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„Größtes Raubtier der Welt“: Argentinische Ameise in Deutschland auf dem Vormarsch

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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In Deutschland breiten sich immer wieder eingeschleppte Insekten aus. So auch die Argentinische Ameise, die großen Schaden anrichten kann.

Hamburg – Die Argentinische Ameise, in Fachkreisen auch „Linepithema humile“ genannt, stammt eigentlich aus Südamerika. Doch auch in Deutschland ist sie beheimatet und breitet sich immer mehr aus. Das Problem bei den winzigen Krabblern: Dort, wo sie auftauchen und sich ausbreiten, richten sie großen Schaden an.

Wie sieht die Argentinische Ameise aus?

Die Argentinische Ameise (Linepithema humile), die zur Ordnung der Hautflügler gehört, ist etwa 2,1 bis 4,9 mm groß und dunkelbraun gefärbt.

Dass sich die Argentinische Ameise ausbreitet, ist nicht neu. Wie Planet-Wissen berichtet, sind die kleinen Insekten aus Südamerika womöglich schon vor hunderten Jahren nach Europa gekommen. Experten vermuten, dass die Argentinische Ameise über Handelsschiffe nach Europa gekommen sein könnte. Zunächst siedelte sie sich so auf den Inseln Madeira im Atlantischen Ozean und auf spanischem Festland an.

Argentinische Ameise in Deutschland: Nicht nur ein Albtraum für Ihren Garten

Weil sich die Ameisen so schnell vermehren, können sie schnell zur Gefahr für ihren Garten werden. Sie bauen ihre Nester unter der Erde. Diese liegen dann meist bis zu einem halben Meter tief. Das kann im Garten zu Schäden an Pflanzenwurzeln führen und dem Aussehen ihres Gartens enorm schaden. So führen beschädigte Wurzeln zum Beispiel oft zu braunen Stellen auf dem Rasen. Die Bodenqualität kann unter der Argentinischen Ameise also stark leiden.

Argentinische Ameisen erobern einen Reiskorn auf dem Boden.
Argentinische Ameise auf dem Vormarsch – sie kann großen Schaden anrichten. © Rights Managed/imago

Doch nicht nur das. Die Argentinische Ameise kann das ganze Öko-System auf den Kopf stellen. Denn sie gilt als äußerst aggressiv und angriffslustig, tötet andere Ameisen und frisst anderen Insekten das Futter weg.

„Größtes Raubtier der Welt“: Warum ist die Argentinische Ameise so gefährlich?

Doch das Gute vorweg: Für den Menschen an sich sind die Argentinischen Ameisen nicht gefährlich, da sie weder beißen noch stechen. Dafür können die kleinen Insekten großen Schaden anrichten. Zum einen sind sie beim Fressen – sie sind Allesfresser und ernähren sich von Pflanzen und Insekten, egal ob tot oder lebendig – nicht wählerisch. Zum anderen gibt es in einem Nest nicht nur eine Königin, sondern gleich 15 bis 20 Stück. So kann sich die Ameisen-Kolonie schnell verbreiten und weiter leben, sollte eine der Königinnen versterben.

Wie kann man die Argentinische Ameise loswerden?

Die Argentinische Ameise ist sehr hartnäckig und lässt sich dementsprechend auch nur schwer vertreiben. Forscher glauben, dass sie möglicherweise durch Pheromone gestoppt werden können. Allerdings gibt es dazu bisher keine gesicherten Erkenntnisse.

Experten gehen laut Planet-Wissen davon aus, dass alle Argentinischen Ameisen aus Europa von ein und derselben eingewanderten Kolonie abstammen. Dabei arbeitet die Kolonie als solche zusammen. So bildet sie Argentinische Ameise einen Superorganismus, der sich vom Mittelmeerraum nach Deutschland ausbreitet. Planet-Wissen bezeichnet die Argentinische Ameise aufgrund dieses Zusammenhalts sogar als das „größte Raubtier der Welt“.

Da die Insekten als Kolonie zusammenarbeiten, sind sie nämlich äußerst effizient, sie sparen Energie beim Kampf und Bau von Lebensräumen und haben weniger Fressfeinde. Dadurch können andere Ameisen oder kleine Insektenarten von der Argentinischen Ameise leicht verdrängt werden. Wie br.de berichtet, hat die Argentinische Ameise einheimische Ameisen bereits komplett vernichtet.

Insekten auf dem Vormarsch: Ammen-Dornfinger und West Nil Virus in Deutschland angekommen

Die Argentinische Ameise ist nicht das einzige Insekt, das ursprünglich aus anderen Ländern nach Deutschland einmarschiert ist. So breitet sich aktuell das ursprünglich aus Südafrika stammende West Nil Virus über Stechmücken hierzulande aus. Zwar wird das Virus auch von heimischen Mücken übertragen, doch wurde es wohl über Zugvögel nach Deutschland transportiert. Das West Nil Virus kann laut RKI sogar tödlich enden.

Und noch ein Insekt sorgt inzwischen auch in Deutschland für Aufsehen. Die Ammen-Dornfinger-Spinne, deren Biss Schmerzen und Schwellungen verursacht, breitet sich in Hamburg und weiteren Teilen von Norddeutschland aus. Die Spinne ist die einzige, die „einzige Spinnenart, die in der Lage ist, die menschliche Haut nach massiver und direkter Störung mit ihren Kieferklauen zu durchdringen und ihr Gift zu injizieren“.

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