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Viele kennen ihn nicht: Mit dem „Geschwisterbonus“ mehr Elterngeld bekommen

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Von: Anika Zuschke

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Der Geschwisterbonus steht Familien mit mehreren Kindern zu, die auch Elterngeld beantragt haben. Welche Voraussetzungen noch erfüllt sein müssen, zeigt diese Übersicht.

Update vom 12. Januar 2023: Übrigens: Kennen Sie schon diese sieben Tricks, mit denen Sie an mehr Elterngeld kommen können?

Erstmeldung vom 11. Januar 2023: Hamburg – Viele Eltern in Deutschland wollen ihre Kinder nach der Geburt nicht sofort in eine Kita geben und hängen aus diesem Grund für einen gewissen Zeitraum ihre Erwerbstätigkeit an den Nagel. Um Familien in dieser Zeit finanziell zu unterstützen, hat die Regierung das sogenannte Elterngeld eingeführt. Kommen nach dem ersten Kind noch kleine Geschwister dazu, kann die Zahlung sogar erhöht werden – dieser Zuschlag nennt sich „Geschwisterbonus“. Wem das zusätzliche Geld zusteht und welche Voraussetzungen man dafür als Verbraucher erfüllen muss, erklärt 24hamburg.de.

Vom Nettoeinkommen abhängige Transferzahlung:Elterngeld
Hintergrund:Ausgleich für konkrete Nachteile in der Frühphase der Familiengründung
Anspruch haben:Eltern, die wegen der Betreuung eines Kindes nicht oder nicht voll erwerbstätig sind oder ihre Erwerbstätigkeit für die Betreuung ihres Kindes unterbrechen
Zuschlag auf Elterngeld:Geschwisterbonus

Zuschlag für weitere Kinder: Wann bekommt man den Geschwisterbonus bei Elterngeld?

Der Geschwisterbonus zeichnet sich nicht als eigenständige Bezugsform aus, sondern wird nur in Zusammenhang mit dem Elterngeld ausgezahlt. Voraussetzung für einen Anspruch auf das Geld ist demnach der Bezug von Basiselterngeld oder Elterngeld Plus. Darüber hinaus müssen Eltern – wie dem Namen des Zuschlags zu entnehmen ist – mindestens zwei Kinder haben, die ebenfalls im Haushalt des Antragstellers leben.

Darüber hinaus spielt auch das Alter der Kinder beim Geschwisterbonus eine entscheidende Rolle. Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Geld auf dem Konto landet:

Adoptivkinder und Zwillinge: Welche Kinder bekommen den Geschwisterbonus bei Elterngeld?

Bei Adoptivkindern wiederum spielt laut Familienportal.de der Tag, an dem das Kind in den Familienhaushalt aufgenommen wurde, eine große Relevanz. Das gilt auch, wenn das Adoptionsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, also bei einem sogenannten „Kind in Adoptionspflege“. Mit dem 14. Geburtstag des Adoptivkindes verfällt der Anspruch auf Geschwisterbonus jedoch.

Dieser kann auch für ein nicht-leibliches Kind des Ehe- oder Lebenspartners gewährt werden, allerdings ist dafür eine eingetragene Partnerschaft vonnöten. Ist man als Paar nicht verheiratet, hat das Kind des Partners keinen Anspruch auf den Zuschlag – auch wenn es im gleichen Haushalt lebt. Für Mehrlinge (also Zwillinge, Drillinge usw.) gibt es jedoch keinen Geschwisterbonus, da Mehrlinge in der Berechnung des Zuschlags wie ein Kind gezählt werden.

Zwei Brüder malen mit Buntstiften und ein Sparschwein.
Beim Geschwisterbonus handelt es sich um einen Zuschlag zum Elterngeld – doch wann bekommt man den Zuschuss? (24hamburg.de-Montage) © Westend61/MiS/Imago

Wie wird der Geschwisterbonus berechnet – und wie lange wird der Zuschlag gezahlt?

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird das einkommensabhängige Elterngeld – bei dem man mit einem Wechsel der Steuerklasse mehr Geld abräumen kann – um 10 Prozent erhöht. Dieser Zuschlag bildet den Geschwisterbonus. Die genaue Summe ist zwar vom Einkommen der Familie abhängig, doch können Empfänger von dem Zuschlag mit mindestens 75 Euro und maximal 180 Euro im Monat beim Basiselterngeld rechnen – auch wenn die 10 Prozent weniger als 75 Euro betragen würden. Erhalten Sie Elterngeld Plus, können Sie monatlich mit mindestens 37,50 Euro und maximal 90 Euro rechnen.

Der Geschwisterbonus landet so lange auf dem Konto der Berechtigten, bis die älteren Geschwisterkinder die genannten Altersgrenzen überschreiten. Ab dem darauffolgenden Lebensmonat entfällt der Zuschlag. Das Elterngeld wird jedoch weiterhin regulär überwiesen. Ab Januar 2023 wurde übrigens auch das Kindergeld merklich erhöht.

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Antrag für Geschwisterbonus ist nicht nötig – einfach Elterngeld für weiteres Kind beantragen

Ein Antrag für den Geschwisterbonus ist nicht nötig, da dieser an das Elterngeld gekoppelt ist und demnach kein gesondertes Antragsformular erfordert. Wie Elterngeld.de berichtet, wird der Bonus automatisch beantragt, wenn man den Kindergeldantrag für das Geschwisterkind ausfüllt. Die Elterngeldstelle überprüft anschließend den Anspruch.

Sie können sich nach Ihrem Elterngeldantrag für das Geschwisterkind also zurücklehnen und entspannt auf den Geschwisterbonus warten, solange Sie die Voraussetzungen für einen Anspruch auf den Zuschlag erfüllen.

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