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Falsche Weihnachtsgeschenke erhalten? Das gibt‘s beim Umtausch zu beachten

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Von: Anika Zuschke

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Schon wieder das falsche oder sogar ein kaputtes Weihnachtsgeschenk bekommen? Keine Sorge, das lässt sich in vielen Fällen umtauschen. Darauf sollten Sie achten.

Hamburg – Die Kerzen auf dem Adventskranz sind heruntergebrannt, alle Weihnachtsfilme auf Netflix durchgeguckt und langsam beginnt der Alltagstrott wieder. Weihnachten ist vorbei, doch etwas bleibt – die Geschenke! In manchen Fällen ist das aber gar nicht so gewollt. Ob wegen beschädigter Ware oder falsch ausgewählten Präsenten, manchmal ist es nötig, vom eigenen Umtauschrecht Gebrauch zu machen. Ein Überblick, welche Rechte Ihnen zustehen und wie sich die Corona-Pandemie auf das Umtauschen auswirkt.

Auf Landesebene organisierte Vereine:Verbraucherzentrale
Gründung:2000
Mitglieder:51 Verbraucherorganisationen
Hauptstandort:Düsseldorf

Weihnachtsgeschenke umtauschen: Diese Rechte haben Sie im Online-Versand und im Laden

Dabei sollte vorweggenommen werden, dass sich das Umtauschen von Geschenken im stationären Handel und Online voneinander unterscheiden. Ist die Ware nicht beschädigt, gilt im Laden grundsätzlich kein Anspruch auf einen Umtausch. In dem Falle heißt es: gekauft ist gekauft. Da der Kaufende sich die Ware im Geschäft genau angucken konnte, gilt ab der Bezahlung ein für beide Seiten bindender Vertrag ohne Widerrufsrecht. Viele Händler sind jedoch kulant und tauschen die Geschenke auch freiwillig um.

In dem Fall ist es aber dem Händler überlassen, was er dem Kunden dafür anbietet. „Das kann ein Gutschein sein, Geld zurück oder ein gleichwertiges Produkt“, erklärt der Handelsverband Deutschland (HDE) laut Ökotest.de. Die Verbraucherzentrale rät dazu, den Kassenzettel deswegen aufzubewahren und sich schon beim Kauf der Ware darüber zu informieren, ob das Geschenk umgetauscht werden kann. Doch was passiert, wenn der Laden wegen Corona geschlossen hat? In der für Einzelhändler extrem schwierigen Zeit zeigen sich die Verkäufer oft noch kulanter und bieten aus eigenen Stücken verlängerte Rückgabefristen an.

Kaputtes Geschenk zu Weihnachten bekommen? So wird ein Umtausch leichter

Ist ein Produkt jedoch fehler- oder mangelhaft, wird die zweijährige Gewährleistungsfrist geltend gemacht. Der Händler ist in dem Fall dazu verpflichtet, defekte Ware umzutauschen oder zu reparieren. Um den ganzen Prozess reibungsloser zu gestalten, rät die Verbraucherzentrale dazu, das defekte Produkt schriftlich per Brief oder Mail zu reklamieren und dabei die Mängel möglichst genau zu beschreiben. Ein Umtausch in Australien ist ziemlich aus dem Ruder gelaufen: Dort wollte ein Kunde 4.800 Rollen Klopapier umtauschen – der Verkäufer reagierte genial.

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Umtausch von Weihnachtsgeschenken aus dem Internet: Hier gilt das Widerrufsrecht

Das Shoppen im Internet bringt dagegen in jedem Fall ein 14-tägiges Widerrufsrecht mit sich. Im Zeitraum von zwei Wochen nach Erhalt der Ware können unzufriedene Kunden also ihre Geschenke ohne einen triftigen Grund oder Mängel wieder zurückschicken. Ausnahmen gelten dabei nur für personalisierte Ware, schnell verderbliche Produkte wie Lebensmittel oder Veranstaltungstickets sowie Käufe per Kleinanzeigen.

Ein Mann trägt in Anzug ein in Geschenkpapier eingeschlagenes Paket.
Ihnen gefällt Ihr Weihnachtsgeschenk nicht? Das sollten Sie beim Umtausch beachten. © Frank Rumpenhorst/dpa

Ebenfalls sehr praktisch: „Viele Online-Händler übernehmen freiwillig die Kosten der Rücksendung“, erklärt Mathias Hufländer, Verbraucherrechtsberater bei der Verbraucherzentrale Bremen*. „Dazu sind sie aber gesetzlich nicht verpflichtet“, lenkt er laut Ökotest.de ein. Außerdem bieten auch viele Online-Händler momentan aufgrund von Corona eine verlängerte Rücksendefrist an. Experten machen übrigens Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie, das offenbar in Sicht ist.

Gutschein zu Weihnachten geschenkt bekommen: Wie lange lässt er sich einlösen?

Wer einen Gutschein für ein Geschäft oder einen Online-Store geschenkt bekommen hat, kann sich die erwünschte Ware selbst aussuchen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass auch Gutscheine nicht unbegrenzt gültig sind. Sie sollten also bereits beim Kaufen gucken, wie lange der Gutschein eingelöst werden kann – nicht dass es irgendwann eine traurige Überraschung gibt. Außerdem wird ein Gutschein wertlos, wenn der Anbieter pleite geht. Also lieber nicht zu lange mit dem Einlösen warten.

Insbesondere zur Weihnachtszeit, wenn Paketdienste überstrapaziert werden und überfordert sind, können Pakete auf dem Versandweg auch mal verloren gehen. In dem Fall gilt, dass der Käufer den Preis nicht zahlen muss und eine Neulieferung verlangen kann. Das betrifft auch Sendungen, die vom Paketdienst ohne Abstellgenehmigung vor der Haustür drapiert werden.

Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Shops – Geld ist häufig weg

Momentan warnen Verbraucherschützer laut Hamburger Morgenpost auch vor sogenannten Fake-Shops. Diese bieten im Internet Ware an, die nach dem Bezahlen nicht versendet wird. Das Geld ist meistens leider nicht zurückzubekommen. Außer Sie haben mit einer Kreditkarte bezahlt. Denn beim Kreditkartenanbieter können die Betrogenen eine Rückerstattung des gezahlten Betrags wegen Betrugsverdachts beantragen.

Die Karte sollte anschließend jedoch gesperrt werden, außerdem ist eine Strafanzeige bei der Polizei ratsam. So schützen Sie auch andere Kunden vor Betrug! * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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