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Fake-News zu Corona: Diese falschen Gerüchte halten sich am hartnäckigsten

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Zu Corona gibt es viele Mythen und Märchen, die sich nicht nur unter Querdenkern rasch verbreiten. Warum Sie die hartnäckigsten Fake-News trotzdem nicht glauben sollten.

Hamburg – Spätestens seit der Coronavirus-Pandemie dürfte er jedem Menschen bekannt sein. Der Satz: „Hast du schon gehört?“. So oder so ähnlich beginnen die allermeisten der Märchen und Mythen, die sich seit Pandemie-Beginn wacker halten. Und dabei wurde über einige dieser Fake-News schon mehr als einmal aufklärt. Dabei reichen die Falschinformationen von Impfschäden, über den Ursprung des Coronavirus bis hin zu Wundermitteln. Es folgt eine Übersicht der acht hartnäckigsten Corona-Fake-News und gute Gründe, warum Sie die Informationen trotzdem nicht glauben sollten.

Virus/Erkrankung:Coronavirus/Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2021

Fake-News über Corona: „Das Coronavirus ist nur eine normale Grippe“

Das größte Problem ist: Wir leben in einem Zeitalter, in dem jeder einzelne von uns seine Nachricht schnell und einfach verbreiten kann. Egal ob wahr oder falsch, über soziale Netzwerke teilweise wie ein Lauffeuer. Und so hält sich auch das Gerücht, Corona sei nicht schlimmer als eine herkömmliche Grippe, seit Pandemiebeginn 2020 wacker. Natürlich wurde diese These mehr als einmal widerlegt.

Auf einer Tastatur stehen in roter Schrift die Worte „Fake News“.
Fake-News zu Corona: Diese Mythen und Märchen zur Pandemie halten sich hartnäckig. © Andriy Popov/imago

So belegen Daten und Zahlen, dass das Coronavirus nicht nur ansteckender, sondern auch tödlicher ist als die Grippe. Ein kurzer Blick auf die Sterbe-Statistik zeigt, dass in den USA im Jahr 2022 täglich mehr als dreimal so viele Menschen an Covid gestorben sind, wie an der Grippe. Laut Robert Koch-Institut stecken sich in einer Grippesaison etwa zwei bis vierzehn Millionen Menschen mit der Grippe an – ohne Schutzmaßnahmen. Zum Vergleich: Ohne Schutzmaßnahmen (Impfung, Maske, Abstand, etc.) würde sich laut Experten nahezu jeder mit dem Coronavirus infizieren. Auch, weil unser Körper Coronaviren noch nicht so gut kennt wie Grippeviren, berichtet RTL.de

„Die Coronavirus-Pandemie wurde geplant“

Dieses Gerücht gehört zu einem der ältesten Corona-Fake-News und wird immer wieder neu aufgewärmt. So behaupten immer wieder Menschen, die Corona-Pandemie sei geplant und inszeniert. Dabei stützen die Märchen-Erzähler ihre Geschichten auf verschiedene Dinge. Zum Beispiel wird das Event 201 immer wieder als Beweis für die geplante Pandemie benutzt.

Das Event 201 wurde 2019 als Planspiel der Gates-Stiftung durchgeführt und beschäftigte sich mit den Auswirkungen einer globalen Pandemie aufgrund eines Coronavirus. Nur zwei Monate später kam es dann in Wuhan zum tatsächlichen Ausbruch von SARS-CoV-2. Was erst einmal klingt wie ein unfassbarer Zufall, entpuppt sich schnell als „normal“. Denn es ist üblich, dass Institutionen und Regierungen solche Ausbrüche in Planspielen proben. Auch Deutschland befasst sich seit 2013 mit den Auswirkungen einer Pandemie durch SARS-Viren.

„mRNA-Impfstoffe verändern die menschliche DNA“

Auch das Gerücht, mRNA-Impfstoffe wie die von Moderna und Biontech verändern die menschliche DNA, hält sich seit vielen Monaten. Dabei unterscheiden sich DNA und RNA in ihrer Funktion, zudem sind sie unterschiedlich aufgebaut. Die RNA hat nicht einmal die Chance in den Zellkern zu gelangen, wo die DNA geschützt liegt. RNA und DNA kommen also durch eine Impfung nicht in Kontakt.

Falschinformationen zu Corona: „Die Impfung ist unsicher, weil sie zu schnell entwickelt wurde“

Viele Menschen, die sich noch immer nicht gegen Corona impfen lassen wollen, nennen als Grund, die Impfung sei unsicher. Zum einen, weil sie zu schnell entwickelt wurde. Und zum anderen, weil sie noch nicht ausreichend getestet wurde. Beides stimmt so allerdings nicht. Fakt ist: Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe erfolgte schneller als üblich.

