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Hamburger Virologe Schmidt-Chanasit: „Maskenpflicht für alle ist nicht sinnvoll“

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Von: Christian Einfeldt

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Hamburger Virologe Schmidt-Chanasit spricht sich im Zuge aktueller Debatten um Corona-Maßnahmen gegen die Maskenpflicht aus. Sie sei längst „nicht für alle sinnvoll“.

Hamburg – Die Corona-Zahlen schießen europaweit in die Höhe. Die ersten Urlaubsländer kehren sogar wieder zum 3G-Konzept zurück – und auch in Deutschland wird diskutiert, wie man mit der aktuellen Situation rund um den Corona-Subvarianten von Omikron umzugehen hat. Die ersten Bundesländer sprechen sich bereits für eine Wiederaufnahme bekannter Maßnahmen, wie etwa der Maskenpflicht, aus. Wäre eine solche Rückbesinnung überhaupt sinnvoll? Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit bezieht nun klar Stellung – und lehnt dabei eine potenzielle Maskenpflicht explizit ab.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher

Virologe der Universität Hamburg lehnt Maskenpflicht ab: „Situation ist eine andere“

Während derzeit auch in Hamburg die Corona-Zahlen explodieren, sind Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen schon vorangegangen: Sie fordern seitens der Bundesregierung eine Reaktion in Form von verschärften Corona-Maßnahmen. Im besten Fall soll so eine Corona-Welle im Herbst umgangen werden. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, würde eine entsprechende Entscheidung gleichbedeutend mit der Rückkehr zu den 3G-/2G-Regeln und der Maskenpflicht sein. Eine Stimme der Universität Hamburg wird nun laut, die sich gegen eben jene Forderung wehrt. Sie stammt vom Virologe und Hochschullehrer Jonas Schmidt-Chanasit. Es sei der aktuellen Situation „nicht angemessen, jetzt mit einzelnen Maßnahmen und Forderungen vorzupreschen“.

Virologe Schmidt-Chanasit blickt in die Kamera. Daneben hält ein Mensch eine Maske fest.
Virologe Schmidt-Chanasit lehnt die Rückkehr zur Maskenpflicht ab. © Daniel Bockwoldt/dpa und IMAGO / Michael Gstettenbauer

Zunächst müsse man die Evaluation der bisherigen Corona-Maßnahmen abwarten, sagt er im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, bei dem er über die geforderten Maßnahmen noch deutlicher wird: „Über 2G- oder 3G-Regelungen müssen wir gar nicht diskutieren, denn die Situation ist inzwischen eine ganz andere.“ Einen großen Unterschied zu anderen Zeitpunkten der Corona-Pandemie mache etwa der Umstand, dass es mittlerweile „fast niemanden mehr“ geben würde, „der nicht geimpft oder genesen ist.“

Virologe von der Uni Hamburg: „Millionen Euro für Masken anderswo besser eingesetzt“

Seitens des Bundesgesundheitsministerium heißt es, dass die Einschätzungen bezüglich vergangener Corona-Strategien bis zum 30. Juni erstellt und der Regierung übermittelt werden sollen. Schmidt-Chanasit pocht darauf, dass man diese Evaluation erst einmal abwartet, bevor man mögliche Maßnahmen fordert. Die Maskenpflicht, die etwa bei Fahrten mit Bussen und Bahnen des HVV nach wie vor verpflichtend ist, sei laut des 43-jährigen Virologen ein valider Schutz vor einer Infektion, „um wie viel Prozent eine Maskenpflicht die Todeszahl oder Krankenhaus­einweisungen senken kann“, sei seiner Meinung nach jedoch fraglich.

Der Virologe kommt zur Schlussfolgerung, dass „die Millionen Euro für Masken“ womöglich „anderswo besser eingesetzt“ sein könnten. Auch diesbezüglich müsse man die Datenauswertung des Ministeriums abwarten: „Sollte die Homeoffice-Regelung viel effizienter sein als eine Maskenpflicht, hätte im Herbst Homeoffice die höhere Priorität“, sagt Jonas Schmidt-Chanasit dem RND.

Hamburger Virologe bezeichnet Maskenpflicht im Supermarkt als „überflüssig und Ressourcen­verschwendung“

Der Virologe der Universität Hamburg bringt darüber hinaus noch einen weiteren Aspekt in die Diskussion: In der Frage nach einer Maskenpflicht sei es womöglich ohnehin erforderlich, zum einen zwischen einer medizinischen Mund-Nasen-Maske und einer FFP2-Maske zu unterscheiden, als auch zwischen Geimpften, Kindern und Schülern zu differenzieren.

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Das Fazit des 43-Jährigen: „Für die allgemeine Bevölkerung ist eine FFP2-Maskenpflicht nicht sinnvoll.“ Weiter heißt es: „Um im Supermarkt einzukaufen, ist eine FFP2-Maskenpflicht überflüssig und Ressourcen­verschwendung“ – nicht zuletzt deshalb, weil fraglich ist, inwiefern das Tragen einer Maske überhaupt den bestmöglichen Schutz bieten kann. Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißt es dazu: „Selbst bei Personal im Gesundheitswesen“ sei eine „korrekte Tragweise (...) nicht immer sicher gewährleistet“ – ein weiterer Aspekt, der Schmidt-Chanasits Argumentation gegen die erneute Einführung der Maskenpflicht stützt.

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