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Freiwillig mit Corona infizieren: Warum das auch bei Omikron keine gute Idee ist

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Weil Omikron mehrheitlich milde Verläufe auslösen soll, stecken sich Menschen freiwillig mit dem Virus an, um Antikörper zu bilden. Doch das ist keine gute Idee.

Hamburg – Raus aus der Coronavirus-Pandemie. Das ist, wovon Menschen rund um den Globus derzeit träumen. Und während andere Länder ihre Maßnahmen trotz hoher Zahlen nach und nach fallen lassen, hält Deutschland weiter an der Inzidenz und strengen Regeln fest. Auch, weil die Impfquote noch immer nicht hoch genug ist und vielen Menschen weiter ein schlimmer Verlauf droht. Um einen Immunschutz zu erzeugen, kommen Impfskeptiker nun aber auf eine ganze andere Idee. Und für die ist nicht einmal eine Spritze nötig. Sie stecken sich freiwillig mit dem Virus an – doch dieses Vorhaben ist riskant und gefährlich.

Land:Deutschland
Erstimpfung (4. Februar):63.123.698
Grundimmunisert (4. Februar):61.763.145
Geboostert (4. Februar):44.852.424

Anstecken statt Impfen: Warum es nicht gut ist, sich freiwillig mit Omikron zu infizieren

Wer sich nach dem Booster mit dem Coronavirus infiziert, dürfte nachhaltig vor Ansteckung und schweren Verläufen geschützt sein, erklärte kürzlich Top-Virologe Christian Drosten, der nicht an große Regel-Lockerungen vor Ostern glaubt. Weil auch eine Infektion eine nötige Immunantwort hervorruft, kommen Impfskeptiker und Impfgegner auf die Idee, sich einfach freiwillig mit dem Virus anzustecken. Immerhin gelte man hinterher für drei Monate als genesen und hätte im Rahmen von 2G Zutritt zu bestimmten Einrichtungen.

Ein Smartphone zeigt einen positiven Coronatest an – viele wollen sich freiwillig anstecken.
Freiwillig mit Omikron infizieren? Warum das nicht schlau ist. © Felix Schlikis/imago

Doch was gut und einfach klingt, kann im äußersten Fall sehr gefährlich werden. Eine Erfahrung, die auch eine Familie aus Tschechien gemacht hat. Während Vater und Sohn geimpft waren, entschloss sich die Mutter, sich freiwillig mit dem Virus zu infizieren, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Doch dazu kam es nicht mehr, denn die 57-Jährige starb am Coronavirus.

Auch Omikron kann schwere Verläufe und Long Covid auslösen: Virologin hält Idee für „absurd“

Weil Omikron, die Variante des Coronavirus, die gerade über Deutschland hinweg rollt, die Lunge jedoch seltener angreift und insgesamt für mildere Verläufe bekannt ist, wird die freiwillige Infektion für viele immer mehr zur Option. Virologin Sandra Ciesek bezeichnete dieses Vorhaben im NDR Coronavirus-Update als fahrlässig*.

„Für mich ist es absurd, dass man sich extra überlegt, sich anzustecken. Ich stecke mich ja auch nicht absichtlich mit dem Hepatitis-C-Virus an, nur weil man es gut behandeln kann. Das kann ich als Ärztin nicht nachvollziehen, allein weil ich das Gesundheitssystem nicht noch weiter belasten will. Davon möchte ich entschieden abraten“, macht Ciesek deutlich.

Immerhin könne man nie wissen, wie der eigene Körper das Virus wegstecke. Zudem sei die Gefahr vor Long Covid im Anschluss an die Infektion auch bei Omikron gegeben.

Selbst milde Corona-Verläufe können gesundheitliche Folgen haben

Eine Studie aus dem Hamburger UKE hatte außerdem gezeigt, dass selbst milde Verläufe einer Covid-19-Erkrankung gesundheitliche Konsequenzen haben können. So zeigten sich bei den Probanden nach mildem Verlauf Schäden an Herz, Lunge und Nieren. Obendrein kann auch ein milder Verlauf zu zahlreichen Symptomen führen, die den Körper für Tage außer Gefecht setzen. Denn was viele nicht wissen: Ein milder Coronaverlauf geht in der Regel mit Fieber, starker Müdigkeit und Gliederschmerzen einher.

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Zudem kann jede Infektion zu einer potenziellen Belastung des Gesundheitssystems führen. Keiner kann vorher wissen, wie schwer er an Covid-19 erkrankt. Wer sich freiwillig ansteckt, nimmt das in Kauf und riskiert eine Überlastung der Krankenhäuser. Jeder, der es trotzdem versuche, sei „verrückt“, sagte Robert Murphy von der Northwestern University Feinberg School of Medicine dem Sender CNN. Denn auch in Amerika hält sich der Trend, sich freiwillig zu infizieren, hartnäckig. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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