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Giftiger Ölkäfer lebt unter uns – er kann sogar Menschen töten

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Von: Olaf Kubasik

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Der Schwarzblaue Ölkäfer zählt zu den zehn giftigsten Tieren Deutschlands – und kommt auch in der Region um Hamburg vor.

Hamburg – Mit ihm ist nicht gut Kirschen essen. Das signalisiert das auch schon in der Region Heilbronn gesichtete Insekt bereits durch seine Körperfarbe: ein auffälliges Schwarzblau. Eine deutliche Warnung an alle Fressfeinde. Aber auch an Menschen, die dem unter Artenschutz stehenden Schwarzblauen Ölkäfer an den Kragen wollen – DENN: Er zählt zu den zehn giftigsten Tieren Deutschlands. Und kann mit seinem Wehrsekret, dem Reiz- und Nervengift Cantharidin, sogar einen erwachsenen Menschen töten. Wohingegen andere Käfer „nur“ für schwere Erkrankungen sorgen.

ArtSchwarzblauer Ölkäfer
KlasseInsekten
GattungKäfer
VerbreitungEuropa bis Zentralasien
WehrsekretCantharidin (Reiz- und Nervengift)

Mit dem bis zu 35 Millimeter groß werdenden Schwarzblauen Ölkäfer wird Fluch und Segen verbunden. Im antiken Griechenland wurde sein Reiz- und Nervengift für Hinrichtungen benutzt, Morde mit Cantharidin sind sogar bis in die Neuzeit bekannt.

Schwarzblauer Oelkaefer hängt in einem Strauch.
Giftiger Ölkäfer lebt unter uns – er kann sogar Menschen töten. (24hamburg.de-Montage) © McPHOTO/A. Schauhuber/imago

Allerdings galt das aus den Kniegelenken des Käfers abgesonderte gelbe Wehrsekret anno dazumal auch als Heilmittel gegen allerlei Krankheiten. In Honig zubereitete Schwarzblaue Ölkäfer dienten zudem als Liebesgetränk zur Steigerung der Potenz. Aufgrund der hohen Toxizität jedoch oft mit fatalen Folgen für Lustsuchende...

Hamburg: Ölkäfer ist auch für Menschen hochgiftig

Im Gegensatz zum Norden und Osten Deutschlands gibt es Claus Wurst zufolge im Süden „nur sehr wenige Funde“ Schwarzblauer Ölkäfer, die im Gegensatz zu einem anderen Gattungsgenossen nicht als Schädling gelten. Der NABU-Fachbeauftragte für Käfer erklärt gegenüber echo24.de: „Die Art entwickelt sich ausschließlich bei am Boden lebenden Wildbienen, sodass Larven, die sich ‚irrtümlich‘ an den falschen Wirt, die Honigbiene, klammern, zugrunde gehen.“

Trotz seiner enormen Vermehrungskraft steht das „Insekt des Jahres 2020“ auf der Roten Liste für gefährdete Arten. Das liegt am Verlust ihres Lebensraums, aber auch am Straßenverkehr – DENN: Der Entwicklungsprozess des Käfers ist sehr störungsanfällig, wie echo24.de berichtet.

Man müsste schon wirklich einen Käfer buchstäblich bis aufs Blut reizen und sich hinterher in den Augen reiben oder den Finger ablutschen, um überhaupt etwas zu bemerken. 

Claus Wurst, NABU-Fachbeauftragter für Käfer

Schwarzblaue Ölkäfer: In der Regel wenig aggressiv und angriffslustig

Wer in freier Wildbahn dem Killer-Käfer begegnet, sollte ihn einfach seiner Wege ziehen lassen. DENN: Er wird im Gegensatz zu anderen Insekten nicht ohne Grund aggressiv. NABU-Experte Claus Wurst: „Man müsste schon wirklich einen Käfer buchstäblich bis aufs Blut reizen und sich hinterher in den Augen reiben oder den Finger ablutschen, um überhaupt etwas zu bemerken.“

Auch Hundebesitzer müssten sich keine Sorge machen, selbst wenn ihr Haustier dem Schwarzblauen Ölkäfer zu aufdringlich sein sollte: „Seine Ausscheidung von stark riechenden Hämolymphtröpfchen schreckt bei starken Störungen rasch jeden Hund ab.“ Der seltene Käfer muss somit zum Töten „missbraucht“ werden, was ihn von diesem gefährlichen Insekt gänzlich unterscheidet. Giftige Tiere treten auch in Deutschland immer wieder auf. So verbreitet sich über Mücken inzwischen auch das West-Nil-Virus in Deutschland. Die giftige Ammen-Dornfinger-Spinne treibt ebenfalls bereits ihr Unwesen in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

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