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Anruf von Europol: Warnung vor bundesweiten Fake-Anrufen

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Von: Kevin Goonewardena

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Vermeintliche Anrufe von Europol und Bundesbehörde treten aktuell vermehrt auf. Das sind die Nummern und so schützen Sie sich vor Telefonbetrug.

Hamburg – Einen Anruf von der Polizei oder anderen Ermittlungsbehörden bekommt wohl niemand gerne. Doch den Hörer auflegen wird wohl auch kaum jemand. Aktuell aber sollten Angerufene das Gespräch jedoch umgehend beenden – denn die Anrufer, die sich in letzter Zeit vermehrt als Ermittler der internationalen Strafpolizeibehörden Europol beziehungsweise Interpol ausgeben, sind keine solchen.

Es handelt sich dabei um Kriminelle, die versuchen, die Angerufenen um ihr Erspartes zu prellen. Die Fake-Anrufe von Telefonbetrügern finden aktuell gehäuft statt. Der Spiegel spricht gar von einer „Welle“ an Betrugsanrufen dieser Masche.

Wir sagen, wie Sie die Betrugsmasche erkennen, bevor Sie Opfer der kriminellen Machenschaften werden.

Name:Bundesrepublik Deutschland
Fläche:357.588 km²
Bevölkerung:83,24 Millionen (2020)
Regierungsoberhaupt:Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD)

Europol Anruf: Bundesweiter Telefon-Betrug mit Computerstimme

Nach dem Entgegennehmen des Anrufs erklingt keine menschliche, sondern eine Computer-Stimme im Ohr der angerufenen Person. „This call is from Europol. We would like to inform you, that your identity card number is in misuse. For more information please press 1“, teilt diese dem wahrscheinlich verblüfften Angerufenen mit. Der Anruf sei von Europol respektive Interpol, der Personalausweis würde missbräuchlich verwendet werden.

Um weitere Informationen zu dem Vorgang zu erhalten, solle man die 1 drücken, fordert die Stimme den Angerufenen auf. Das berichtet wa.de. So sei es etwa bei einer Frau aus dem westfälischen Iserlohn gewesen. Keineswegs handelte es sich bei dem Opfer des Telefonbetrugs übrigens um eine Seniorin. Dennoch ist der Enkeltrick zumindest in Hessen immer noch die häufigste Betrugsmasche am Telefon.

Eine maskierte Polizeibeamtin und ein Telefonhörer in der Hand
Bei Anruf Betrug: Aktuell treten vermehrt Fake-Anrufe, die angeblich von Sicherheitsbehörden wie Europol und Interpol stammen, auf. Die Behörden warnen davor persönliche oder finanzielle Details am Telefon preis zu geben oder Überweisungen zu tätigen. © Polizei Gelsenkirchen

Laut Angaben von wa.de habe die 31-jährige Geschädigte aus Iserlohn eine hohe Summe an die Europol-Betrüger verloren. Der SWR berichtete über einen Fall in Stuttgart, bei dem ein Geschädigter 500 Euro verlor. Das Portal Allgäu-Online nennt zwei Fälle, bei denen die Opfer insgesamt 3500 Euro an die Telefonbetrüger verloren.

Fake-Anrufe vom Behörden: Kriminelle nehmen Frau in Nordrhein-Westfalen am Telefon aus

Die Anrufer gaben der Frau telefonisch die Weisung, in Guthabenkarten zu kaufen und lotsten sie zu diesem Zweck so lange zu unterschiedlichen Geschäften, bis das Tageslimit ihrer Bankkarte erreicht war. Außerdem hielten sie die Frau an, Geld auf ein thailändisches Konto zu überweisen. Nach Angaben von wa.de klappte dies jedoch nicht. Auch die Personalausweis-Nummer der Frau ließen sich die Betrüger am Telefon durchgeben.

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„Call from Europol“: Echte Behördennummern dank speziellem Computerprogramm

Für die Anrufe nutzen die Betrüger laut Polizeiangaben ein spezielles Programm – das sorgt dafür, dass den angerufenen Personen eine tatsächliche Nummer angezeigt wird. In diesem Fall eine der europäischen Polizeibehörde Europol mit Sitz in der niederländischen Stadt Den Haag. Die Landesvorwahl der Niederlande ist die +31, die Vorwahl der Stadt Den Haag die 070. Ein kurzer Gegencheck der Nummer via Google hilft bei dieser Telefonmasche also nicht allzu sehr weiter.

Fake-Anrufe von Behörden: Dass sollten Angerufene tun

Niemals sollten, so warnt die Polizei, am Telefon Angaben zu persönlichen oder Finanziellen Verhältnissen gemacht werden. Sicherheitsbehörden wie die Polizei aber auch Europol oder Interpol würden nicht um Überweisungen, den Kauf von Guthabenkarten oder Sonstigem bitten.

Europol hat keinerlei Befugnis, Bußgelder zu verhängen. Folgen Sie keinesfalls den Aufforderungen der Anrufer!

Aus der Warnung der Behörde

Am besten schütze man sich, indem man einfach auflege. Auf diese Weise würden es die Angerufenen auch vermeiden, von den Telefonbetrügern in ein Gespräch verwickelt und womöglich doch unter dem Druck schwach zu werden. Im Anschluss sollte in der nächstgelegenen Polizeiwache Anzeige erstattet werden, heißt es weiter. Im Internet gibt es bereits Warnungen und Verhaltenshinweise des Landeskriminalamt NRW zum Thema Telefonbetrug mit Europol- & Interpol-Nummern

Bundesbehörde warnt: Fake-Anrufer unter diesen Nummern

Doch nicht nur mithilfe vermeintlicher Anrufe von Sicherheitsbehörden versuchen Telefonbetrüger aktuell vermehrt an persönliche Daten und Gelder der Bürger zu kommen. Naturgemäß sind offiziell, unauffällig und damit unverdächtig wirkende Nummern bei Kriminellen besonders beliebt. Aktuell warnt auch das „Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik“ (BSI) vor Missbrauch seiner Nummern durch Telefonbetrüger.

Betrugsmethode Spoofing – das versteckt sich dahinter

Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Spoofing heißt die Methode, der sich die Kriminellen auch hier bedienen. So nennt man in der Informationstechnik die Verschleierung der eigenen Identität in Computernetzwerken zum Zwecke der Täuschung. Die Betrüger geben sich dabei in Fake-Anrufen oder E-Mails als Mitarbeitende von Sicherheitsbehörden aus. Wie etwa ein falscher Polizist in Itzehoe der eine Senorin um 24.000 Euro erleichterte.

Zu den Behörden, die für diese Zwecke missbraucht werden, gehören etwa die Polizei Hamburg, das BKA und das LKA, anderer Behörden und Ämter, aber auch Unternehmen, Organisationen, Vereinen und Privatpersonen aus. Aktuell nutzen die Telefonbetrüger folgende Nummern des BSI, wie die dem Innenministerium unterstellte Bundesbehörde mit Sitz in Bonn (Ortvorwahl 0228) bekannt gab: +49 228 9582 44 oder 0228 9582 44 (Nummer BSI plus zweistellige Durchwahl).

Auch hier warnt die Behörde davor, den Anweisungen zu folgen. Zuletzt hatte die Polizei Hamburg vor WhatsApp-Betrugsmaschen gewarnt.

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