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Hamburger Lieferdienst vor dem Aus? „Frischepost“ meldet Insolvenz an

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Von: Bona Hyun

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Der Hamburger Lieferdienst Frischepost meldet nach sieben Jahren Insolvenz an. Grund ist der Rückzug eines Partners aus dem Übernahmegeschäft.

Hamburg – Nach sieben Jahren muss der Hamburger Lieferdienst Frischepost Insolvenz anmelden. Der Antrag wurde laut einer Pressemitteilung, die 24hamburg.de vorliegt, am 28. Juli beim Hamburger Amtsgericht eingereicht. Grund für den Insolvenzantrag sei der plötzliche Rückzug des Geschäftspartners Footprint.Club. Dieser sollte Frischepost noch im Mai übernehmen, doch daraus wurde nichts. „Ein harter Schlag“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Finn Peters in Hamburg auf Anfrage von RTL Nord. Doch sowohl Peters als auch Frischepost Geschäftsführerin Eva Neugebauer sind guter Dinge.

E-Food Lieferdienst:Frischepost GmbH
Gründungsjahr:2015
Geschäftsführerin:Eva Neugebauer

Aus nach sieben Jahren? Hamburger Online Lieferdienst Frischepost muss Insolvenz anmelden

Durch den überraschenden Rückzug sei in dem Unternehmen eine Liquiditätslücke entstanden, wie Eva Neugebauer von der Frischepost GmbH in der Pressemitteilung bekannt gab. Derzeit würden Gespräche mit potenziellen Partnern geführt, die seit längerer Zeit an einer Übernahme interessiert waren. Der Geschäftsbetrieb werde ohne Einschränkung fortgeführt. Glück für die Mitarbeiter, denn im Gegensatz dazu musste das Hotel Park Hyatt nach 24 Jahren für immer schließen und seine Mitarbeiter entlassen. Auch dem edlen Italiener Portnovo an der Alster könnte nach 14 Jahren das Aus drohen, weil der Mietvertrag nicht verlängert wird.

Eine Box mit Lebensmitteln
Der Hamburger Lieferdienst Frischepost muss nach sieben Jahren Insolvenz anmelden – das Übernahmegeschäft sei plötzlich geplatzt. © Daniel Karmann/dpa

Hamburger Lieferdienst nach Insolvenzantrag: Mitarbeiter werden weiterhin beschäftigt

Solange das Insolvenzverfahren läuft, sollen alle 65 Mitarbeiter weiter beschäftigt bleiben und auch bezahlt werden, wie Insolvenzverwalter Peters RTL Nord mitteilte. Neugebauer ist überzeugt, eine schnelle und positive Lösung für Frischepost finden zu können. Sie hofft, dass sie ihre Vision mit einem neuen Partner weiterführen werde, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Peters ist zuversichtlich. „Nach den ersten Gesprächen mit der Frischepost Geschäftsführung und Übernahmeinteressenten bin ich sehr zuversichtlich, dass wir bereits in kurzer Zeit eine Fortführungslösung für Frischepost finden werden.“

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Hamburger Lieferdienst Frischepost will nachhaltigen Lebensmittelkonsum und Landwirtschaft fördern

Frischepost gibt es neben Hamburg noch in Berlin, Köln und am Rhein-Main. Der Onlinelieferdienst aus Hamburg bringt Kunden Lebensmittel bis vor die Haustür. Ziel von Frischepost ist es, das Bewusstsein für den Konsum nachhaltiger Lebensmittel zu stärken. Zudem will Frischepost regionale Erzeuger und Kunden vernetzen, um nachhaltige Landwirtschaft zu fördern.

Eine Frischepost Mehrwegbox
Frischepost setzt viel Wert auf nachhaltigen Lebensmittelkonsum und vernetzt regionale Erzeuge und Kunden. Waren werden in E-Autos und in Boxen geliefert. © Franziska Evers/ Frischepost GmbH

Das Sortiment reiche laut businessinder.de von saisonalem Obst und Gemüse, über Wurst und Käse bis hin zu Backwaren, Chips, Nudeln und veganen Alternativen. Das Start-up beliefert ebenfalls Kitas mit Frühstücks- und Kochboxen. Die Waren werden mit Elektroautos in Pfandboxen ausgeliefert. Kunden können sich die Lebensmittel auch automatisch im Lebensmittel-Abo bestellen.

Für die Kunden bleibt abzuwarten, wie es jetzt mit Frischepost weitergehen wird. Die positiven Rezensionen lassen für sich sprechen – wohingegen Kunden eines anderen Online-Lieferanten sich über neue Änderungen ärgern dürften: Amazon stellt nämlich einen beliebten Dienst für immer ein.

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