Das lag aber nicht daran, dass einzelne Prüfschritte ausgelassen wurden, sondern daran, dass Prozesse anders als üblich parallel statt hintereinander absolviert werden durften. Außerdem profitierten die Hersteller der Impfstoffe beim Coronavirus von der engen Zusammenarbeit und Mitteln von Wissenschaftlern weltweit.

„Die Langzeitfolgen der Impfung sind nicht erforscht“

Die Angstmache vor den Langzeitfolgen der Corona-Impfung gehört zu den Klassikern. Schließlich wisse aufgrund der kurzen Studiendauer noch gar keiner, welche Nebenwirkungen durch die Impfung in ein bis zwei Jahren auftreten. Fakt ist allerdings, dass Nebenwirkungen, die erst lange nach einer Impfung auftreten, üblicherweise gar nicht vorkommen. Das liegt daran, dass sich der Impfstoff relativ schnell im Körper zersetzt.

Warum so viele Menschen an Langzeitfolgen von Corona glauben, liegt vielmehr daran, dass es oftmals lange dauert, bis sehr seltene Nebenwirkungen einer Impfung erkannt werden. Weil sie so selten sind, dass erst einmal hunderttausende Impfungen durchgeführt werden müssen, um sie festzustellen. Weil bei Corona aber in kürzester Zeit mehrere Millionen Impfdosen verabreicht wurden, sind die Nebenwirkungen bereits vollumfänglich bekannt.

Fake-News, Märchen, Mythen: „Die Corona-Impfung macht Frauen unfruchtbar“

Seit Monaten kursiert das Gerücht, die Corona-Impfung mache Frauen unfruchtbar. Im Internet finden sich mehrere Videos zu der Thematik. Unter anderem von Dr. Sucharit Bhakdi, der auf die Folge der Unfruchtbarkeit in seinen Videos hinweist. Das Robert Koch Institut stellt jedoch mehr als einmal klar, dass diese Aussage falsch ist.

Grund für die Behauptung ist das Spike-Protein, das eine gewisse Ähnlichkeit zu dem Protein aufweist, welches während der Schwangerschaft an der Bildung der Plazenta beteiligt ist. Diese Ähnlichkeit ist jedoch minimal – fünf von 1273 Aminosäuren im Spike-Protein. Außerdem: Würde die Impfung aufgrund des Spike-Proteins unfruchtbar machen, müsste das auch für Infektion gelten, das Spike-Protein ist immerhin charakterisierend für das Coronavirus.

Das RKI verweist außerdem auf Daten aus mehreren Studien. Sowohl bei der Zulassungsstudie des Impfstoff-Herstellers Biontech, als auch während einer israelischen Studie mit Paaren mit Kinderwunsch, konnte kein Hinweis auf eine Unfruchtbarkeit gefunden werden.

„Die Zahl der Herzstillstände bei Sportlern hat durch die Impfung zugenommen“

Die Journalisten von corrective.org befassen sich bereits seit geraumer Zeit mit Falschinformationen zu sämtlichen Themen. Und so sind sie auch der Behauptung auf den Grund gegangen, durch die Corona-Impfung sei die Zahl der Herzstillstände bei Sportlern gestiegen. Mit dem Ergebnis: Die Behauptung ist unbelegt. Demnach vermischen die Daten, die für die Falschinformation genutzt werden, Fälle von Herzstillständen bei „älteren Männern, mit Fällen von plötzlichem Herzstillstand bei jüngeren Sportlern“, so corrective.org.

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Fake-News: „Es braucht keine Impfung – diese Pferde-Wurmkur hilft gegen Covid“

Pferde-Wurmkur, Eigen-Urin, gesunde Ernährung – all diese Dinge und noch weitere sollen statt der Impfung bei Corona helfen. Es klingt verrückt, ist es irgendwie auch. Laut mehreren Medienberichten soll in Oberösterreich im vergangenen Jahr die Pferde-Wurmkur Ivermectin knapp geworden sein. Im Falle einer Infektion, so die Querdenker, soll die Wurmkur bei Krankheitssymptomen helfen. Richtig ist allerdings, dass Studien die Wirksamkeit von Pferde-Wurmkur bei Corona widerlegen. Das RKI warnt sogar vor der Anwendung am Menschen – es könnte zu Vergiftungen kommen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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