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Wegen Gasmangel frieren? Kühlere Wohnungen sind laut Ärzten gesünder

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Von: Bona Hyun

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Es herrscht Gasnotstand – Haushalte fahren aus Sorge schon die Heizungen runter. Doch aus medizinischer Sicht sind kühle Wohnungen sogar gesünder.

Hamburg – Verbraucher zittern – wortwörtlich! Denn der vom Ukraine-Krieg herbeigeführte Gasmangel führt zu explodierenden Strom und Gaspreisen. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, gehen viele Haushalte beim Heizen auf Sparflamme. Was viele nicht wissen: Es ist sogar gesund, in kühlen Wohnungen zu leben. Das gaben Ärzte übereinstimmend bekannt. Sollten also die Heizungen in Hamburg kalt bleiben, würden die Verbraucher etwas für ihre Gesundheit und den Klimawandel tun – dazu würden sie die hohen Nebenkosten für Gaspreise abfedern.

Durchschnittliche Energiebedarf im Single-Haushalt:1.000 bis 2.000 Kilowattstunden pro Jahr
Durchschnittliche Energiebedarf im Pärchen-Haushalt:1.500 bis 3.000 Kilowattstunden pro Jahr
Durchschnittliche Energiebedarf im 3-Personen-Haushalt:2.000 bis 3.500 Kilowattstunden pro Jahr

Gas sparen in Deutschland: „Gesund zu zittern“– Ärzte raten zu kühler Raumtemperatur in Wohnungen

Haushalte reduzieren ihren Stromverbrauch und auch Warmwasser wird von Vermietern bereits rationiert. Das bereitet vielen Sorgen, aber dabei wäre es gar nicht so schlecht, wenn man nicht so viel heizen würde. Das Umweltbundesamt (UBA) rät zu kühleren Innentemperaturen: „Die Raumtemperatur sollte im Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad Celsius betragen“, heißt es laut rp-online.de beim UBA. Die optimale Außentemperatur für sportliche Höchstleistung liege bei unter 20 Grad. Andreas Matzarakis vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des DWD wertete 26 Grad als die Temperatur aus, bei der die Menschen die wenigste Energie verbrauchen.

Eine Frau, die friert und mit Schal Tee trinkt und eine runtergedrehte Heizung
Der Gasmangel besorgt Haushalte. Doch kalte Wohnungen sind Ärzten zufolge ohnehin gesünder für Menschen. © Bihlmayerfotografie/Westend61/imago (24hamburg.de Montage)

In der Wohnung sind 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer empfehlenswert. Entscheidend bei der Regulierung der Raumtemperatur sei „die individuelle Behaglichkeitstemperatur“, so das UBA. Doch was Menschen als angenehme Temperatur empfinden, ist meistens nicht gesund für den Körper, wie Fahrarzt Prof. Stephan Vavricka mitteilte.

Darum sind kühlere Wohnungen gesünder: Beim Frieren wird Fettgewebe abgebaut

Vavricke zufolge würden kühlere Raumtemperaturen den Menschen guttun, da beim Zittern Fettgewebe abgebaut wird. „Eigentlich wäre es gesund, wenn wir täglich vor Kälte zittern“, zitierten mehrere Medien Vavricke. Dem schließt sich Leonard Fraunberger von der Universität Erlangen-Nürnberg an. „Eine niedrigere Raumtemperatur wäre aus medizinischer Sicht für viele Menschen gut“, erklärte der Internist und Sportmediziner. Regelmäßige Bewegung stärkt die Abwehrkräfte und zusätzlich tun die Verbraucher etwas für das Klima.

Kühle Wohnungen sind gesünder und sparen Energie – doch Menschen sind an Wärme gewöhnt

Obwohl kühlere Wohnungen zu einer besseren Gesundheit der Menschen beitragen, bevorzugen Verbraucher eine warme Raumtemperatur. Die Menschen sind tendenziell an Wärme gewöhnt. Das „thermische Empfinden“ ist dabei vielseitig beeinflussbar – bis zu 70 Faktoren wirken darauf ein. Dazu gehören neben Müdigkeit und Hunger auch Stress und Krankheit, wie Medizin-Meteorologe Matzarakis erklärte.

Auch die Fähigkeit, Wärme zu produzieren, spielt eine große Rolle. Die hängt von Gewicht, Muskelmasse, Bewegungsaktivität und davon, ob man genug gegessen hat, ab. Frauen würden deshalb häufiger frieren als Männer, da Männer mehr Muskeln haben und mehr Wärme produzieren.

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Um sich trotzdem an kühlere Raumtemperaturen zu gewöhnen, sollten Verbraucher schrittweise vorgehen. Ein Sprung von 25 auf 15 Grad wäre eine zu große Umstellung. Matzarakis kann weiterhin für kühle Wohnungen plädieren, denn „mit jedem Grad, um das ich die Raumtemperatur senke, spare ich sechs Prozent Energie“ – ein Notfallplan, der für Hamburger beim Sparen von Gas gelegen kommt. Es stellt sich heraus, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, wie Mieter bei den explodierenden Energiepreisen gegen hohe Nebenkosten vorgehen können.

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