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9-Euro-Ticket: Polizei will überfüllte Züge räumen – „kann Katastrophe werden“

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Aus Sicherheitsgründen behält die Polizei die Entwicklung der Lage rund um das 9-Euro-Ticket im Auge. Im Zweifel sollen volle Züge geräumt werden.

Hamburg – Das 9-Euro-Ticket sorgt schon seit Wochen für Furore. Bereits in wenigen Tagen wird es gültig sein, doch die Debatten reißen nicht ab. Theoretisch kann man mit dem Ticket ab nächstem Mittwoch, 1. Juni, von Hamburg bis nach Sylt fahren.

Stadt in DeutschlandHamburg
Einwohner1.904.444 (Sozialamt)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.
BürgermeisterPeter Tschentscher

Nach Fragen der Finanzierung, der drohenden Chaostage auf der Insel Sylt und Billig-Verkäufen von 9-Euro-Tickets bei Ebay steht als Nächstes die Frage der Sicherheit im Zentrum der Aufregung. Die Polizei überlegt sogar, überfüllte Züge räumen zu lassen.

9-Euro-Ticket: Polizei soll überfüllte Züge räumen

Für nur neun Euro mit dem Zug einmal quer durch Deutschland fahren – das klingt gut. Finden auch zahlreiche Deutsche, die das ermäßigte Ticket bereits gekauft haben. Es ist Teil des Entlastungspaket des Bundes zum Ausgleich der steigenden Kosten für Benzin, Gas und Lebensmittel und soll die Menschen außerdem zur Nutzung der klimafreundlichen öffentlichen Verkehrsmittel anregen.

Zug mit 9-Euro-Ticket und eine Polizistin
Die Polizei behält die Situation des 9-Euro-Tickets im Auge. Im Notfall sollen Züge geräumt werden. (24hamburg.de-Montage) © Sebastian Gollnow/dpa/Eibner/Emmanuele Contini/imago

Aus Sicht der Polizeigewerkschaften kommt diese Maßnahme bei der Bevölkerung aber etwas zu gut an. Der Ansturm auf die günstigen Tickets lässt schon jetzt erahnen, dass im Juni, Juli und August, wenn das Ticket gültig ist, viele Züge überfüllt sein werden. Wenn dadurch ein Sicherheitsrisiko bestünde, müsse die Polizei überfüllte Züge vielleicht sogar räumen.

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), erklärte gegenüber der ‚Bild‘-Zeitung: „Wenn die Verkehrsbetriebe mit den Menschenmassen überfordert sind, muss die Bundespolizei eingreifen.“ Sein Stellvertreter Manuel Ostermann fügte hinzu: „Aus sicherheitsspezifischer Sicht kann das 9-Euro-Ticket eine Katastrophe werden.“

Schon eine Million 9-Euro-Tickets verkauft – HVV in Hamburg setzt trotzdem nicht mehr Bahnen ein

Ganz unbegründet ist die Angst der Beamten nicht. Seit dem ersten Verkaufstag des 9-Euro-Tickets am Montag, 23. Mai 2022, sicherten sich über eine Million Menschen in Deutschland das 9-Euro-Ticket, die es höchst wahrscheinlich in den nächsten drei Monaten auch nutzen werden.

Stefan Hofmeir, Sprecher der Fahrgastvereinigung „Aktion Münchner Fahrgäste“, sagte bereits zuvor gegenüber t-online: „Dieses Ticket wird bei den Verkehrsunternehmen einen großen Kraftakt erfordern und Vollauslastung in den Bussen und Bahnen bedeuten.“ Sollte diese Vollauslastung überschritten werden, wird laut der Aussage von Wendt die Polizei einschreiten.

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In Hamburg geht man die Situation allerdings noch gelassen an. Rainer Vohl, Pressesprecher des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV), erklärte gegenüber 24hamburg.de, dass man keine zusätzlichen Züge, S-Bahnen und Busse einsetzen könne, weil schon jetzt jedes zur Verfügung stehende Verkehrsmittel unterwegs sei. Trotzdem sieht der HVV sich auf den 9-Euro-Ticket-Ansturm gut vorbereitet. Ob auch in der Hansestadt die Polizei wegen überfüllter Nahverkehrsmittel ausrücken muss, wird sich also ab nächster Woche zeigen.

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