganze Familie reichen – für sich selbst sollte die oder der Erziehungsberechtigte aber genug verdienen. Darüber hinaus gelten laut der Bundesagentur für Arbeit folgende Voraussetzungen für den Anspruch des Kinderzuschlags:

Einkommensgrenze und Voraussetzungen: Wann habe ich ein Recht auf Kinderzuschlag?

Wer hat keinen Anspruch auf den Kinderzuschlag? KiZ-Lotse prüft die Berechtigung

Ob der Anspruch auf den Kinderzuschlag besteht und sich demnach der Antrag für die finanzielle Hilfe lohnt, kann man auch über den sogenannten KiZ-Lotsen prüfen. Anschließend muss der Antrag gesondert bei der Familienkasse gestellt werden – eine Überweisung des Kinderzuschlags erfolgt bei Berechtigung also nicht automatisch. In der Regel wird der Kinderzuschlag dann für sechs Monate überwiesen. Danach muss das Geld neu beantragt werden. Für Rentner wird übrigens auch bald eine Zahlung fällig, nämlich die 300-Euro-Energiepauschale.

Antrag für den Kinderzuschlag bei der Familienkasse stellen – daran scheint es bei vielen zu scheitern

An dem Antrag scheint es jedoch bei vielen Familien zu scheitern. Denn dafür werden eine Vielzahl von Angaben und Bescheinigungen verlangt – was möglicherweise einigen Berechtigten zu kompliziert sein könnte, schätzt Karsten Bunk laut der Bild-Zeitung. Er möchte das Verfahren aus dem Grund vereinfachen.

Für viele Geringverdiener könnte sich das definitiv lohnen. Denn pro Kind ist monatlich ein Kinderzuschlag von bis zu 229 Euro drin. Der Kinderzuschlag wird dabei für jedes Kind einzeln berechnet und hängt von dem Einkommen und dem erheblichen Vermögen der Erziehungsberechtigten sowie den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter des Kindes ab. Bei mehreren Kindern wird ein Gesamtbetrag ausgezahlt.

Hohe Wohnkosten 2022: Energiekrise könnte Anspruch auf Kinderzuschlag für viele Familien möglich machen

Die Relevanz der Wohnkosten wird dabei mit Blick auf die aktuellen Energiepreise extrem deutlich. Denn je höher die Heizkostenrechnung ausfällt, desto größer ist einerseits die Chance, überhaupt den Anspruch auf einen Kinderzuschlag zugesagt zu bekommen – und andererseits auch einen höheren Satz des Zuschlags zu erhalten. Die explodieren Heizkosten könnten für viele Familien demnach den Anspruch auf die finanzielle Unterstützung ermöglichen – doch diese Möglichkeit müssen sie sich erst einmal bewusst machen.

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Kindergeld und Kinderzuschlag werden 2023 erhöht: auf je 250 Euro monatlich pro Kind

Ist der Antrag für den Kinderzuschlag online oder schriftlich abgeschickt und von der zuständigen Familienkasse bewilligt worden, wird die Summe in der Regel an die Person überwiesen, die auch das Kindergeld erhält. Kindergeld und Kinderzuschlag werden dabei sogar am selben Tag ausgezahlt.

Doch damit nicht genug: Mit dem Anspruch auf Kinderzuschlag haben Familien auch die Möglichkeit, weiterreichende Hilfen einzufordern. Besucht das Kind beispielsweise eine Kindertagesstätte, kann sich die Familie laut der Bundesagentur für Arbeit von den Gebühren für den Kita-Platz befreien lassen. Darüber hinaus sind kostenlose Mittagessen in Schule und Kita sowie ein Bedarfspaket mit Schulutensilien im Wert von 156 Euro drin.

Und es kommt sogar noch besser: Um die zusätzlichen Belastungen aufgrund der Inflation abzumildern, wird der Höchstbetrag des Kinderzuschlages ab dem 1. Januar 2023 von der Regierung nochmals erhöht und auf 250 Euro monatlich angehoben. Gleiches gilt übrigens auch für das Kindergeld ab Januar 2023: Die finanzielle Entlastung wird ebenfalls für jedes Kind auf 250 Euro pro Monat erhöht.

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