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Nicht nur Energiepauschale: Regierung entlastet viele Rentner mit „Wohngeld Plus“

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Von: Steffen Maas

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Mit einer großen Wohngeldreform zum 1. Januar 2023 will die Regierung neben der Energiepauschale Geringverdiener finanziell entlasten – besonders Rentner.

Hamburg/Berlin – „Mehr Wohngeld für mehr Menschen“, verspricht die Bundesregierung im Zuge ihrer großen Wohngeldreform 2023. Die Änderung des Gesetzes, das nach Zustimmung der Bundesländer zum 1. Januar 2023 in Kraft treten soll, bringt Geringverdienern nicht nur einen zweiten Heizkostenzuschuss nach der Energiepauschale, sondern vor allem eine Erhöhung der Auszahlung und eine Senkung der Anforderungen. So soll die Zahl der berechtigten Haushalte von heute 660.000 auf zwei Millionen ansteigen. Besonders Rentnerinnen und Rentner profitieren davon.

Name:Wohngeld
Art:soziale Sicherungsleistung
In Form von:Mietzuschuss und Lastenzuschuss
Empfänger:Geringverdiener
Einführung:1. April 1965

Nach Energiepauschale bald Wohngeldreform : Großer Anteil von Rentnern kann Wohngeld beantragen

Denn von den über 600.000 wohngeldberechtigten Haushalten (in denen rund 1,5 Millionen Personen leben) sind aktuell fast die Hälfte Ruheständler. Bleibt es bei dieser Verteilung, würden zum kommenden Jahr etwa 700.000 Rentner-Haushalte zusätzlich nach der Energiepauschale Anspruch auf das „Wohngeld Plus“ erhalten. Nicht umsonst betonte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei der Verkündung seiner Reformpläne, dass die Pläne „ganz besonders“ Rentnerinnen und Rentner im Blick hätten.

Das Servicemagazin ihre-vorsorge.de rechnet ein Beispiel vor, anhand dessen der erweiterte Berechtigtenkreis deutlich wird: So würde ein alleinstehender Rentner mit einem Bruttoeinkommen von 1500 Euro und einer Bruttokaltmiete von 500 Euro unter den aktuellen Vorgaben kein Wohngeld bekommen. Lebt der Beispiel-Rentner in einer Stadt der mittleren Mietstufe 4 – im Hamburger Umfeld wäre das etwa Elmshorn – hätte er ab dem 1. Januar 2023 hingegen Anspruch auf 153 Euro Zuzahlung. Je nachdem, ob Einkommen auf den Freibetrag angerechnet werden kann, würde sich die Auszahlung entsprechend noch erhöhen.

Geld
Besonders Rentner können sich nach der Energiepauschale wieder freuen: Wo die Rente nicht reicht, hilft das Wohngeld Plus ab 1. Januar 2023 bald noch effektiver. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/Illustration

Wohngeld Plus: Erhöhung der Auszahlung und nach Energiepauschale einmaliger „Heizkostenzuschuss 2“

Neben der Ausweitung des Berechtigtenkreises durch die Erhöhung der Einkommensgrenze gibt es zudem mehr Geld – dringend benötigt bei Rentnern, die mit ihrem geringen Einkommen in den letzten Monaten von den explodierenden Lebenserhaltungskosten überrollt wurden. An dieser Stelle hilft auch schon die Energiepauschale, die im Dezember ausgezahlt wird – und die fiese Betrüger den Senioren gerade streitig machen wollen.

Konkret gibt es ab Januar 2023 dann im Durchschnitt 190 Euro mehr im Monat. „Das bedeutet eine Verdopplung des Wohngeldes“, unterstreicht die Presseabteilung der Bundesregierung in einer Mitteilung. Das bedeutet eine drastische Erhöhung: Aktuell wird Empfängern durchschnittlich rund 180 Euro Wohngeld ausgezahlt, ab dem kommenden Jahr wären es dann rund 370 Euro im Monat.

Wer hat Recht auf Wohngeld?

Als ganz schnelle Hilfe in der aktuellen Krise kommt zudem eine Einmalzahlung dazu: Die Bundesregierung will rund zwei Millionen Menschen, darunter auch den Wohngeldbeziehern, einen zweiten Heizkostenzuschuss auszahlen – der erste war etwa in Hamburg bereits im September ausgeschüttet worden. Für eine Person sind 415 Euro, für zwei Personen 540 Euro und für jede weitere Person zusätzliche 100 Euro vorgesehen. „Der Zuschuss soll möglichst noch vor Jahresende von den Ländern ausgezahlt werden“, wünscht sich die Bundesregierung.

Wohngeld ab 2023 berechnen – Wohngeldrechner im Internet hilft

Wer jetzt schauen möchte, in welcher Höhe er vom Wohngeld profitiert, der kann die ungefähre Auszahlung per Wohngeldrechner berechnen. Beim Angebot von wohngeld.org etwa können Verbraucher bereits jetzt die neuen Gesetzesänderungen in die Berechnungen mit einfließen lassen. Die dafür notwendigen Angaben sind: der Wohnort, die Kaltmiete und die Anzahl der berechtigten Haushaltsmitglieder.

Wichtig: Ob man überhaupt berechtigt ist, sagt einem der Rechner nicht – er arbeitet nur mit den eingegebenen Zahlen. Gesicherte Informationen gibt es deshalb entweder im informativen Frage-und-Antwort-Blatt des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen oder noch konkreter dort, wo das Wohngeld auch beantragt werden muss: In Hamburg sind die Sozialen Dienstleistungszentralen der jeweiligen Bezirksämter zuständig.

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