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Fake-Anrufe: Falsche Haspa-Mitarbeiter wollen Geld erbeuten

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Von: Steffen Maas

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Betrüger, die sich als Sparkassen-Mitarbeiter ausgeben, rufen aktuell vermehrt Haspa-Kunden an. Sie wollen sensible Daten erbeuten, um Geld abzubuchen.

Hamburg – Nachdem die Polizei bereits auf Brötchentüten vor dem Enkeltrick aufmerksam machte und Behörden über falsche Europol-Anrufe informiert hatten, müssen Hamburger jetzt auf die nächste Betrugsmasche vorbereitet sein: Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor Fake-Anrufen – vermeintlich von der Hamburger Sparkasse (Haspa). Die Betrüger wollen einen speziellen Code abfragen, mit dem sie dann Überweisungen autorisieren können.

Name:Hamburger Sparkasse
Zentrale:Ecke Adolphsplatz / Gr. Burstah, 20457 Hamburg
Anzahl Mitarbeiter:5.000
Bilanzsumme:60,289 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2021)

Fake-Anrufe von der Haspa: Das ist die Masche

Wenn die Haspa-Kunden von den Betrügern angerufen werden, stellen diese sich als Mitarbeiter des Kreditinstituts vor und berichten über angeblich verdächtige Buchungen auf dem Konto. Sie bieten dann an, diese für den Verbraucher zu stoppen. Dafür fragen sie dann den sogenannten Push-TAN ab.

Telefon-Betrüger geben sich als Sparkassen-Mitarbeiter aus, um so an den sogenannten Push-TAN von Kunden zu kommen
Telefon-Betrüger geben sich als Sparkassen-Mitarbeiter aus, um so an den sogenannten Push-TAN von Kunden zu kommen. © Rüdiger Wölk/imago/Daniel Reinhardt/dpa/Montage

Diese Transaktionsnummer, die Kunden meist per separater App direkt aufs Handy bekommen, fungiert sozusagen als Code, der einzelne Buchungen freischaltet. Er zählt somit zu den hochsensiblen Daten wie Passwörter und PINs. Ausgerüstet mit dieser Transaktionsnummer kann der Betrüger dann seinem eigentlichen Ziel nachgehen: Geld vom Konto des Verbrauchers abheben oder anderweitig umbuchen.

Hamburger Sparkasse: Nie sensible Daten am Telefon

„Wenn Sie am Telefon aufgefordert werden, Passwörter oder TANs durchzugeben, ist das immer ein Hinweis auf Betrug“, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg als Erinnerung. Auch die Sparkasse Hamburg unterstreicht regelmäßig mit Nachdruck, über solche Kanäle keine sensiblen Daten abzufragen. Konkret auch in diesem Fall:

Eine derartige Abfrage würde niemals von einer Sparkasse getätigt werden – weder per E-Mail, noch im Internet, noch am Telefon. 

André Grunert, Stv. Pressesprecher Sparkasse Hamburg

Die unmittelbare Lösung: einfach auflegen. Ist sich der Angerufene tatsächlich unsicher, ob nicht vielleicht doch etwas mit dem Konto nicht stimmt, kann er bei den bekannten Nummern der Sparkasse anrufen oder in einer der Filialen um Hilfe bitten. Beide Wege garantieren, dass man mit einem echten Mitarbeiter spricht.

Auf die Betrugsmasche reingefallen – was nun?

Doch manchmal ist es schon zu spät. Trickbetrüger sind darauf spezialisiert, ihre Opfer unter Druck zu setzen und sie so weit zu beunruhigen oder verwirren, dass sie die gewünschten Daten rausrücken – nicht jeder Angerufene reagiert da aus dem Stegreif perfekt.

„Kunden, die ihre geheimen Daten bereits preisgegeben haben, sollten ihre Online-Banking-PIN sofort ändern und im Zweifel ihr Online-Konto sperren lassen“, informiert Haspa-Pressesprecher André Grunert auf 24Hamburg.de-Anfrage. Das geht unter folgenden Telefonnummern:

Ist das Konto gesperrt und die Haspa über den Betrugsversuch informiert, rät die Verbraucherzentrale Hamburg darüber hinaus noch zur Anzeige bei der Polizei: „Im Gegensatz zu einer Lastschrift, die von Ihnen wieder zurückgebucht werden kann, ist das bei einer von Ihnen autorisierten Überweisung in der Regel nicht möglich“, warnt die Verbraucherzentrale. So ein Fall hatte zuletzt Rentner in Nordrhein-Westfalen in Rage gebracht, die auf einen Betrug hereinfielen und von ihrer Sparkasse keine Unterstützung bekommen konnten.

„Darum ist in solchen Fällen eine Strafanzeige bei der Polizei sehr wichtig.“ Unter Umständen kann die Polizei die Empfänger ermitteln – dann kann gegebenenfalls auf Rückzahlung des Geldes geklagt werden.

Fake-Anrufe aktuell: Nicht nur unbekannte Nummern melden sich

Einen besonderen Kniff, den schon die Europol-Betrüger anwendeten und vor dem auch beim Haspa-Fake gewarnt wird: Der Kunde wird nicht nur von unbekannten Nummern angerufen, sondern durch das sogenannte Spoofing bewirken die Kriminellen, dass auf dem Telefon des Empfängers eine bestimmte Nummer angezeigt wird.

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So können selbst vorsichtige Menschen getäuscht werden, die während des Gesprächs vorsorglich die angezeigte Telefonnummer im Internet recherchieren. Der Verbraucherzentrale ist auch ein Fall bekannt, bei dem die Anrufer die Nummer der Hamburger Sparkasse nutzten.

Die tut derweil weiterhin alles zur Prävention solcher Betrugsmaschen: „Wir warnen unsere Kunden regelmäßig aktiv auf allen Kanälen, klären auf und geben Sicherheits-Tipps“, unterstreicht André Grunert abschließend. „Auf unserer Website informieren wir fortlaufend über aktuelle Betrugsmuster.“ Bei der aktuellen Menge an kriminellen Maschen, erscheint es ratsam, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Im Rahmen der neuen Grundsteuer verschaffen sich aktuell sogar Kriminelle direkten Zugang zu den Häusern von ahnungslosen Opfern.

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